30 Jahre „Tier-, Natur- und Artenschutz Siebengebirge e.V.“
Ein buntes Sommerfest zum Jubiläum
Verein bot unterhaltsames und informatives Programm für Mensch und Tier, Groß und Klein im Unkeler Freibad
Unkel. „Vor genau 30 Jahren haben sich Menschen aus verschiedenen Städten im Siebengebirge um Egon Wöhl aus Unkel zusammengeschlossen, die alle ein Ziel hatten: Sie wollten herrenlosen, verletzten oder misshandelten Tieren schnell und unbürokratisch helfen, ihr Leben retten und ihre Lebensumstände verbessern“, erinnerte der Vorsitzende des Tierschutzvereins Siebengebirge, Ozan Stoll, die Gäste bei seiner Begrüßung zum Juläums-Sommerfest. Um dieses Ziel, einen respektvollen Umgang mit Tieren und eine Sensibilisierung der Menschen für eine fürsorgliche und artgerechte Haltung und Unterbringung zu erreichen, hatten die Gründer am 28. Februar 1985 einen Verein gegründet, der heute „Tier-, Natur- und Artenschutz Siebengebirge e.V.“ heißt.
100.000 Tiere betreut
Der Bedarf sei enorm gewesen. Im Lauf der Zeit habe der örtliche Tierschutzverein zunehmen Unterstützung durch Tierfreunde aus der Region bekommen, sodass er heute nahezu 500 Mitglieder habe, die ihn durch aktive Mitarbeit unterstützen. „Wie viele Tiere in den 30 Jahren von unserem Verein betreut worden sind, können wir nur schätzen.
Nach Auswertung von Tierpässen, Verträgen und Notizen kommen wir aber auf rund 100.000 Tiere. Dazu gehörten ganz im Sinne unseres Gründungsvaters Hunde und Pferde, Katzen und Kaninchen, Meerschweinchen und Chinchillas, Schildkröten, Frettchen und Ziervögel, Schafe, Ziegen und Esel, Wild- und Wasservögel sowie große und kleine Wildtiere“, so Stoll zu den äußerst zahlreichen Gästen, unter denen er auch Verbandsbürgermeister Karsten Fehr begrüßen konnte.
„Ihr Verein ist heute längst fester Bestandteil der Region, dem ich zudem zu seiner Super-Arbeit gratuliere. Von daher haben wir Ihnen gerne dieses für Mensch und Tier herrliche Gelände für ihr Jubiläum zur Verfügung gestellt“, so Fehr, der bedauerte, dass der Tierschutzverein überhaupt notwendig ist. Ein adäquates Verhalten Tieren gegenüber sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Dazu gehöre auch die Kastrationspflicht für Katzen, für die der Verein bezogen auf den Landkreis Neuwied Unterschriften sammele. „Entsprechend habe ich mich sofort in die Listen eingetragen“, erklärte Fehr, bevor er dem Jubilar ein fröhliches Fest wünschte.
Ein etwas anderes Hunderennen
Und schon übernahm Norbert Ditscheid die Moderation des Festprogramms im Freibad-Gelände.
Das begann mit dem traditionellen Sommerfest-Hunderennen, das von Annette Vosseel und Jasmin Sellmer von der Hundeschule „Mensch ein Hund“ organisiert worden war. Unmittelbar vor dem ehemaligen 50-Meter-Becken hatten sie die breite Laufstrecke abgesteckt, an deren Westseite sich zwei- und vierbeinige Zuschauer aufgereiht hatten, um die Sprinter zu bewundern. Angelockt und angefeuert wurden diese vom Zielraum aus von ihren Besitzern allerdings mit unterschiedlichem Erfolg. So waren für einige Starter die Gerüche aus der Buschbegrenzung viel zu verlockend, als dass sie es eilig gehabt hätten, die Strecke zurückzulegen.
TV-Moderatorin zu Gast
Weiter ging es im Programm mit einer Einweisung von Claudia Kayser von der Hundeschule „Felle und Pfoten“ ins „De-Gility“, achtsames und bewusstes Bodentraining mit älteren Hunden.
Anschließend präsentierte TV-Moderatorin Simone Sombecki, die nicht nur Tierfreunde aus der WDR-Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“ kennen, einige aktuelle Schützlinge des Vereins. „Es ist uns wichtig, die von uns an neue Herrchen vermittelte Hunde auch nach der Abgabe noch zu betreuen“, erfuhren interessierte Gäste.
Die kleinen Zweibeiner hatten die Stern-Hüpfburg in Beschlag genommen oder zeigten ihre Treffsicherheit beim Torwandschießen.
Andere schlüpften beim Kinder-Schminken in die Rollen von Schmetterlingen, Schmusekätzchen und wilden Tigern oder ließen sich mit Airbrush-Tattoos dekorieren, während Naturtrainerin Roswitha Vogel die jüngsten Besucher mit lustigen Experimenten überraschte.
Alles andere als günstigen entwickelten sich die Wetterbedingungen.
So litten die Mensch-Hunde-Rallye von Marion Tiemann von der Hundeschule „Quo vadis“ und die Darbietung von Stefanie Stöcker „Kunststücke mit Pferd zur Vertrauensbildung zwischen Mensch und Tier“ unter dem plötzlich einsetzenden Regenguss.
Dagegen suchten die Jubiläumsgäste Schutz unter den Pavillons etwa bei Steffi Huck von der Wildtierstation „Retscheider Hof“, bei der Wildkatzenbotschafterin Annette Becker des Landestierschutzvereins Nordrhein-Westfale oder bei Wolfsexpertin Katharina Stenglein sowie bei Imker Manfred Uthe.
Beate Ditscheid informierte über artgerechte Haltung von Kaninchen. „Ich brauche Platz, um Haken schlagen zu können“, machte ein Plakat auf den häufigsten Haltungsfehler aufmerksam. „Auslauf im Garten, wenn man gerade einmal zu Hause ist, oder wenn das Wetter schön ist, reicht nicht aus“, so die Expertin. Der Stall könne nur als sicheres Rückzugsgebiet dienen. Auch Einzeltierhaltung sei nicht artgemäß, da Kaninchen immer mindestens einen Artgenossen zum Kuscheln und Sich-Wohl-Fühlen brauchen.
Nicht weit entfernt, gegenüber dem langen Kuchen- und Salat-Büffet an der ehemaligen Freibad-Garderobe präsentierten Elke Trapp und Siegried Lenz Kreatives aus Stoff und Wolle, während Sylvie Scharmann und Angelika Kloss mit ihrer Lektüre aus zweiter Hand nicht nur für weitere Regentage unterhaltsame Beschäftigung anboten, für die der Tierschutzverein Siebengebirge bei seinem Jubiläums-Sommerfest ausreichend und hoch informativ bereits gesorgt hatte.
Mischling Anton gewann zwar nicht das Hunderennen, begeisterte dafür die Zuschauer aber mit seinem Einsatz.
