Bad Honnefer Rosenfest lockte die Gäste in Scharen an
Ein märchenhaftes Wochenende
Bad Honnef. „Auch wenn der Regen am frühen Nachmittag nicht unbedingt förderlich war, ernsthaft geschadet hat er dem Rosenfest nicht. Kaum dass er aufgehört hatte, strömten erneut viele Besucher in die Innenstadt“, so Jürgen Kutter vom Centrum-Verein, der am Wochenende zum zwölften Mal zum Rosenfest in die Innenstadt eingeladen hatte. Wieder einmal drehte sich am Samstag von 10 bis 18 Uhr und am verkaufsoffenen Sonntag von 13 bis 18 Uhr alles um die „Königin der Blumen“. Repräsentantinnen des Festes waren diesmal Tiffany Iseli als Rosenkönigin sowie ihre Prinzessinnen, die 19-jährige Heilbronnerin Alessa Kümmerle-Perger und die 19-jährige Wittlicherin Christina Salker, alle sinddrei Tourismus-Studentinnen im zweiten Semester an der Bad Honnefer Hochschule.
„Ich habe schon mit acht Jahren als Rosenmädchen in meiner Heimatstadt Bad Kissingen die dortige Rosenkönigin begleitet“, berichtet die entsprechend vorbelastete Bad Honnefer Majestät. Mit ihren Prinzessinnen hatte die charmante Rosenkönigin am Samstag langstielige gelbe und rote Fair-Trade-Rosen unters Volk gebracht. „Die Stimmung in der Stadt war toll“, schwärmte Tiffany Iseli. Hocherfreut über die vielen Gäste, die auch am Sonntag wieder an den zahlreichen Ständen vorbei flanierten und die Geschäfte besuchten, zeigten sich auch die Prinzessinnen.
„Wir haben beim Rosenfest Bewährtes beibehalten, wie den kostenlosen Busshuttle, der heute zwischen der Innenstadt und dem Lohfeld pendelt“, so der Centrums-Vorsitzende Georg Zumsande. Darüber hinaus habe das weiterentwickelte Fest-Konzept den Marktstandort der Bahnhofstraße unter das Motto „Sport- und Fitnessmeile“ gestellt. „Erstmals haben wir auf einen Umzug der Rosenkönigin verzichtet, aber dafür geht es dieses Jahr ausgesprochen märchenhaft bei uns zu“, ergänzte er bei der offiziellen Vorstellung der Majestäten. Zu dieser war nicht nur Bürgermeister Wally Feiden erscheinen, sondern auch die Hexe Rosina, in deren Rolle die Vizevorsitzende des Bad Honnefer Stadtjugendrings Regine Metzner geschlüpft war.
„Wer, wenn nicht Bad Honnef, ist prädestiniert Märchen, in sein Stadtfest aufzunehmen“, fragte Georg Zumsande rein rhetorisch und erinnerte an das 150. Todesjahr von Jakob Grimm. Dies hatte den „Literarischen Arbeitskreis 200 Jahre Gebrüder Grimm“ dazu bewogen, im Grimm-Jahr 2013 das romantische Rosenfest mit Märchen zu verknüpfen. „Ich werde heute ausnahmsweise einmal keine Kinder mästen oder braten, sondern ihnen lieber natürlich von Dornröschen erzählen, aber auch aus ‚Schneewittchen und die sieben Zwerge aus dem Siebengebirge‘ vorlesen“, so Märchenhexe Rosina.
„Wir können für uns mit Fug und Recht in Anspruch nehme, dass die Rheinromantik hier in Bad Honnef ihren Ausgang genommen hat“, erinnerte die Stadtchefin an den Franzosen Guillaume Apollinaire, der von der märchenhaften Stadt verzaubert worden sei. In nicht einmal einem Jahr habe er 150 melancholisch-romantische Gedichte über das Siebengebirge und den Rhein geschaffen. „So märchenhaft produktiv ist aber auch unser Centrum“, dankte Feiden dem Team um Georg Zumsande.
Auf den Genießerpfaden des Rosenfestes gab es Rosenaperitif und Rosenlikör zu verkosten. Zudem wurden zum üblichen Grillgut Salate mit Rosenblüten und Tapas mit einem „Rosen-Cocktail“ gereicht. Am Eingang zur Bahnhofstraße warteten Gemüsepflanzen und Gewürze vom Basilikum über die Kaffir-Limette und das Olivenkraut bis hin zum Rosmarin auf Käufer, sogar das „Kraut der Unsterblichkeit“ konnte erworben werden. Ganz zu schweigen von den unzähligen Rosen in allen Farbnuancen. Angesichts der dornigen Nachbarn stecken die Metall-Giraffen ihre Köpfe doch lieber in Kronen der Kugel-Ahornbäume. Und wer von den Zweibeinern glaubte, sich zu sehr dem Schwelgen hingegeben zu haben, der konnte unnötig angefutterte Kalorien auf der „Sportmeile“ in der Bahnhofstraße etwa beim „TV Eiche Biathlon“ los werden.
Gartenfreunde bestaunten nicht nur die unterschiedlichsten Rosen, sondern auch äußerst schwergewichtige Accessoires.
