Kunst- und Kulturverein „ad erpelle“
Ein neuer Vorstand wurde gewählt
Edgar Neustein, Clarissa Wild und Gregor Noll leiten „ad erpelle“ drei weitere Jahre
Erpel. Zur Jahreshauptversammlung mit turnusmäßigen Neuwahlen des Vorstands hatte der Vorsitzende des Kunst- und Kulturvereins „ad erpelle“, Altbürgermeister Edgar Neustein die Mitglieder Mitte voriger Woche in das Rathaus eingeladen. Zu Beginn der Versammlung gedachten diese ihrer verstorbenen Mitglieder, wobei Edgar Neustein vor allem an den langjährigen Kassenführer Günther Marx und das Gründungsmitglied Herbert Buchmüller erinnerte. „Sie hinterlassen in jeder Hinsicht eine Lücke, die kaum zu schließen sein wird“, hob er hervor, um dann das überaus ereignisreiche Vorjahr Revue passieren zu lassen. In dessen Mittelpunkt standen natürlich die Aufführungen Nummer 90 bis 106 des Schauspiels „Die Brücke“, die stolze 2.906 Besucher an den Originalschauplatz, den Eisenbahntunnel hinter der ehemaligen Ludendorffbrücke, gelockt hatten. „Das entspricht einer Auslastung von 85 Prozent“, rechnet Edgar Neustein hoch.
Karten im Vorverkauf
Nach den Fernsehsendungen zur Rheinüberquerung der Amerikaner am 7. März vor 70 Jahren habe die Nachfrage nach Eintrittskarten für die diesjährigen Aufführungen der Landesbühne nochmals einen starken Schub erfahren. Das Schauspiel nach dem Roman „Die Brücke von Remagen“ von Rudolf Palm ist von Samstag, 15. August, bis Sonntag, 6. September, mittwochs bis samstags, jeweils ab 19.30 Uhr sowie sonntags, ab 15.30 Uhr zu sehen. Karten gibt es im Vorverkauf ab sofort online unter info@ad-erpelle.de, sowie unter Tel. (0 26 44) 80 98 85 , sowie bei Bonnticket und in Erpel beim Lottoshop Sieberz. Nachdem sich der Vorsitzende den umfangreichen Arbeiten im und am Tunnel gewidmet hatte, kam er auf die Gedenkfeier anlässlich des 70. Jahrestages „Krieg in Erpel“ zu sprechen, für die Clarissa Wild und Verena Geraets und Heribert Siebertz eine hervorragende Ausstellung im Tunnel organisiert hatten. „Dafür, dass diese nur an dem Festtag zu sehen war, war der Aufwand viel zu groß“, bedauerte Heribert Siebertz. Gleichzeitig schlug er vor, den Tunnel nicht nur für die Theateraufführungen, sondern auch an zusätzlichen Öffnungszeiten zu präsentieren. „Nachfrage ist auf jeden Fall vorhanden“, war er sich sicher. Das bestätigten auch Clarissa Wild und Edgar Neustein. „Am Tunnel ist immer was los. Wenn man da arbeitet, wird man sofort von Leuten angesprochen und kommt kaum weg. Ein Manko ist leider die große Feuchtigkeit im vorderen Bereich des Tunnels, die auch Grund für die nur eintägige Ausstellung war“, erklärte der Vorsitzende. Um dies zu beheben, müsste die Tunnelüberdeckung im Bereich der ersten 20 Meter neu abgedichtet werden. „Grundsätzlich wäre es aber schön, wenn sich Mitglieder bereit erklären würden, sich mit dem nötigen Hintergrundwissen hinsichtlich regelmäßiger Öffnungszeiten des Tunnels zu engagieren“, so Edgar Neustein, bevor der Erste Beigeordnete Heinrich Holkenbrink die Leitung der Vorstandwahlen übernahm.
Einstimmige Wiederwahl
Mit dieser hatte er ausgesprochen leichtes Spiel, erklärte doch das Führungstrio, neben dem Vorsitzenden auch seine beiden Stellvertreter, Clarissa Wild und Gregor Noll, nach neun Jahren auch die nächsten drei Jahre den Verein weiter leiten zu wollen. Nach ihrer einstimmigen Wiederwahl wurde auch Thomas Schmidt unisono in seinem Amt als Geschäftsführer bestätigt. Neu in den Vorstand gewählt werden musste nur Lutz Schiffgen als Kassenführer, der jedoch unmittelbar nach dem Tod von Günther Marx im August des Vorjahres die Kassenführung übernommen hatte.
Neue Veranstaltungen im Tunnel
Nicht nur „Die Brücke“ wird dieses Jahr im Tunnel aufgeführt. Bereits am Samstag, 6. Juni, lädt die Musikschule Agundo unter dem Titel „Come Together for a New World“ ab 18 Uhr dorthin ein. „Zu hören ist ein Gedenkkonzert zum Ende des 2. Weltkrieges mit Schülern vieler Nationen“, so Edgar Neustein. Kernstück des Programms ist die Suite „Für eine neue Welt“, die speziell für diese Veranstaltung geschaffen wurde. „Die Idee, die dahinter steckt: Kinder und Jugendliche sollen durch gemeinsames Musizieren die Vielfalt der europäischen Kulturen zeigen und für eine Welt werben, in der alle Völker eine Berechtigung haben“, so der Vorsitzende über die Intention der Musikschulleiter Dominik Arz und seiner Frau Agnieszka Sokol-Arz. „Von Freitag, 10. Juli, bis Sonntag 12. Juli, ist dann Regisseur Stefan Krause mit der Produktion des ‚Kölner Jedermann‘ zu Gast im Tunnel, der dem genialen Schauspiel von Hugo von Hofmannsthal über das Sterben des reichen Mannes ein adäquate Atmosphäre bietet“, so Edgar Neustein. In dem geheimnisvoll wirkenden Raum werde jede Ablenkung vermieden und die ganze Konzentration der Zuschauer so auf den Inhalt des Theaterstücks gelenkt, was durch die sehr spezielle Akustik noch verstärkt werde. Die Besonderheit des von Geschichte und dramatischen Schicksalen geprägten Ortes verspreche auch mit dem „Jedermann“ ein spannendes Theatererlebnis. „Ein besonderes Erlebnis wird auch das Klangtunnel-Musikfest eine Woche von Freitag. 17. Juli, bis Sonntag, 19 Juli sein, das unser Mitglied Tobias Wolf mit einer Gruppe junger Leute ins Leben gerufen hat“, ergänzte der Vorsitzende.
Anstehende Arbeiten
Anders als im Tunnel wird es in den Brückentürmen vorerst keine Veranstaltungen geben. „Bevor wir eine Planung ins Augen fassen können, müssen erst die Fassaden der Zwillingstürme überprüft werden, um sicherzustellen, dass keine Unfallgefahr mehr besteht“, so der Vorsitzende. Allerdings sollen die Türme Treppengelände bekommen, damit auch die oberen Räume in Zukunft genutzt werden können. Gesichert werden soll zudem der hintere Tunneleingang durch den Einbau einer neuen Tür. „Außerdem steht auch wieder eine Tunnelüberprüfung an, die wir durch eine Fachfirma ausführen lassen müssen“, schloss Edgar Neustein die Vorschau auf das laufende Jahr.
