Junggesellenverein und Bürgerverein Unkel feierten Sankt-Pantaleon-Kirmes
Ein rauschendes Fest zum Jubiläum
So viele Gäste wie schon lange nicht mehr begleiteten Tobias Wallek und Anne Stemshorn im Festzug
Unkel. Mit musikalischer Unterstützung der Lau-Sitzer hatten die Unkeler Junggesellen am Freitagnachmittag ihren Kirmesmann im Festzelt aufgehängt und damit den Startschuss für die diesjährige Sankt-Pantaleon-Kirmes gegeben. Auf demProgramm stand zunächst eine Schlagerparade, bei der DJ Florian für ausgelassene Stimmung bis in die frühen Morgenstunden sorgte.
240 Jahre Junggesellenverein
Leisten konnten sich das die Unkeler Junggesellen allemal, wurde es für sie bei ihrem 240. Stiftungsfest am Kirmessamstag doch erst am Nachmittag ernst. Gegen 18 Uhr ließen ihre Offiziere Georg Schober und Robert Kautzky den Königszug auf dem Festplatz an der Kamener Straße antreten. Als sich dieser durch die Straßen der Altstadt bewegte, staunten die Unkeler nicht schlecht. „So viele Gastvereine sind schon seit unheimlich vielen Jahren nicht mehr zu unserer Kirmes anreist“, kommentierte sie den Zug. In diesen hatten sich hinter den Gastgebern um Fahnenträger Philipp Lehmacher und den scheidenden Majestäten, dem Kamener Jan Henning Viol und seiner Unkeler Königin Judith Kautzky, nicht nur die Junggesellenvereine aus Rheinbreitbach, Bruchhausen, Erpel und Orsberg eingereiht. Mit großen Delegationen waren auch die Junggesellen aus Dattenberg, St. Katharinen-Hargarten und Bad Hönningen sowie aus Niederbreitbach, Urmitz und Selhof vertreten.
Mit musikalischer Unterstützung des Tambourcorps Erpel und des Blasorchesters Bruchhausen zog der Festzug über die Grabenstraße in den unteren Teil der Freiligrathstraße ein, an deren Ende sich das Königshaus befand, in dem die Majestäten, Tobias Wallek und Anne Stemshorn, mit ihren Ehrenpaaren, Marion Wallek und Christoph Damme, Sabrina Küpper und Thomas Walbröhl, Melanie Bauch und Jan-Philipp Wallek sowie Franziska Wierig und Roman Lehmacher, zunächst die Offiziere der Verein empfingen.
Eine „Königsdynastie“
Knapp eine Woche zuvor hatte sich Tobias Wallek einen packenden Dreikampf mit seinem Vetter Jan-Philipp Wallek und mit Roman Lehmacher beim finalen Königsschießen am Fuße des Stux geliefert, bevor er um 14.45 Uhr mit dem 253. Schuss als Nachfolger von Jan Henning Viol feststand. Damit setzt er eine lange Tradition fort. Nicht nur sein Großvater hatte den Traditionsverein repräsentiert. Vor 26 Jahren hatte sein Vater Engelbert die Königskette getragen, die er ein Jahr später seinem Bruder Dieter übergeben konnte. Dass beide auch bereits Bürgerkönige in Unkel waren, versteht sich nahezu von selbst.
Aufmarsch der Fähnriche
Kurz vor 19 Uhr intonierte das Bruchhausener Blasorchester auf Anweisung von Hauptmann Georg Schober den Präsentiermarsch. Angeführt von Jan Henning Viol und Judith Kautzky verließen zunächst die Ehrenpaare das Königshaus, bevor auch Tobias Wallek und Anne Stemshorn durch das Spalier der Fahnenträger und Offiziere ins Freie traten, wo die Majestäten von einer begeisterten Menge jubelnd begrüßt wurde. „Zu Ehren unserer neuen Majestäten werden jetzt die Fahnen geschwenkt“, verkündete Hauptmann Georg Schober. Und schon zeigten die zahlreichen Fähnriche zu den Klängen des Rheinischen Schwenkmarsches, angeführt von dem Unkeler Julian Muss, ihre Fähigkeiten, bevor sich der Festzug langsam aufmachte zur Kettenübergabe am sogenannten Schutzengelhaus.
Dort angekommen ließ Leutnant Robert Kautzky das scheidende Königspaar hochleben und forderte Jan Henning Viol und Judith Kautzky auf, ein letztes Mal den Königswalzer zu tanzen. Unmittelbar danach befreiten Pfarrer Andreas Arend und Hauptmann Georg Schober den Kamener von der Königskette, um diese Tobias Wallek als Zeichen seiner Würde umzulegen. Am Arm seiner Königin Anne präsentierte sich dieser dann strahlend und seinen Zylinder schwenkend der Menge, die das sympathische Königspaar frenetisch feierte, bevor die beiden ihren ersten Königswalzer auf der Bühne tanzten. Mit diesem eröffneten Tobais Wallek und Anne Stemshorn wenig später im Festzelt eine rauschende Ballnacht, zu der die Band „Rio5“ aufspielte.
Bürgerverein ohne König
Viel Schlaf war den Unkeler Junggesellen nicht geblieben, begann das Kirchweih-Hochamt doch am Sonntagvormittag bereits um 9.30 Uhr, wobei die Offiziere die anschließende Prozession traditionell auf einem „Böötchen“ auf dem Rhein eskortierten, bevor die Junggesellen zusammen mit dem Bürgerverein zum Kirmes-Frühschoppen in das Festzelt einluden. „Leider haben wir keinen Nachfolger von Bürgerkönig Rudolf Zimmermann gefunden, sodass der Königszug und -ball des Bürgervereins heute Nachmittag ausfällt“, bedauerte dessen Vorsitzende Käthemarie Hommerich während des traditionellen Fässchenschwenkens. Auf eine Ballnacht mit der Band „Let’s Dance“ wollte 1730 gegründete Verein jedoch nicht verzichten.
Unterbrochen wurde diese Veranstaltung nur durch das Höhenfeuerwerk gegen 22 Uhr, das aber keineswegs das Ende der Feier bedeutete, schon gar nicht das Ende der Kirmes. Unter diese zogen die Junggesellen erst am Mittwochabend einen Schlussstrich, indem sie über den Kirmesmann zu Gericht saßen, bevor sie den armen Kerl, oder besser seine Überbleibsel nach dem Feuertod, zu Grabe trugen.
