Allgemeine Berichte | 26.08.2015

„Fußball international“ auf dem Sportplatz in Unkel

Ein sportlicher Beitrag zur Integration

Nina Thyssen und Martin Diedenhofen organisierten ein Turnier für Asylbewerber und Einheimische

Beim Fußballspiel näher kennengelernt haben sich Asylanten und einheimische Kicker.DL

Unkel. „Fußball international“ hatten Nina Thyssen und Martin Diedenhofen das Turnier überschrieben, zu dem sie in Kooperation mit der Kontaktgruppe „Asyl“ auf den Unkeler Sportplatz eingeladen hatten. „Durch das Turnier mit gemischten Mannschaften wollen wir junge Flüchtlinge aus der Verbandsgemeinde und interessierte Jugendliche aus der Region zusammenbringen und ihnen so ermöglichen, über den gemeinsamen Sport Hemmungen zu überwinden, sodass sie ins Gespräch kommen und sich etwa näher kennenlernen“, erklärte die Organisatorin, die selbst aktiv in der Rheinbreitbacher Damenmannschaft Fußball spielt, während ihr Freund zur 1. Mannschaft des FV Erpel zählt. Über Facebook hatten die beiden Interessenten geworben, nachdem sie von Manuela Pangels, der Koordinatorin des Unkeler Willkommenscafés in Bruchhausen, erfahren hatten, dass dort rund zehn junge Asylanten Fußball spielen. „Außerdem wussten wir von Dieter Wallek, dem Vorsitzenden des SV Unkel, dass einige junge Asylanten schon in seinem Verein in der 1. Mannschaft spielen“, so Martin Diedenhofen. Daher sei es naheliegend gewesen, über den Fußball-Sport neue Kontakte herzustellen, zumal die Organisatoren des Willkommenscafés sofort von der Turnier-Idee begeistert gewesen seien, ergänzte er, während sich die ersten Spieler bereits auf dem Platz warmliefen.

Bürgermeister Fehr lobt das Engagement der Bürger

„Über kein anderes Thema wird zurzeit in Deutschland so viel berichtet wie über die stetig steigenden Zahlen der Flüchtlinge, die oft ein tödliches Risiko eingegangen sind, um sich und ihrer Familien in Sicherheit zu bringen“, erklärte Verbandsgemeindebürgermeister Karsten Fehr, der mit Andreas Nagel, der in der VG-Verwaltung für die Betreuung der Asylbewerber zuständig ist, nach Unkel gekommen war. „Die ursprüngliche Prognose für dieses Jahr lag bei 41 Asylbewerbern, tatsächlich werden aber schon im kommenden Monat 100 Flüchtlinge in unserer VG betreut“, berichtete der Fehr. Ohne die Unterstützung der Bürger sei dies nicht möglich. Diese vermieteten nicht nur der Verwaltung Wohnungen und Häuser, in denen sich Flüchtlinge in direkter Nachbarschaft in die Gesellschaft integrieren könnten. Die Neuankömmlinge erführen auch Nachbarschaftshilfe und könnten etwa im ökumenischen Willkommenscafé mit Koordinatoren in allen vier Gemeinden Kontakte knüpfen. „Auch diese Veranstaltung heute hier auf dem Sportplatz ist ein deutliches Zeichen für das Engagement, mit dem den Asylbewerbern gezeigt wird, dass sie bei uns willkommen sind“, lobte Fehr die Organisatoren des Fußballturniers.

Bei denen hatten sich inzwischen so viele Interessenten gemeldet, darunter auch drei Fußballerinnen, dass sechs Mannschaften gebildet werden konnten. „Dabei treten Asylanten und Einheimische natürlich bunt gemischt in den Teams an“, so Nina Thyssen, während Andreas Nagel als Schiedsrichter bereits das Spiel der „Äpfel“ gegen die „Bananen“ als Schiedsrichter anpfiff. Beobachtet wurden deren Kampf um den Ball nicht nur von den „Pfirsichen“ und „Kirschen“, den „Pampelmusen“ und „Pflaumen“ sowie von anderen fußballinteressierten Zuschauern, sondern auch von Bürgern, die sich in der Asylbewerber-Betreuung engagieren.

Mangelnde Mobilität ist (häufig) ein Problem

„Die Hauptschwierigkeit sind natürlich die mangelnden Sprachkenntnisse. Leider können nicht alle Asylbewerber Englisch sprechen“, berichtete der Unkeler Wolfgang Reimann, der sich als Betreuer engagiert. „Außerdem wäre es sehr hilfreich, wenn den Asylanten wenigstens Fahrräder zu Verfügung stünden, um so das Problem der mangelnden Mobilität zu lindern“, ergänzte er.

Dieses machte sich beim Turnier jedoch nicht bemerkbar. So hatte etwa der Erpeler Koordinator Klaus Schlüter vier junge Asylbewerber zum Sportplatz gefahren, während Manuela Pangels zehn ausländische Kicker und Zuschauer aus Bruchhausen ins Tal transportiert hatte. „Insgesamt haben sich über 15 Flüchtlinge an dem Fußballturnier beteiligt, die Schlachtenbummler aus Syrien, Afghanistan oder anderen Ländern nicht eingerechnet“, berichtete Martin Diedenhofen, während gerade die „Pampelmusen“ das Finale gegen die „Pfirsiche“ bestritten.

Kontakte entstehen trotz Verständigungsschwierigkeiten

„Wir haben aber schon beobachtet, dass während und nach den vorherigen Spielen nicht nur innerhalb der jeweiligen Mannschaften Kontakt aufgenommen wurde. Vielmehr haben sich alle Turnierteilnehmer bemüht, trotz bestehender Verständigungsschwierigkeiten miteinander ins Gespräch zu kommen“, erklärte Nina Thyssen. Die erste Hürde sei damit genommen, und wenn Stadt und FC Unkel weiter mitmachten, könnten noch in diesem Jahr weitere „internationale“ Turniere angepfiffen werden, bei denen es bei allem sportlichen Ehrgeiz in erster Linie um eine ungezwungene Kontaktaufnahme und ein Kennenlernen zum Abbau möglicher Vorurteile gehe, so die beiden Turnierleiter.

Beim Kampf um den konnte ungezwungen Kontakt aufgenommen werden.

Beim Kampf um den konnte ungezwungen Kontakt aufgenommen werden.

Beim Fußballspiel näher kennengelernt haben sich Asylanten und einheimische Kicker.Fotos: DL

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Bertram: Das ist mittlerweile der 4. Bus der von dieser Marke vollkommen ausbrennt. Des Weiteren berichte die Rhein Zeitung darüber, dass der VREM 37. Busse der ersten Generation vorsichtshalber außer betrieb...
  • Fabian F: Nichts Neues gefühlt ein Bus pro Woche
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
Dauerauftrag
Wir helfen im Trauerfall
Wir helfen im Trauerfall
Mitarbeiter IT-Administrator
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606 // Wohnträume MYK
Werksverkauf Anhausen
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür, 19.04.26
Empfohlene Artikel
Jahreshauptversammlung der Linzer Ladys - das WeinSchwein darf nicht fehlen!
69

Linz am Rhein. Am Samstag, den 11.04.2024, hielten die Linzer Ladys ihre Jahreshauptversammlung in entspannter Atmosphäre in Linz am Rhein ab. Neben wichtigen und intensiven Themen, wie der Planung der „Ladys & friends-Party“, dem aktuellen Stand rund um das Ornat oder auch die Beteilung der Ladys am Närrischen Wochenende 2027, stand die Wahl des Vorstandes für die kommenden zwei Jahre an.

Weiterlesen

Schülerinnen und Schüler im Rathaus Linz
19

Linz. Vom 19.03. bis zum 26.03.2026 war es wieder so weit: 31 Schülerinnen und Schüler aus Pornic vom Collège Jean Mounès waren bei uns in Linz zu Gast. Die Robert-Koch-Schule und das Martinus-Gymnasium führen seit vielen Jahren den Austausch gemeinsam durch und so waren auch dieses Mal die französischen Schülerinnen und Schüler wieder bei ihren Austauschpartnern beider Schulen untergebracht. Es nahmen Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 6 bis 9 teil.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Koblenzer Innenstadt bietet an drei Tagen ein abwechslungsreiches Programm. Foto: SCH
32

Koblenz. Der Koblenzer Frühling ist zurück! Am zweiten April-Wochenende hat die Stadt am Deutschen Eck ihre Besucher ganz im Zeichen der wärmeren Jahreszeit begrüßt. Der Winter ist Schnee von gestern und überall grünt und blüht es. Die Blumenbeete sind neu bepflanzt, Tulpen und Narzissen blühen auf großen Flächen und es duftet nach frisch gemähtem Rasen.

Weiterlesen

Daueranzeige 2026
Dienstleistungen
Wir helfen im Trauerfall
Dauerauftrag Imageanzeige
Wir helfen im Trauerfall
Wir helfen im Trauerfall
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Koblenzer Kneipengeschichten
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten- Modernisieren
Wohnträume
Wohnträume - Wohnen und Garten im Blick
Blütenfest
Leiter/in (w/m/d)
Sachbearbeiter/in (w/m/d)