Bei herrlichem Wetter genossen Tausende die Großveranstaltung „Rhein in Flammen“
Ein unvergesslicher Abend am Rhein
Linz-Unkel. Beste Laune herrschte bei den Organisatoren der Großveranstaltung „Rhein in Flammen“. Nachdem diese im Vorjahr nahezu ins Wasser gefallen war, hatte der Wettergott Wiedergutmachung versprochen. Und so strahlte die kräftige Maisonne von keinem noch so kleinen Wölkchen behelligt vom strahlend blauen Himmel. Um so erstaunlicher, dass die Bundesstraße entlang des Flusses zwischen Unkel und Linz nicht wie in der Vergangenheit üblich schon ab dem frühen Morgen von Wohnmobilen gesäumt war. Ja selbst am späten Nachmittag war von dem sonst gewohnten Kampf um den „Platz an der Sonne“ noch nichts zu merken. Erst am frühen Abend, als erste Lagerfeuerchen unmittelbar am Rheinufer aufflackerten, kam Campingplatzstimmung auf. Da waren dann auch die Stellplätze an der Erpeler Natorampe und andere Parkmöglichkeiten an der B42 belegt.
Um die Versorgung der zahlreichen Gäste auf der langen Rheinwiese im Norden des Linzer Fähranlegers kümmerte sich mit Unterstützung von Spielern des VfB Linz die Crew vom „Linzer Brauhaus“. Da aber nur ein Grillstand und ein Getränkepavillon dafür vorgesehen waren, bildeten sich ab dem späten Nachmittag an den Frittenbuden in unmittelbarer Nähe immer längere Schlangen und auch die Gastronomie auf dem Burgplatz sowie entlang der Rheinstraße konnte sich über mangelnde Resonanz nicht beklagen.
Alle Hände voll zu tun hatten da bereits die Kasbacher Feuerwehrleute um Wehrführer Bertold Bäcker. Wie in den Vorjahren hatten sie ihre Mitbürger zum Grillfest an die Salzhalle eingeladen. „Wir sind bestens gerüstet und haben neben den Angeboten unseres Imbisswagens auch noch eine leckere Gulaschsuppe für unsere Gäste gekocht“, verriet der stellvertretenden Wehrführer Andreas Jeresberger.
Auch auf der Erpeler Rheinwiese herrschte reges Treiben. „Nachdem auch wir im Vorjahr unter den bitterkalten Temperaturen und dem Regen schwer zu leiden hatten, sind heute die Wetterbedingungen ideal für unser traditionelles Grillfest“, strahlte der Vorsitzende des Bürgervereins, Martin Schäfer, gegen 19 Uhr mit der Sonne um die Wette. I
Ungewohntem Hochbetrieb, wenn auch nur auf die Großveranstaltung bezogen, sah man sich auch in Unkel rund um die Mariensäule gegenüber.
Hatte der CDU-Stadtverband um Knut von Wülfing im Vorjahr noch Trost-Streicheleinheiten benötigt, da es ihm nicht gelungen war, mit seinen Waffeln und Erdbeeren Besucher anzulocken, so sah er sich dieses Mal erfreulich vielen Gästen gegenüber, die sich den Start der Unkeler Rhein-in-Flammen-Feier nicht entgegen lassen wollten. Ungestört, also ohne Stände eines Nachtflohmarktes konnte man die herrliche Rheinpromenade Richtung Norden entlang flanieren, wo das „Café Treibgut“ erstmals seine Torte geöffnet hatte. Bis dorthin war das Bläserkorps der Karnevalisten um Alexander Mäurer gut zu hören, dessen Mitglied Bernd Lorscheid als gebürtiger Buchholzer hingebungsvoll den schönen Westerwald besang, als gerade die „Loreley“ das Paxheim passierte.
Da hatten sich die übrigen geflaggten und illuminierten Fahrgastschiffe auf dem Rhein längst vor Dattenberg in Position gebracht für ihrer 26 Kilometer lange Flussfahrt nach Bonn. Und diesen Konvoi wollten sich auch die Linzbesucher nicht entgehen lassen, die bis dahin die südländische Atmosphäre in der Altstadt genossen hatten.
Dicht an dicht drängten sie sich nun am Donau-Ufer wie auf der Rheinwiese und grüßten die ab 21.45 Uhr vorbeiziehende Flotte. Über dieser tauchte das Höhenfeuerwerk, erstmals ohne musikalische Untermalung, mit langgliedrige Silberspinnen, violetten Palmen und rote Chrysanthemen den Nachthimmel, von dem Goldregen hernieder prasselte, in glitzernde Farben, während die obligatorischen Bengalfackeln vor allem Pulverturm und Burg in gespenstig-flackerndem Rot erglühen ließen.
Diese Farbe wies den Schiffen entlang des Ufers den Weg Richtung Erpel, wo sie die durch bläuliche Laserstrahlen „rekonstruierte“ Ludendorffbrücke passierten.
Ein weiteres Lichtspiel erwartete ihre Passagiere dann in Unkel. Lichtkünstler Petermichael Metzler hatte markante Gebäude an der Rheinpromenade wie den Pulverturm, Sankt Pantaleon, das Paxheim oder das Freiligrathhaus bis hin zum Fronhof im Norden mit seinem Projekt „Rheinlicht - Unkel bei Licht betrachtet“ farbig vom warmen Orangerot bis zum kühlen Blauviolett in Szene gesetzt.
Dabei symbolisierten Blau und Rot nicht nur die für „Rhein in Flammen“ so tragenden Symbole von Feuer und Wasser, es sind auch die Farben der Stadt, wie die extrem zahlreichen Besucher an den Uniformen des Bläserkorps erkennen konnten. Mit einem letzten „Glück auf“ grüßten die Musiker die vorbeiziehenden Schiffe, bis auch das Rheintal in Unkel von einem Höhenfeuerwerk in glitzernde Farben getaucht wurde.
Voll besetzt waren die Tische beim Grillfest des Erpeler Bürgervereins
