Jahreshauptversammlung der Entwicklungsagentur „Kulturstadt Unkel am Rhein“
Erfolgreiche Arbeit wird fortgesetzt
Rex Stephenson wurde erneut zum Vorsitzenden gewählt - Projekt „Löwenburg“ scheint in Bewegung zu kommen
Unkel. Rex Stephenson ist der alten und neue Vorsitzende der Entwicklungsagentur (EA) „Kulturstadt Unkel am Rhein“. Auf der jüngsten Jahreshauptversammlung wurde er einstimmig in seinem Amt bestätigt. „Es ist mir ein Herzensanliegen, dass der Mann, der bislang so engagiert vorneweg gegangen ist, seine erfolgreiche Arbeit fortsetzen kann“, hatte Stadtbürgermeister Gerhard Hausen im Ratssaal erfolgreich für eine Wiederwahl geworben. Diesem Wunsch des Wahlleiters beugte sich auch Stephenson, der vor eineinhalb Jahren angetreten war, um der EA einen erfolgreichen Start zu sichern.
Der Vorsitzende kann weiter auf seinen Stellvertreter Daniel Schmitz bauen, der ebenso wie Schatzmeister Siegfried Lakeberg und Schriftführer Heinrich Geuther einstimmig wiedergewählt wurde. Neu in dem Gremium ist lediglich Clemens Freiherr von Weichs als Nachfolger von Matthias Wester, der aus beruflichen und zeitlichen Gründen nicht mehr als Beisitzer kandidierte. Außerdem gehören dem Vorstand als geborene Mitglieder die Vorsitzende des Vereins Touristik & Gewerbe Unkel, Ulrike Kessel, sowie Gerhard Hausen als Stadtbürgermeister an.
Noch bevor Stephenson seinen Jahresbericht vorlegte, widmete er sich einem Thema, das in der Unkeler Gerüchteküche seit einiger Zeit brodelt: „Um allen Spekulationen ein Ende zu machen, die das Projekt ‚Löwenburg’ gefährden könnten: Die Vermarktung dieses Gebäudes an exponierter Stelle in der Innenstadt ist zwar noch nicht in trockenen Tüchern, aber der Bad Honnefer Vermittler von Wohngrundstücken und -gebäuden Stephan Martini, zu dem Werner Euskirchen den Kontakt hergestellt hat, hat noch keine unüberwindbaren Hindernisse gefunden.“
Skepsis bei den Mitgliedern
So richtig glauben wollte niemand im Ratssaal, dass zwei Privatinvestoren gefunden wurden, die nicht wieder abspringen. Seit 13 Jahren steht der ehemals so repräsentative gastronomische Betrieb am Oberen Markt an der Ecke Frankfurter/Freiligrathstraße leer und ist seitdem zum Schandfleck verfallen. Immer wieder hatten sich potenzielle Interessenten für das rund 2130 Quadratmeter große Gelände gemeldet, um sich jedoch angesichts der Forderungen des Besitzers Klaus Horstmann zurückzuziehen.
„Die Investoren aus Nordrhein-Westfalen, deren Engagement normalerweise an der Landesgrenze endet, haben das von uns aufgezeigte Entwicklungspotenzial erkannt. Sie planen, nach dem Abriss der ‚Löwenburg’ dort ein Facharzt-Zentrum aufzubauen“, so Stephan Martini. Angesiedelt werden sollen ein Orthopäde, ein Zahnarzt sowie ein Arzt aus dem internistischen Bereich. „Oben unter dem Dach sollen zudem hochwertige Penthousewohnungen entstehen. Einbezogen in diese Mischnutzung wird auch das rund 1000 Quadratmeter große Gelände an der Straße ‚Am Graben“, führte der Planer aus. Das Projekt sehe zudem eine Kooperation mit dem benachbarten Projekt der Geschwister Agnes Justen-Horsten und Heinz Justen vor, das im Obergeschoss des ehemaligen Café Knäpper ebenfalls eine Arztpraxis vorsehe, sodass sich hier durchaus Schnittmengen ergäben, ergänzte Martini.
Innenstadt als „Rohdiamant“
Um den Standort mit überregionalen Akteuren „bespielen“ zu können, müsse man diese auf die Vorzüge der Unkeler Innenstadt aufmerksam machen. „Das ist ein Diamant, den es zu schleifen gilt“, schwärmte der Planer.
„Das ist eine große Nummer für Unkel, allerdings ist heute noch nicht die Zeit für Euphorie“, warnte Stephenson. Schließlich könne man nie wissen, was noch alles komme. „Man soll die Küken erst zählen, wenn sie geschlüpft sind“, bemühte er ein englisches Sprichwort. Auch Gerhard Hausen gab sich auf Anfrage von „Blick aktuell“ zurückhaltend. „Natürlich wäre es ein toller Erfolg, wenn nach dem Bahnhof und dem ehemaligen Café Knäpper am Oberen Markt auch hier im Zentrum ein Leerstand beseitigt werden könnte. Freuen werde ich mich aber erst, wenn alles in trockenen Tüchern ist“, erklärte er.
Planer Martini ist optimistisch
So pessimistisch sieht Stephan Martini die Lage nicht: „Wir haben mit Klaus Horstmann, zu dem wir einen guten Zugang gefunden haben, vertragliche Vereinbarungen geschlossen, die bis Ende dieses Jahres laufen. Außerdem konnten wir uns über preisliche Vorstellungen verständigen, sodass wir hier keine Abweichungen mehr erwarten.“ In der dritten Novemberwoche stünden bereits Gespräche mit Fachärzten an, und auch die Pläne des Bonner Architekten Wilfried Pilhatsch seien schon weit fortgeschritten. Vielleicht könne er die sogar schon dem Stadtrat in der Dezembersitzung vorstellen, um zu zeigen, wie Barrierefreiheit auf dem topografisch schwierigen Gelände erreicht wird. Klar ist für Martini: „Der Willy-Brandt-Platz ist idealtypisch geeignet, mit diesem Fachärztehaus-Konzept andere gewerbliche Einheiten zu generieren, sodass wir mit diesem urbanen Konzept eine absolute Veredelung der Innenstadt schaffen, einem bedeutenden Standort mit kultureller und historischer Verdichtung!“
