Nach über zwei Jahrzehnten übergab Ursula Höfer den Dirigentenstab an ihren Nachfolger
Erhard Schwartz ist neuer Leiter des Linzer Trinitatis-Posaunenchors
Linz. „Heute geht eine Ära zu Ende. Das aber bedeutet nicht das Ende unseres Posaunenchors, auf den wir sehr stolz sind. Nach über 20 Jahren übergibt Ursula Höfer den Dirigentenstab an den neuen Leiter, den Bonner Berufsmusiker Erhard Schwartz, sodass der Posaunenchor lebendiger Bestandteil unseres Gemeindelebens bleibt!“ Mit diesen Worten begann der Linzer Pfarrer Christoph Schwaegermann den Sonntag „Lätare“. Eingeleitet hatte diesen der Posaunenchor der Trinitatis-Kirchengemeinde von der Empore aus mit „Jesu bleibet meine Freude“ von Johann Sebastian Bach, noch unter Leitung von Ursula Höfer, die „ihre“ Bläser anschließend vor den Altar führte. „Mitten in der Passionszeit einen Gottesdienst mit dem Namen ’Lätare‘, also ’Freue dich‘, zu feiern, und das dann auch noch mit so viel Musik, scheint auf den ersten Blick etwas eigenartig“, erklärte der Pfarrer.
Ein Mosaikstein gelebten Glaubens
„1983 waren unsere Söhnen mit zehn und zwölf Jahren alt genug, Posaune spielen zu lernen“, erinnerte Ursula Höfer, für die Kirchenmusik ein Mosaikstein gelebten Glaubens ist. Werner Benz, ein langjähriger Freund der Familie, sei damals mit seinem Posaunenchor aus Bielefeld nach Linz gekommen, um einen Gottesdienst musikalisch mitzugestalten. „Im Anschluss hat er dann die erste Chorprobe abgehalten und da war für mich ganz klar: Nächsten Mittwoch geht es los!“, erinnerte Ursula Höfer. Da hieß es, erstmals selber Posaunespielen zu lernen. Mit Leihinstrumenten, die der damalige Landesposaunenwart dem „neuen“ Chor zur Verfügung stellte, machten sich die Linzer, allen voran Ursula Höfer, an die Arbeit. Dabei entlastete die spätere Chorleiterin schon früh ihre ersten Vorgänger, indem sie sich der Ausbildung der jeweiligen Neulinge widmete.
Vor gut 20 Jahren stellte sich Ursula Höfer dann selber ans Dirigentenpult, im Jahr 2000 absolvierte sie die C-Prüfung für Kirchenmusiker.
Damit aber war es nicht getan, galt es doch auch, neben den vom guten Willen Getriebenen die „Einmal üben muss reichen“-Musiker bei der Stange zu halten. Sie allen fanden Ansporn und Unterstützung bei ihrer Leiterin.
Wechsel am Dirigentenpult
Vor der Lesung aus dem 2. Brief an die Korinther verließ Ursula Höfer ihren langjährigen Platz am Dirigentenpult und überließ diesen Erhard Schwartz. Ihrem Posaunenchor, der für sie immer mehr als nur eine musizierende Gemeinschaft war, bleibt sie als Bläserin treu. „20 Jahre sind eine lange Zeit und so stand fest, dass ich dieses Jahr die Leitung in andere Hände übergeben werde“, erinnerte Ursula Höfer.
Um den Fortbestand des Linzer Posaunenchors zu sichern, wurde bei dem Beuler Instrumentenbauer des Chors ein entsprechender Aushang gemacht. Mit Erfolg: Der 37-jährige Berufsmusiker Erhard Schwartz, der das Diplom im Hauptfach Tuba der Fachabteilung „Blasinstrumente/Schlagzeug“ an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin besitzt, bekundete Interesse, die Nachfolge der Linzer anzutreten. „Inzwischen hat Erhard Schwartz, der Dozent an der Musikschule Bonn ist, schon mit viel Enthusiasmus erste Chorproben bei uns geleitet“, freute sich Ursula Höfer, die im Anschluss an den Gottesdienst im Gemeindehaus, dem „Katharinenhof“, in einer kleinen Feierstunde als Chorleiterin verabschiedet wurde.
