Allgemeine Berichte | 20.01.2016, 12:54 Uhr

Jubiläums- Prunksitzung der Dattenberger KG zum 80-jährigen Bestehen fand statt

„Et knackt he, et knackt do, oos KG weed 80 Johr“

Nach den Mini Rööpe eroberten die „Tanzmäuse“ die Herzen der Dattenberger Jecken.  DL
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Dattenberg. Als symptomatisch für den derzeitigen Zustand der Dattenberger KG hatte der Vorsitzende Patrick Wehrmeijer das diesjährige Motto des rööpeländischen Karnevals „Et knackt he, et knackt do, oos KG weed 80 Johr“ beim Sessionsstart bezeichnet. Davon, dass es an allen Ecken und Kanten knacken würde, war aber am Freitagsabend im Daddenbercher Gürzenich bei der Jubiläums-Prunksitzung nun wirklich absolut nichts zu merken. Bis auf den letzten Platz mit bunt kostümierten Narren besetzt war der Bürgersaal, in dem Sitzungspräsident Heinz Peter Schneider neben dem Hausherrn, Bürgermeister Dieter Runkel, und Pfarrer Patrick Ringhausen auch zahlreiche Ehrensenatoren, darunter die Direktorin der Landeszentrale für Medien und Kommunikation, Renate Pepper, begrüßen konnte.

Der Fanfarenzug „Schwarz-Gelb“ unter Leitung von Wolfgang Klockner hatte den Präsidenten samt Elferrat zusammen mit den Dattenberger Garden zuvor in das Rööpe-Gürzenich geführt. In dem schenkten die Musikanten zunächst „eisgekühlte Coca Cola“ aus, wünschten sich, nur ein einzig Mal ein fescher Prinz im Karneval zu sein, um dann die Bühne fluchtartig zu verlassen, obwohl doch nicht in Dattenberg, sondern vor Madagaskar die Pest an Bord war. So aber machten die Fanfaren den „Mini Rööpe“ Platz, die zum Y.M.C.A-Song der Band „Village People“ als Nachwuchs-Cops, einzogen. „Dat is jeil“ hier, fanden die von Daniela Kamper trainierten Tänzer. Mit „Brings“, stimmte freudig das „Halleluja“ der Band an, um dann die faszinierte Narrenschar mit den „Höhnern“ aufzufordern: „Steh auf, mach laut!“ Zwar nicht die ganze Welt, wohl aber das Publikum der Jubiläums-KG lag ihnen zu Füßen. Einen solchen Erfolg feierten nicht nur die niedlichen Minis um die erst vierjährige Joyceline. Auch die von Britta Huhn und Anja Birrenbach trainierten „Tanzmäuse“ der KG faszinierten mit waghalsigen Hebefiguren die Jecken im Saal, denen sie mit „Quer Beat“ versicherten: „Nie mehr Fastelovend - ohne dich!“.

Dann war die Zeit von „Protokollarius“ Willi Simons gekommen. „Der Mondaaach zeht mich in d’r Bann, isch will d’r Mondaach widder hann!“, trauerte er zunächst dem vierten Erntedank-Festtag beim Winzerfest nach. Das war zwar „widder topp, doch de Sehnsucht noom Mondaach jeht mir nit usem Kopp!“ klagte er, um sich dann der Gestaltung des Ortseingangs zu widmen. Wenn der Antonius-Brunnen erst einmal fertig sei, würden dort wahrscheinlich Romantikszenen der „Rööpe-Saga“ gedreht im Stil von Rosamunde Pilcher. Nicht nur das beim traditionellen Altentag das Essen kalt serviert worden sei, monierte der strenge Protokollarius, das Gemeindecafé des Ortes müsse noch um Gäste werben. Und er wusste auch den Grund: „Die 65-er Rööpe sin ja kühle Denker, beim Besuch wähnen se sich at auf’m Wäch zum Henker“, so Willi Simon, bevor er seine Elferrats-Kollegen als Eisbären auf die Bühne rief, die sich zum Joe Cocker-Hit „You can leave your hat on“ auch ohne Kopfbedeckung selber das Fell über die Ohren zogen, bis rot-weiß-gestreifte Turner-Trikots den zünftigen Strip der „Sexbombs“ Einhalt geboten.

Nach dem Motto: „Wir geben alles für die KG“, begannen die Oberjecken der Rööpe unter der Regie von Peter Langenfeld, dem Präsidenten der Kindersitzung, Alter und Fitness entsprechend Liegestütze zu pumpen, bis sich der Sitzungspräsident höchstpersönlich, frenetisch angespornt von der Narrenschar, mit einem letzten verzweifelten Versuch zur 80 hoch quälte. Ohne Zugabe durften sich die staatsen Kääls nicht wieder hinter ihrem Elferratstisch verkriechen und so war vorauszusehen, dass alle am Samstag „Rücken“ haben würden und Spezialmassagen vorprogrammiert waren.

Dann aber konnte die Führungsriege der KG wieder regenerieren, zog doch das Kürassierregiment aus Vettelschoß mit Kommandant Udo Schmidt ein. Wenn de Rööpe fiere, dann sin de Franzuse vun d’r Hüh schon seit Jahren dabei mit ihrem Musikzug sowie der Jugend- und der Männertanzgruppe um Mariechen Julia Macht.

Das tanzte dann auch gleich „Polka, Polka, Polka“ nicht nur mim Pitter un der Olga und verriet den Narren, dass die Nacht nicht zum Schlafen da ist.

„Mit Euch ist das alle Jahre wieder ne super, super Sache, lobte Heinz Peter Schneider die Kürassiere, bevor Udo Schmidt die Jecken zum beliebte „La-La-La“-Lied aufforderte und damit die Regie völlig aus der Hand gab. Nicht mehr zu bändigen waren die jecken Rööpe und belegten minutenlang auch ohne jegliche instrumentale Unterstützung, dass man im Rheinland nur zwei kleine Buchstaben braucht, um ausdauernd zu feiern. Weder Dieter Runkel noch der Präsident konnten dem hilflosen Kommandanten helfen, der seine Truppe unter dem anhaltenden „La-La-La“ ausziehen lassen musste.

Ganz ohne Zweifel eine Augenweide war et Tussnellche, allerdings strapazierte die „Herrlichkeit von Erpel“ dafür auch die Lachmuskeln der Jecken. Trotzdem ließen diese Christel Heck nicht ohne Zugabe von der Bühne ziehen, auf der kurz danach der Linzer Prinz Johannes I. zusammen mit seinen Adjutanten und der Vorsitzenden der Großen Linzer KG, Yvonne Adams-van Beek, Hof hielt. Als mächtige Eskorte hatte er das Husarencorps Grün-Weiß mit dem Vorjahres Dreigestirn um Kommandant Nihat Kökce dabei, für den der Besuch im Rööpeland immer wieder ein Heimspiel ist. Zwar war der kleine Prinz schon mächtig heiser, das hielt ihn aber nicht davon ab, raderdoll die Jecken mit seinem Prinzenlied aufzufordern: „Drum lost uns all he fiere, verjesse all die Sorje - Jetz is jecke Zied!“ Dann war der Musikzug mit seinen Landsknechtstrommeln und Fanfaren an der Reihe, bevor das Tanzpaar Nadja Klein und Günni Winnekes sich bescheinigten: „Nie mehr Fastelovend - ohne dich!“ Das aber war noch lange keine Grund für die Männertanzgruppe , die „Neuwerbung“ des Corps bei ihren Hebefiguren hoch oben unter der Decke des Bürgersaals zu „verstecken“ oder sie in schwindelerregende Höhen zu katapultieren, nur weil die Tänzer sicher waren: „Wir sind gemacht, für die rabenschwarze Nacht!“

Auf den Boden der Tatsachen, also auf die Bühne des Bürgersaales zurück, holte dann „Rööpe Underground“ die Jecken als „Huusmeester Kaczmareks“. Alles hatten sie fest em Jriff, alles war paletti dank ihrer Werkzeuchkesste, mit deren Deckel sie wie mit den Türen eines Spindes einen fetzigen Beat hinlegten, dessen dumpfes Scheppern von rhythmisch zusammengeschlagenen Schraubenschlüsseln ergänzt wurde.

Da warteten nicht nur bereits die Eiermänner aus Vettelschoß auf ihren Auftritt. Auch das Funkencorps Blau-Weiß Linz um seinen neuen Kommandanten Markus Zimmermann, der sich vor einige Jahren noch einen Namen als der lachende Strünzer-Prinz gemacht hatte, wartete mit seinem Tanzpaar, Maria Di Prima und Niklas Brockhaus, sowie der schon legendären „BlaWiTro“ um Stefan Klein und Maximilian Henze im Foyer. Ganz zu schweigen von Lieselotte Lotterlappen, die Comedy-Dame“ mit dem Zungenschlag eines Gift und Galle sprühenden Leguans aus der Domstadt, die durch ihren Ex-Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst in ganz Deutschland bekannt geworden ist. Anders als über diesen konnten die Jecken über den Limburger Entertainer Tränen lachen, bevor die Große Garde der Jubiläums-KG einen grandiosen Schlusspunkt unter eine Sitzung setzte, die alle Gedanken an ein mögliches Ende des Fastelovend im Rööpeland als absolut unglaubwürdig zerstreut haben dürfte.

DL

Beim Elferrats-Strip konnte man aber schon hören, dat et he un do at knacke dät.

Beim Elferrats-Strip konnte man aber schon hören, dat et he un do at knacke dät.

Mit gutem Beispiel voran: Mit Liegestützen fit hält sich der Elferrat für die nächsten 80 Jahre der KG.

Mit gutem Beispiel voran: Mit Liegestützen fit hält sich der Elferrat für die nächsten 80 Jahre der KG.

Nach den Mini Rööpe eroberten die „Tanzmäuse“ die Herzen der Dattenberger Jecken. Fotos: DL

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