Unkeler Grundschule „Am Sonnenberg“ lud zur Theateraufführung ein
„Felicitas Kunterbunt“ und die Kuscheltiere gingen auf Weltreise
Ergebnis der vorangegangenen Musical-Projektwoche begeisterte die Zuschauer in der großen Turnhalle
Unkel. Bis auf den letzten Platz besetzt war die städtische Turnhalle von Unkel am Samstagvormittag. Eingeladen hatte die Grundschule „Am Sonnenberg“, um Eltern und allen Interessierten das Ergebnis der Projektwoche vorzustellen, in deren Mittelpunkt das Musical „Felicitas Kunterbunt“ gestanden hatte.
„Unsere Schauspieler haben bereits seit Weihnachten intensiv ihre Rollen eingeübt“, berichtete Rektorin Regina Winter den Zuschauern, unter diesen auch VG-Chef Karsten Fehr sowie die Bürgermeister Gerhard Hausen und Markus Fischer. Thema des Musicals, bei dem alle 193 Schüler im Einsatz waren, sei die Ausgrenzung Fremder aus Angst und Neid, beschrieb sie kurz den Inhalt des Musicals. Und schon wurden die Zuschauer in das Kinderzimmer der schlafenden Martha entführt, in dem um Mitternacht die Kuscheltiere samt Detektiv Franz Findig aus der großen Spielzeugtruhe klettern. Thema von Fuchs Schlaumi, Bär Bertram und Hamster Helmar war die „Neue“, die sich kunterbunt und mit einer Blechtrommel in ihr Leben geschlichen hatte und die ganze Liebe von Martha genoss. „Wer oder was sie ist und wo kommt sie her“, fragen sich die Kuscheltiere, die Felicitas bei dem Versuch abblitzen lassen, im neuen Heim Freunde zu finden. Antwort nach ihrer Herkunft kann auch Franz Findig nicht. „Wir fragen einfach das Zauberbuch von Rabador, dem ich auch noch den Zauberstab geklaut habe“, schlägt Schlaumi vor. Kaum dass Franz Findig einen Zauberspruch gemurmelt hat, toben auch schon mächtige Gorillas durch den Zuschauerraum auf die Bühne. Der Lärm ruft allerdings auch den Zauberer, gespielt von Güvenc Armitli, auf den Plan, neben Hannes Kuhn als Hass der einzige erwachsene Musical-Darsteller. „Da ihr Felicitas ausschließt, soll auch eure Heimat, die Spielzeugtruhe, für euch mit einem Zauberschloss verschlossen sein. Ohne den richtigen Schlüssel werdet Ihr sie nie wieder öffnen können“, so sein Urteilsspruch. Sofort begeben sich die Kuscheltiere auf die Suche, die trotz der großen Lupe von Franz Findig erfolglos bleibt. Rat weiß nur das Zauberbuch: „Ihr müsst aus jedem Teil der Welt ein Teil finden und zu einem Ganzen fügen.“
Und schon werden die Zuschauer auf eine Weltreise entführt, deren erste Station die Arktis ist. Eisbären bevölkern die Bühne und beklagen dort ihre immer kleiner werdende Welt, während Bär Bertram sich freut, endlich Verwandte gefunden zu haben. Gefunden haben die Kuscheltiere auch das erste Teil für den Schlüssel zum Erfolg. Weitere Teile finden sie beim Känguru in Australien und bei den Indianern in Amerika. Zusammengesetzt ergeben sie eine große Weltkarten, in der nur noch in der Mitte ein weißer, herzförmiger Fleck zu sehen ist, nachdem der weise Drache der Chinesen verraten hat: „Ein offenes Herz ist stärker als jede verschlossene Tür!“
Am Ende war klar: Wenn man sich erst einmal kennt, sind Missgunst und Ablehnung schnell verloren. Das war die Botschaft der 193 kleinen Musical-Stars aus Unkel, die für ihre rundum gelungene Aufführung von den Zuschauern frenetisch gefeiert wurden.
