Politik | 22.04.2014

Bürger gründeten eine neue Partei für Rheinbreitbach und die VG Unkel

„Für mehr Transparenz und Bürgernähe“

Zuversichtlich sehen die drei Spitzenkandidaten dem Wahltag Ende Mai entgegen.DL

Rheinbreitbach. Wenn die Rheinbreitbacher am Sonntag, 25. Mai, an die Wahlurnen gehen, können sie sich nicht nur zwischen den vier bereits im Gemeinderat vertretenen Parteien entscheiden. Mir der unabhängigen Wählergemeinschaft „rheinbreitbach.de“, nicht zu verwechseln mit der FWG, bittet eine fünfte Partei um das Vertrauen. Gewinnen will diese das durch Transparenz. Und das nicht nur in der nördlichsten Kommune der Verbandsgemeinde. „Wir kandidieren auch für den VG-Rat“, erklärte Spitzenkandidat Bernd Seiler-Rehling auf der gut besuchten Informationsveranstaltung im Berghotel Ad Sion. „Wir wollen dafür sorgen, dass der Bürger nicht nur erfährt, was in den Ratssitzungen beschlossen worden ist. Wir wollen ihn schon im Vorfeld auch darüber aufklären, um was es bei den Beratungen eigentlich geht und welche Folgen bestimmte Beschlüsse nach sich ziehen“, erläuterte Bernd Seiler-Rehling den ersten Eckpfeiler des Wahlprogramms von „rheinbreitbach.de“. Entsprechend werde er sich für mehr öffentliche Sitzungen starkmachen. „Laut Gemeindeordnung sollen nicht-öffentliche Sitzungen die Ausnahme sein, wenn die Bürger in Rheinland-Pfalz, anders als im nördlichen Nachbarland, nicht an Ausschusssitzungen teilnehmen dürfen, betonte der Diplom-Volkswirt, der als Vorstandsvorsitzender zusammen mit Andreas Frey und Susanne Ahrends das Spitzentrio auf der Kandidatenliste der noch jungen Partei bildet. Kennengelernt hatten sich die Drei während ihrer Arbeit im Schulelternbeirat, vor allem bei ihrem Bemühen um einen im Grunde auf längere Sicht pädagogisch effektiveren Mensaanbau. „Da hat vor allem Andreas Frey als in der Immobilienentwicklung tätiger Geologe sein ganzes Fachwissen eingebracht. „Das aber hat sich dann bei der Entscheidung im Gemeinderat nicht widergespiegelt, sodass wir das Gefühl hatten, als Bürger überhaupt nicht ernst genommen zu werden“, erinnerte Seiler Rehling. Jammern und sich beschweren helfe jedoch nicht. „Wir wollen uns jetzt einbringen und die Politik aktiv im Sinne der Bürger verbessern“, so der Vorsitzende. Entsprechend möchte sich Andreas Frey dafür starkmachen, dass der Ort vor allem jungen Familien noch schmackhafter wird. „So nah an der Landesgrenze gelegen, macht ihn schon die einzigartige Bildungspolitik in Rheinland-Pfalz zu einem idealen Zuzugsgebiet“, erläuterte der Geologe. Während man in Nordrhein-Westfalen für Kindergartenplatz und Schulbesuch von zwei Kindern rund 48.000 Euro ausgeben müsse, würde das in Rheinland-Pfalz die Haushaltskasse der Familien nichts kosten, führte er seinen Beitrag zum zweiten Eckpfeiler des Wahlprogramms, zur umfassenden Generationenpolitik im Interesse von Jung und Alt. „WS gibt Gemeinden mit erheblich weniger Einwohnern als Rheinbreitbach, die es mit Hilfe unterschiedlichster Projekte geschaffte haben, Geschäfte wieder zu reaktivieren“, so Susanna Ahrend, die sich vorrangig der Verbesserung der Lebensmittelversorgung im Dorf widmen will. Im Interesse vor allem der älteren Dorfbewohner müsse ein solches Konzept möglichst einen Lieferservice beinhalten. „Außerdem liegt mir die Wiederbelebung des Wochenmarktes auf dem Renesseplatz am Herzen, der ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt war“, so die Erzieherin. Der dritte Eckpunkt ihres Wahlprogramms könnte der neuen Partei bereits abhanden gekommen sein. Zwar umschreibt sie ihn mit dem Versprechen „Wir setzen uns ein für Heimat und Natur“, zusammengeführt hat die unabhängigen Parteifreunde vor allem der Kampf gegen den geplanten Windpark am Asberg, dessen Umsetzung angesichts eines brütenden Vogelpaars mitten ihm Gebiet mehr als unwahrscheinlich geworden sein dürfte. „Durch ihn würde diese herrliche Landschaft am romantischen Rhein rund um das Naherholungsgebiet Siebengebirge unwiederbringlich zerstört“, warnte Bernd Seiler-Rehling und gestand ein, dass vor allem dieses Thema dafür verantwortlich gewesen war, dass in kürzester Zeit 170 Stimmen per Unterschrift zusammengekommen waren, mit denen „rheinbreitbach.de“ als neue Partei Rheinbreitbach unterstützt wurde. Die letzte Hürde, die Prüfung der Stimmen durch den Wahlausschuss, sei nur reine Formalität, da schon 80 Stimmen zu einer einer Kandidatur für den VG-Rat reichen würden, lediglich die Hälfte benötige man für die Teilnahme an der Gemeinderatswahl. „Innerhalb kürzester Zeit hatten wir auch eine komplette Liste zusammen“, berichtete der Vorsitzende. Auf dieser stehen neben den drei Spitzenkandidaten Guido Baumgärtner, Alexander Chrenko, Benjamin Eschenfeld, Christian Fischer, Thomas Gardemann, Michael Geutebrück, Marijana Lautenschläger, Margit Mooraj, Detlef Müller, Andreas Nolden, Christoph Pie, Stefan Pokorny, Alexandra Reinert, Thomas Salomonsson, Torsten Schimmer, Lothar Siebert, Torsten Wild und Georg Zakobielski. „Keiner von uns verfügt über Professionalität hinsichtlich der Ratsarbeit. Aber wir werden uns über unsere Kernpunkte hinaus umgehend auch in andere Themenfelder der Kommunalpolitik einarbeiten, um diese im Sinn und im Interesse der Bürger zu verbessern“, versprachen die drei Spitzenkandidaten „rheinbreitbach.de“. So darf sich die Partei inzwischen nicht mehr nennen, ist diese Bezeichnung doch für die Gemeinde reserviert, wie Bürgermeister Karsten Fehr auf der jüngsten Ratssitzung erklärte. E-Mails an die Gemeinde seien aufgrund der irreführenden Bezeichnung nicht bei der Verwaltung, sondern bei der Partei angekommen, die diese dann an ihn weitergeleitet habe, so der Orts-Chef. Die offizielle Bezeichnung der jungen Partei laute nun „Unabhängige Wählergemeinschaft Rheinbreitbach“.

Zuversichtlich sehen die drei Spitzenkandidaten dem Wahltag Ende Mai entgegen.Foto: DL

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