Linzer Stadtrat bewilligt 5000 Euro für die Ausstellung über Linz im Ersten Weltkrieg
Geschichte zum Anfassen
Linz. Andrea Rönz, die Linzer Archivarin, war Gast auf der jüngsten Sitzung des Linzer Stadtrates, um das Konzept der von ihr initiierten Ausstellung „Linz - Eine rheinische Kleinstadt im Ersten Weltkrieg“ vorzustellen. „Hinsichtlich des Jahrestages in 2014 hatte ich Linzer Bürger aufgerufen, private Dokumente aus der Zeit von 1914 - 1918 im Stadtarchiv abzugeben. Und der Rücklauf war so überraschend groß, dass ich Adi Buchwald den Vorschlag gemacht habe, dieses Material mit einer Ausstellung auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, erklärte Andrea Rönz. „Das Linz zudem auserkoren worden ist, als Kleinstadt in das Mainzer Internet-Projekt aufgenommen zu werden, in dem rheinland-pfälzische Städte während des Ersten Weltkriegs behandelt werden, wird unsere Ausstellung, die von Freitag, 10. Mai, bis Samstag, 18. Mai, in der Stadthalle zu sehen sein wird, sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch in Rheinland-Pfalz online bewerben, so dass eine große mediale Verbreitung gewährleistet wäre“, berichtete Stadtbürgermeister Adi Buchwald. Anders als in Frankreich und England würde der Erste Weltkrieg in Deutschland wegen der entsetzlichen Ereignisse des Zweiten Weltkrieges weitgehend verdrängt. In Vergessenheit gerate so, dass der erste globale Krieg, in dem Deutschland im April 1915 als erste Nation Giftgas eingesetzt hatte, weltweit rund 17 Millionen Tote gefordert habe. „Alleine deshalb ist diese Ausstellung über den Ersten Weltkrieg mit dem entsetzlichen Leid etwa während des unsäglichen Stellungskampfes in Frankreich so wichtig“, hob Adi Buchwald hervor. Dieser Krieg habe nicht nur den Fortschritts- und Zukunftsoptimismus der Menschen in Europa unwiederbringlich zerstört, sondern auch das Gesicht der Welt bis in die heutige Zeit geprägt.
Schulen werden miteingebunden
Schon im Vorfeld eingebunden war das Martinus-Gymnasium Linz, das auch mit einem weiteren Projekt an der Ausstellung mitarbeiten wird.
Diese wird aus professionell gestalteten Plakaten mit Fotos und kurzen Texten an Stellwänden sowie aus Exponaten wie Uniformen und Ähnlichem in Vitrinen bestehen. Zusätzlich soll eine kleine Broschüre herausgegeben werden.
Zustimmung bei den Parteien
Unisono zeigten sich die Mandatsträger begeistert von dieser Idee. „Eine solche Ausstellung ist ganz hervorragend. Wie groß das Interesse der Bürger an dem Thema ist, zeigt die enorme Beteiligung der Bevölkerung ja ganz eindrucksvoll“, schwärmte Bruno Hoppen (CDU). Es sei mehr als sinnvoll diese Zeit genau zu beleuchten, in der ja eine Epoche ihr Ende finde und der Schritt zur Demokratie vollzogen worden sei, sagte der Christdemokrat die volle Unterstützung seiner Fraktion zu. „Ein äußerst wichtiges Projekt wider das Vergessen“, stimmte ihm der SPD-Fraktionsvorsitzende Dieter Lehmann zu. Es sei ungemein wichtig zu mahnen, dass so etwas nie wieder passiert, mit Waffengewalt Probleme lösen zu wollen, betonte er. Geschichte zum Anfassen mit vielen Exponaten und persönlichen Geschichten sei bestens geeignet, die Erinnerung wach zu halten. Deshalb, so Monika Finette (Die Linke), sollten neben dem Gymnasium auch die Realschule und die Alice-Salomon-Schule in die Ausstellungsgestaltung einbezogen werden. Ellen Demuth (CDU) dagegen bedauerte einerseits die sehr kurze Dauer der Ausstellung, die sich jedoch aus der Belegung der Stadthalle ergibt. Ihre Anregung, die Exponate und Stellwände anschließend in den Schulen zu zeigen, stieß bei Andrea Rönz auf Zustimmung. Schwieriger dürfte es jedoch sein, auch auf die Folgejahre nach dem Krieg einzugehen, da dieses Thema mit seiner wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Sprengkraft eine eigene Ausstellung verdienen würde. Abschließend bewilligte der Stadtrat einstimmig Haushaltsmittel für die Ausstellung in Höhe von 5.000 Euro.
