Die KG „Me haalen et us“ hatte in die Hans-Dahmen-Halle eingeladen
Großer Wurf nach zwei Jahren Pause
Rheinbreitbach. „Ein Hoch auf das, was vor uns liegt“, intonierten die Rheinbreitbacher Burgbläser am Freitagabend, als der Elferrat der KG „Me haalen et us“ um die Vorsitzenden Rudolf Martin und Thomas Saß zusammen mit dem präsidialen Moderator Patrick Wolf in die Hans-Dahmen-Halle einzog. Nachdem der Verein im Vorjahr noch eine schöpferische Sitzungspause eingelegt hatte, wollte er in dieser Session beweisen, dass die Aufforderung der Musiker berechtigt war angesichts des Programms, das die Siebengebirgsprinzessin aus dem Jubiläumsjahr 2002, Marlene Rother, zusammengestellt und dabei zu über 50 Prozent einheimische Kräfte eingebaut hatte.
„Begrüßt mit mir das Schönste, was der Breitbacher Karneval dieses Jahr zu bieten hat“, forderte Wolf die Narrenschar auf, die mit frenetischem Jubel ihr Kinderprinzenpaar Oli I. „aus dem Hause Saß“ und Jule I. „aus dem Hause Maihöfer“ willkommen hieß, das von der Kleinen und Großen Burggarde eskortiert wurde.
Zunächst war die Große Burggarde an der Reihe, die dieses Jahr ihr Silberjubiläum feiert und der daher auch der Sessionsorden der „Ushaaler“ gewidmet ist. „Tanzen finde ich ganz krass, vor allem mit der Burggarde macht es besonders Spaß!“, hatte Jule I. kurz zuvor über ihr Hobby berichtet. Aber nicht nur sie, auch Prinz Oli und die beiden Pagen reihten sich in die Kleinen Burggarde ein.
Nach diesem Augenschmaus ging es ebenfalls tänzerisch weiter. Nicht mit „alle Mann vorbei“ kam die Feuerwehr, wie die Burgbläser suggerierten.
Lediglich ihr Fitness-Team, also die Männer mit „absolut stahlhart trainierten Körpern“, so Patrick Wolf, schickte der Löschzug auf die Bühne zum Airobic-Training unter Anleitung von Saskia Schmitz.
Kein Wunder, dass die Truppe um Klaus Niederkorn und Andreas Nagel, dem Kinderprinzen von vor 20 Jahren, „Atemlos durch die Nacht“ hechelte, als sie von der Sirene zum zweiten närrischen Einsatz gerufen wurden.
Ein erfreuliches Wiedersehen gab es dann mit dem „Lieben Jung“ des Breitbacher Fastelovends. Georg Frings kam auf die Bühne, der von 1957 an 42 Jahre lang als Präsident dem Verein vorstand und der als Mitglied der „Vier Asse und ein Joker“ weit über die Region hinaus Erfolge gefeiert hatte. Dieses Mal musste er als Wachtmeister eine Vermisstenanzeige aufnehmen, die vom „Schmitze Billa“, alias Burgbläser-Chronistin Sonja Freriks, aufgegeben wurde.
Nach einem Potpourri der Bugbläser empfing die Narrenschar die „Huusmeester vom Bundestag“. Pointiert nahmen Axel Foppen und Frank Fander die große Politik von den Bundeswehr-Problemzonen der Ursula von der Leyen bis zur Maut aufs Korn. Auch aus Bad Honnef, aber vom Berg kamen dann das Siebengebirgs-Prinzenpaar, Josef I. und Aegidia Sandra I. „aus dem Hause Witt“ mit der Ägidienberger KG „Klääv-Botz“.
Getreu seinem Motto „Immer noch jut dropp, dat fiere hält us jung“ sorgte es vor dem Metalltausch mit Oli I. und Jule I. mächtig für Stimmung, die bei dem Kinderprinzenpaar dann jedoch getrübt wurde, musste es sich doch statt mit Orden mit Stickern der Siebengebirgs-Tollitäten zufrieden geben.
Gut, dass dies Lieselotte Lotterlappen nicht mitbekommen hatte. Die „Comedy-Dame“ aus Limburg mit dem Zungenschlag eines Leguans und dem Charme eines Elefanten hätte den weiterziehenden Tollitäten wohl mächtig die Leviten gelesen. So aber zog Joachim Jung als urkomische „Alte“ über Gott und die Welt her, bevor er den Tänzern der Altenrather Sandhasen auf der Bühne Platz machte. Auf der sorgten dann ab Mitternacht die „Köbesse“ für Bombenstimmung.
