Bürgermeister Castenholtz Schule Linz
Grundschüler ernteten „eigene“ Trauben
Dattenberg/Linz.„Ist der lecker! Und den haben wir fast selbst gemacht!“ - begeistert standen die Pinguine, wie die Klasse 4c der Bürgermeister Castenholtz Schule Linz genannt wird, um ihr Ergebnis herum und probierten den schmackhaften Traubensaft. Das Weingut Wagner hatte die Grundschüler zur Weinernte mit Pressen und Verkostung nach Dattenberg eingeladen. Dies wurde direkt mit einem wunderschönen Wandertag verbunden. Natürlich mussten die Weintrauben erst einmal im Sachkundeunterricht durchgenommen werden. Bei bestem Sonnenschein wanderten 23 Kinder mit drei begleitenden Eltern und der Klassenlehrerin Frau Lücking die Berge auf und nieder durch die Verschönerung bis hin nach Dattenberg. „Das war aber anstrengend und jetzt sollen wir noch Weintrauben ernten?“, kam ein erschöpftes Stimmchen von hinten. Doch war die Aufmerksamkeit sofort wieder da, als Ute Wagner anschaulich die ersten Schritte der Ernte erklärte. Mit Eimern, Gartenscheren und einer großen Kiepe liefen die Schüler vom Weingut zu dem Weinberg mit Müller-Thurgau-Trauben. Diese werden aus Marketinggründen auch Rivaner genannt, konnte man geschichtlich dazu lernen.
Das blaue Netz soll nicht nur vor Rehen und Wildschweinen schützen. Auch Bienen und Wespen tun sich gütlich an den süßen Trauben und sollen durch die Farbe Blau abgeschreckt werden. „Ach, dann ziehe ich mich jetzt auch immer blau an“, meinte Frida. Vorsichtig wurde das Netz nach oben gehoben und nun lernten alle, wie man die Trauben gut erntet; dass die braunen oder schlechten Trauben weg müssen und die Rebe dann vorsichtig in den Eimer kommt. Auch sollen nur die reifen Trauben geerntet werden, die anderen sind zu sauer. Das musste natürlich gleich verglichen werden. Schnell war der Eifer groß und es stellte sich die Frage, welche Gruppe den Eimer als Erstes voll haben würde.
Die Eimer wurden dann in die Kiepe geleert, die bald ein recht hohes Gewicht erzielte. Jedes Kind durfte sie einmal aufsetzen, wobei Winzer Martin Wagner darauf achtete, dass keiner nach hinten umfiel.
Zurück am Weingut wurden Kiepe und Eimer in die Weinpresse geleert. Kurz darauf tropfte unten ein hervorragender Saft aus der Presse, von dem jedes Kind ordentlich trinken durfte. Zum Vergleich bekamen sie von Ute Wagner einen bereits einige Tage zuvor gelesenen roten Saft. „Der schmeckt auch gut, aber unserer schmeckt noch viel besser“, lachte Jana-Sophie fröhlich. So konnten die Schüler lernen, wie viel Arbeit hinter einer Flasche Traubensaft steckt.
Allerdings befand man sich ja auf einem Weingut und hatte bisher nur den Saft kennengelernt. Also führte Winzer Martin noch in den Weinkeller hinab, erklärte den Zusatz von Hefe, was Oechsle sind und wie man den Alkohol messen kann. „Das ist richtig schwierig“, war sich die Gruppe einig. Für sie reiche erst einmal der Schritt bis zum gepressten Saft. Gestärkt mit blauen Trauben aus dem Hause Wagner und um das Wissen über einen wichtigen Wirtschaftszweig ihres Rheinlandes reicher lief die Klasse dann munter zurück zur Grundschule. Alle empfangen den tollen Herbsttag mit blauem Himmel, Sonnenschein und Wein als gelungen.
