Politik | 03.11.2013

Hans Georg Faust möchte die Nachfolge Adi Buchwalds antreten

Einstimmig wählten die Linzer Stadtratsmitglieder den Parteilosen zum Ersten Beigeordneten

Stadtbürgermeister Adi Buchwald gratulierte seinem neuen Stellvertreter Hans Georg Faust. DL

Linz. Das Personalkarussell drehte sich auf der jüngsten Sitzung des Linzer Stadtrats. Nicht nur dass der Erpeler Stefan Heck, der Nachfolger von Gerd Schumacher als Büroleiter der Linzer Verwaltung, erstmals an einer Sitzung des kommunalen Gremiums teilnahm.

Bürgermeister Adi Buchwald verpflichtete zudem Hans-Joachim Niedbal, der zuvor bereits als Sachkundiger Bürger Mitglied im Bauausschuss gewesen war, als neues Ratsmitglied. Dieser rückte für den Ende September verstorbenen Günter Wirth nach, dessen die Ratsmitglieder in einer Schweigeminute gedachten.

Abschied von Hundrieser

Abschied nehmen hieß es dann auch von Johannes Hundrieser als Beigeordnetem. Nach den Kommunalwahlen 2009 zum Stellvertreter von Adi Buchwald gewählt, hatte er schon Mitte des Jahres seinen Rücktritt angekündigt. Über Hundriesers Nachfolger Hans Georg Faust sei bereits viel im Vorfeld bekannt geworden, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Christoph Paffhausen.

„Alle Fraktionen des Stadtrats sind sich einig“, stellte er zufrieden fest. Der parteilose Kandidat, der Adi Buchwald im Mai kommenden Jahres als Stadtchef beerben möchte, sei sehr an Kontinuität interessiert und habe zugesagt, an der Sache und an den Inhalten orientiert zu arbeiten.

Eine lange politische Karriere

„Ich wohne erst seit drei Jahren hier in Linz, kenne die Stadt aber durch meine Lebensgefährtin seit 1999“, erklärte der promovierte Mediziner Faust. In Hofheim am Taunus geboren, absolvierte er nach dem Abitur ab 1966 ein Medizinstudium in Frankfurt am Main, 1974 erhielt er die Approbation, der er zwei Jahre später die Promotion folgen ließ.

Nach seinem Wehrdienst als Stabsarzt legte Hans Georg Faust in Limburg an der Lahn bis 1980 seine Facharztausbildung als Anästhesist ab. Daraufhin wechselte er als Leitender Arzt an das Kreiskrankenhaus in Bad Harzburg, das er von 1984 bis 1998 als Ärztlicher Direktor leitete. Dort in Niedersachsen sammelte der Hesse auch ersten Erfahrungen in der Kommunalpolitik, gehörte er doch 13 Jahre lang der CDU-Faktion des Stadtrats an, bevor er 1998 über die Landesliste in den Deutschen Bundesstag einzog, dem er drei Legislaturperioden angehörte, zuletzt von 2005 bis 2009 als stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit. Nach dem Ausscheiden aus dem Bundestag arbeitete Hans Georg Faust als Berater im Gesundheitswesen, von 2011 bis vergangenen Monat war er als politischer Koordinator beim AOK-Bundesverband angestellt.

Der Allgemeinheit etwas geben

„Ich bin 65 Jahre alt und fühle mich absolut fit. Wenn man im Leben so viel Glück gehabt hat wie ich, muss man auch etwas an die Allgemeinheit zurück geben“, so Faust. „Sie haben jetzt die Möglichkeit, mich bis Mai 2014 zu beobachten. Danach können Sie entscheiden, ob ich mich als Erster Beigeordneter bewährt habe und ob Sie meine Kandidatur zum Bürgermeister mittragen und mich den Linzer Bürgern als Stadtchef empfehlen können“, so der neue Beigeordnete, der sich über ein einstimmiges Wahlergebnis freuen konnte und den 20 Mandatsträgern für diesen überwältigenden Vertrauensbeweis dankte. Dieser liegt nicht zuletzt in seinem Antritt als Parteiloser begründet. „Ich verleugne meine politische Herkunft keineswegs, aber angesichts der bestehenden Probleme in der Stadt können wir uns einen Parteienstreit gar nicht erlauben“, so der neue zweite Mann im Rathaus.

„Die Entscheidung nicht mehr zu kandidieren, ist mir nach 25-jähriger Amtszeit wirklich nicht leicht gefallen. Aber angesichts meiner Krankheit, die mich nun schon seit elf Jahren immer wieder einholt, muss ich einfach kürzer treten“, erklärte Adi Buchwald.

Dritter Beigeordneter

Auf diese Krankheit, die jeden Amtsinhaber unerwartet treffen könne, bezog sich auch der Antrag der FWG-Fraktion, einen dritten Beigeordneten zu installieren. „Wenn ein Amtsinhaber krank wird, ein anderer gleichzeitig beruflich stark eingebunden ist, bleibt die ganze Verantwortung an einer Person haften“, begründete der Faktionsvorsitzende Michael Schneider die personelle Aufstockung. Deren Notwendigkeit widersprach Adi Buchwald nicht, verwies auf den einstimmigen Beschluss des Hauptausschusses. „Nach eingehender Vorberatung haben wir uns darauf verständigt, dem neuen Stadtrat nach der nächsten Kommunalwahl eben diese Empfehlung mit auf den Weg zu geben“, erklärte er am Ende der öffentlichen Sitzung.

Stadtbürgermeister Adi Buchwald gratulierte seinem neuen Stellvertreter Hans Georg Faust. Foto: DL

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