Nicht nur die Rheinbreitbacher Christdemokraten trauern um Bernd Hamacher
Heimatverein verliert seinen Ehrenvorsitzenden
Rheinbreitbach. Mit Bestürzung und großer Trauer haben die Rheinbreitbacher den Tod eines besonders verdienten Mitbürgers zur Kenntnis genommen. Mitte voriger Woche ist Bernd Hamacher der im Alter von 77 Jahren gestorben. Die Christdemokraten wie auch der Heimatverein, der Hamacher nach Franz-Josef Federhen zu seinem zweiten Ehrenvorsitzenden ernannt hatte, würdigten den Verstorbenen als besonders tatkräftigen und engagierten Mitbürger. Seit 1970 hat Hamacher mit seiner Frau Maria, beide gebürtigen Aachener, in Rheinbreitbach gelebt. Für beide war von Beginn an klar, dass sie in dem Ort Rheinbreitbach nicht nur wohnen, sondern dass sie sich in ihrer neuen Heimat auch engagieren wollen. So wurden sie 1972 aktive Mitglieder im CDU-Ortsverband, den Maria Hamacher viele Jahre als Vorsitzende leitete. Außerdem gehörte sie von Mitte 1979 bis Mitte November 1995 der CDU-Gemeinderatsfraktion an, während Bernd Hamacher für den Verbandsgemeinderat kandidierte, dem er von Juni 1994 bis Juni 2009 als stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion angehört hatte. Über Jahre hinweg war zudem die Heimatzeitung „Koppel-Rundschau“, die vom CDU-Ortsverband herausgegeben wird, sein Steckenpferd. Nicht nur dass er deren Gründung initiiert hatte, Bernd Hamacher war auch 18 Jahren lang ihr Organisator und Chefredakteur. Neben diesem politischen Engagement war das Ehepaar auch im Tennisclub Unkel in den 70er und 80er Jahren aktiv, dessen Geschicke Bernd Hamacher zehn Jahren lang als Vorsitzender maßgeblich mitbestimmte. So wurde unter seiner Regie etwa die ehemalige Tennisanlage „An Hohen Weg“ erstellt. Sein ganzes Herz aber gehörte der Geschichte seiner neuen Heimat und so trat er dem Rheinbreitbacher Heimatverein 1983 bei. Der Diplomingenieur war von seinem neuen Betätigungsfeld so fasziniert, dass er sogar ein Geschichtsstudium mit Schwerpunkt „Rheinische Landeskunde“ in Bonn absolviert, das er 1997 als Magister abschloss. Da war er bereits drei Jahre lang Archivar des Vereins, dessen Vorsitz er 2004 von Franz-Josef Federhen übernahm. Ihm ist es zu verdanken, dass sich das Museum für Alltagsgeschichte in der Hauptstraße 29 zu einem wahren Schmuckkästchen gemausert hat. Mit den Jahren hatte Bernd Hamacher ein Konzept für den Aufbau des Museums für Rheinbreitbach Alltagsgeschichte entwickelt, das in einem Fachwerk-Winzerhof mit großem Gewölbe-Weinkeller untergebracht war. Konnten Exponate ab 1997 zunächst nur in zwei Räume präsentiert werden, so stehen diesen inzwischen zahlreichen Themen-Zimmern sowie die restaurierten Wirtschaftsgebäude entlang des neu gestalteten Innenhofs samt Bauergarten und Mini-Weinberg zur Verfügung. So entstand im Laufe der Zeit ein attraktives und beliebtes Ausflugsziel für Jung und Alt, für das Bernd Hamacher oft tief in die eigene Tasche gegriffen hat, ohne dies jemals an die große Glocke zu hängen. „Maria und Bernd Hamacher sind ein ideales Tandem, bei dem sich der Kopf und Ideengeber, Bernd, mit dem organisatorischen Talent von Maria wunderbar ergänzt“, hatte Alfons Mußhoff die beiden als Laudator charakterisiert, als ihnen von Alt-Ministerpräsidenten Bernhard Vogel der Ehrenamtspreis 2010 des CDU-Gemeindeverbands verliehen wurde. Unvergessen sind die jährlichen Museumsfeste, die bis zu 800 Gäste anzogen. Auch die Heimathefte zu markanten Themen der Kulturgeschichte und der historischen Forschung zeugen von Bernd Hamachers Engagement.
Hinzu kam unter seiner Ägide ein abwechslungsreiches und stets gut besuchtes Veranstaltungsprogramm des Vereins. Erst im März dieses Jahres hatte Bernd Hamacher nach fast 20 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit für den Verein sein Amt aufgegeben. „Mit ihm verliert der Heimatverein einen tatkräftigen und verdienstvollen Menschen, dessen kluger Rat und trockener Humor uns fehlen werden“, so der 2. Vorsitzende, Neunkirchen über den Ehrenvorsitzenden, der im Februar des Vorjahres mit der Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet worden war.
