Allgemeine Berichte | 14.02.2013

Hoffen auf weitere 25 Jahre „pif Blau-Wiess - paf Mi Careme!“

Das Orga-Team des Funkencorps Blau-Wies lud zum Silber-Freundschaftsjubiläum von Linz Pornic ein

Zusammen mit den Männern der ersten Stunde, Norbert I. und Ex-Roi Dany sowie Wolli Klein und Yves Vallée, präsentierten die beiden Stadtchefs Roi Fernand. DL

Linz. Angekommen waren die 74 Bretonen aus Pornic, darunter alleine 60 Mitglieder des Comié de Mi Careme, bereits am Donnerstagnachmittag. Ein erster Höhepunkt vor dem traditionellen Rathaussturm am Sonntagmittag und dem Rosenmontagszug war dieses Jahr aber schon am Freitagabend.

Festakt

Da wurde im Bürgerhaus von Kasbach-Ohlenberg der Geburtstag „25 Jahre Karnevalistische Freundschaft Linz- Pornic“ mit einem Festakt gefeiert, zu dem der Motor dieser innige amitié, der Ehrenkommandant des Funkencorps Blau-Wiess, Wolli Klein, zusammen mit seinem Kollegen, Ehrenkommandant Rudolf Honnef, und den Blau-Wiessen Thomas Balasus sowie Hans Majewski vom Orga-Team, gut 200 Gäste begrüßen konnte. Sein erster Willkommensgruß galt natürlich Bürgermeister Philippe Boennec mit Stadträtin Christiane van Goethem sowie dem Präsident der französischen Karnevalisten vom Mi Careme, Yves Vallée. Natürlich vergaß er auch nicht den amtierenden Roi Fernand I. mit den Dauphines, Ophelie und Marina samt der Marrainne Marcelle. Neben dem Hausherrn, Ortsbürgermeister Dieter Sander, der als Beigeordneter auch den erkrankten VG-Chef Hans-Günter Fischer vertrat, begrüßte Wolli Klein auf Linzer Seite Stadtbürgermeister Adi Buchwald, Ehrensenator von Blau-Wiess, samt Stadtmanager Thomas Herschbach, das Weinfest-Dreigestirn, Weinkönigin Carolin Berg mit ihren Weinprinzessinnen Vanessa Scherer und Wibke Burkard, den Kommandanten der Blau-Wiessen, Bernd Rechmann, Vertreter der Linzer Corps sowie die Freunde von der Ehrengarde Sankt-Augustin Hangelar. „Etwas später erwarten wir auch noch unseren KG-Präsidenten, Alfons Daub, und natürlich wird uns auch Kurfürst Prinz Kerky I. besuchen“, so Wolli Klein, bevor er sich der Geschichte der langjährigen Freundschaft widmete.

Freundschaftliche Verbindung

„Was vor genau 25 Jahren mit einem Besuch des damaligen Linzer Prinzen Norbert I. (Klein) in Pornic begann, hat sich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte zu einem festen Bestandteil der freundschaftlichen Verbindung zwischen den Partnerstädten Linz am Rhein und Pornic in Frankreich entwickelt“, konstatierte er nicht ohne Stolz. Er sei seinem Freund Norbert Klein unheimlich dankbar, dass dieser ihn und Jürgen Strohe als seine Adjutanten 1988 zum Sommerkarneval an die Atlantikküste mitgenommen habe.

Wie viele andere Linzer auch habe er dort echte Freunde gefunden, mit denen ihn unheimlich viel verbinde. „Wir teilen so viele gemeinsame Erlebnisse, weil wir im Sinne des von Konrad Adenauer und General Charles de Gaulle 1963 unterzeichneten Deutsch-Französischen Freundschaftsvertrags zu einer deutsch-französischen Familien zusammengewachsen sind“, schwärmte er.

Karneval im Sommer

Vater der Beziehung war sein Namensvetter, der den damaligen Linzer Bürgermeister Theo Lück zur Unterzeichnung der Städtepartnerschaft im Juni an den Atlantik begleitet hatte, nachdem die Urkunde bereits am 10. Oktober 1987 in Linz unterschrieben worden war. Eingefädelt hatte die Partnerschaft Elfriede Médard, eine gebürtigen Linzerin, im Auftrag des Pornicer Bürgermeisters Gilbert Pollono bereits zwei Jahre zuvor.

„Dass die Pornicer auch Karneval feiern, wenn auch im Sommer, wussten wir damals natürlich nicht. Theo Lück hat mich als Stadtverordneten mitgenommen und gemeint, da bei der Feier der Vertragsunterzeichnung bestimmt viel Folklore von der Bretonen geboten werde, sollte ich als amtierender Prinz Norbert von Provinzialien zusammen mit Weinkönig Martina I. als Linzer Pendant mitfahren“, erinnerte Norbert Klein. Er habe zwar nicht sein Prinzenornat, wohl aber seinen Sessionsorden getragen, der nach den Farben der Stadt und seines Corps in den Farben der „Tricolore“ bleu, blanc, rouge gehalten war.

Das habe ihm einen Empfang im Casino von Pornic eingebracht, wo ihn Verkehrsdirektor Dieter Hau als Chauffeur im offenen 300-er SL vorfahren ließ. „Da hat man mich dann offiziell zum Besuch von Roi Dany I. (Pastemps) im August eingeladen“, erinnerte der Jubiläumsprinz von 1988, der seit Jahren etliche Wochen in seiner Wahlheimat am Atlantik verbringt.

Regelmäßiger Austausch

Da beide Seiten von der Idee begeistert waren, einen regelmäßigen Austausch zwischen den Karnevals-Vereinen zu organisieren, heißt es nun schon seit 25 Jahren dem Schlachtruf von Mi Careme folgend „Linz pif! Pornic paf! Linz-Pornic - Pif-paf!“ vor allem bei den Proklamationen der Strünzer-Tollitäten sowie beim Rosenmontagszug. „Wer hätte damals gedacht, dass dieses karnevalistische Abenteuer trotz der Entfernung von knapp 1.000 Kilometern so lange hält“, freute sich Yves Vallée, der seit 1987 dem Comité de Mi Careme als Präsident vorsteht. Zu verdanken hat er dies einem imaginären Nachfahren vom Miraculix.

Allerdings hatte dieser Druide keinen Krafttrunk in dem Kessel gebraut, in den der kleine Yves nach eigenem Bekunden „gefallen“ war. Hauptbestandteil dieses Zaubertranks muss die radix carnevalensis gewesen sein, die Yves Vallée immer noch fest im Griff hat. „Ich will Sie nicht lange mit meinen vielen Erinnerungen vom Feiern abhalten, habe aber vor, diese in einem Buch festzuhalten. Vielleicht kann ich ja meinen Freund Wolli als Co-Autor gewinnen“, so der Mi-Careme-Präsident, der zusammen mit seinem Linzer Freund hoffte, dass Strünzer wie Pornicer noch lange von dem Karnevalsvirus infiziert bleiben. Zu besonders innigen Beziehung hat er längst geführt. So war bereits vor rund zehn Jahren Natalie aus Pornic dem Stadtsoldaten Markus Paffhausen nach Linz gefolgt, während die 26-jährige Anne-Laure Lusseau zusammen mit Töchterchen Layla im Herbst vorigen Jahres den Sprung über den Rhein zu dem Blau-Wiesen Martin Hoppen wagte.

Liebesbeziehungen

„Abgesehen von diesen Liebesbeziehungen haben sich die anfänglichen Berührungsängste und Verständigungsprobleme längst in richtige Freundschaften gewandelt, so dass man sich gegenseitig zu Familienfeiern einlädt oder seinen Urlaub gemeinsam verbringt“, so Norbert Klein. Hotels müssen für die närrischen Gäste deshalb kaum buchen.

„Auf beiden Seiten haben sich im Laufe der Jahre zahlreiche Gastfamilien gefunden, die mit großer Freude Heim und Bett zur Verfügung stellen und die mit ihrer Gastfreundschaft die Beziehung intensiv mit Leben füllen“, freute sich Wolli Klein. Daran dürfte auch nichts ändern, dass er die Verantwortung für die jecke Freundschaft ab sofort schrittweise in die Hände von Thomas Balasus übergibt.

Ehre und Pflicht

Der Vorsitz in dem neu gegründeten Komitee „Freundeskreis zur Pflege der karnevalistischen Freundschaft Linz-Pornic“ ist für seinen Nachfolger Ehre und Verpflichtung zugleich.

„Als sichtbares Zeichen der Verbundenheit zwischen den Karnevalisten wurde anlässlich des Jubiläums ein Orden entworfen“,. so Wolli Klein, bevor er das Büfett für eröffnete.

Denn Stärkung war schon notwendig, wurden nach dem Essen doch noch die Kasbacher Prinzengarde, die Linzer „Silver Dolls“, die Garde der Dattenberger KG, die Roten Husaren und Prinz Kerky I. erwartet. Aber natürlich führte auch Kommandant Bernd Rechmann sein Blau-wiesses Corps auf die Bühne, um vor allem die Gäste aus der Bretagne zu unterhalten.

DL

Zusammen mit den Männern der ersten Stunde, Norbert I. und Ex-Roi Dany sowie Wolli Klein und Yves Vallée, präsentierten die beiden Stadtchefs Roi Fernand. Foto: DL

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