Nönghüüder luden am Wochenende zur traditionellen Johannes-Kirmes nach Bruchhausen
Im Mittelpunkt stand der Königsball
Christian Schneider und Belinda Guthke wurden feierlich durch den Ort geleitet
Bruchhausen. Mit dem Aufhängen des Kirmesmanns auf dem Brunnenplatz gegenüber der Wallfahrtskirche Sankt Johann Baptist hatten die Bruchhausener Junggesellen ihre Johanneskirmes begonnen. Musikalisch angeführt vom Blasorchester waren die Nönghüüder mit ihrem Paias durch den Ort marschiert, um die Strohpuppe schließlich weit entfernt vom Ort des eigentlichen Geschehens hoch oben in die Birke zu setzen. Anschließend zogen sie zum traditionellen Haxenessen ins Kirmeszelt, das wie in den Vorjahren auf dem Bolzplatz am westlichen Ortseingang aufgebaut worden war. Während sich die Nönghüüder die nötige Grundlage einverleibten, um die Kirmestage unbeschadet zu überstehen, trainierte der Nachwuchs des Vereins bereits an der Schießbude für die Königsschießen der kommenden Jahre, während die Jüngeren mit Dartpfeilen auf Luftballon zielten oder zumindest beim Entenangeln eine ruhige Hand unter Beweis stellten.
Erheblich lebhafter ging es dann am Samstagnachmittag auf dem Kirmesplatz zu. Das lag nicht nur daran, dass nach und nach die befreundeten Junggesellenvereine aus Unkel und Scheuren, Erpel und Orsberg sowie aus Vettelschoß und Kalenborn eintrudelten, während die Rheinbreitbacher noch ihren König im Wald hoch über dem Sportplatz ermittelten. Grund für das fröhliche Treiben war vielmehr die Rückkehr der Nönghüüder-Truppe, von der die Fähnriche Bastian Lindlohr und Philipp Schmitz auf die Kirmes von Bad Hönningen begleitet worden war.
Dort war es beim Fähndelschwenken um den Titel eines Bundesmeister aller Klassen gegangen, den Hendrik Sartor im Vorjahr aus Unkel „entführt“ hatte, sowie um die Siebengebirgsmeisterschaft.
„Besser als die Bruchhausener konnte man nicht abschneiden“, schwärmte Florian Paaßen, der zusammen mit dem Unkeler Lothar Mollberg jahrelang die Schwenkwettbewerbe dominiert hatte. Stolz präsentierte er mit Philipp Schmitz den neuen Siebengebirgsmeister, der sich nur seinem Vereinskameraden Bastian Lindlohr hatte geschlagen gegeben müssen, dem neuen Bundesmeister aller Klassen Bastian Lindlohr.
„Damit aber nicht genug: Als Drittplatzierter unter neun Teilnehmern und damit Gewinner des Wachtberg-Pokals hat unser Fähnrich Jan-Philipp Wallek den Erfolg der Fähnriche aus der VG Unkel absolut gemacht“, berichtete der Unkeler Hauptmann Andreas Kuhsel, bevor sein Bruchhausener Kollege Matthias Alex zusammen mit Leutnant Christian Strauß die Junggesellen zur Wallfahrtskirche beorderte, vor der sich der Königszug zum Marsch durch die mit Kirchenfahnen und jungen Birken geschmückten Straßen des Ortes aufmachte.
Königszug durch die Straßen
Relativ gelassen erwartet wurde er von dem Königspaar Christian Schneider und Belinda Guthke, die es sich mit ihren Ehrenpaaren, Lea Keller und Jasper Adenauer sowie Madeleine Karthagen und Philipp Schmitz, im Garten des Königshauses gemütlich gemacht hatten, während davor die Zahl der Zaungäste merklich anwuchs. Mit der Ruhe war es dann vorbei, als das Blasorchester den Königszug in den Osten der Waldstraße geführt hatte und die Offiziere der Vereine den jungen Majestäten ihre Aufwartung machten. Sekt und Selters, Gerstensaft und koffeinhaltige Getränke gab es auch vor dem Haus für die „Mannschaften“ und die Nachbarn, bis die Musiker mit dem Präsentiermarsch den Auszug der Festgesellschaft ankündigten. „Fahnenschützen, präsentiert das Gewehr!“, kommandierte Matthias Alex und schon folgten Christian Schneider und Belinda Guthke ihren Ehrenpaaren schnellen Schrittes durch das lange Spalier der Fahnen und Säbel auf die Straße, der Hönghüüder-Hauptmann die Majestäten hoch leben ließ, bevor zu ihren Ehren meisterlich die Fahnen geschwenkt wurden.
Jubel im Festzelt
War der Kirmesplatz beim Abzug der Junggesellenvereine ziemlich verwaist, so hatte er sich in der Zwischenzeit wieder gefüllt, zumal die Rheinbreitbacher Junggesellen zumindest eine starke Delegation bestehend aus ihren weiblichen Mitgliedern als Vorhut nach Bruchhausen geschickt hatten. Jubelnd empfing diese mit den übrigen Gästen den Königszug, der mit Pauken und Trompeten, Trommeln, Flöten und Saxophonen in das Kirmeszelt einzog. Im Dreivierteltakt des Königswalzers drehten sich die jungen Majestäten dann um die Fahnen der Fähnriche, bevor sie mit ihren Ehrenpaaren am herrlich dekorierten Königstisch Platz nahmen, wohl wissend, dass zwar eine lange, aber auch eine ausgesprochen herrliche Ballnacht vor ihnen lag, zu der Band „For You“ aufspielte.
Spaß beim Pool-Ball
Aber nach der Kirchweih-Festmesse am Sonntagvormittag konnte man sich ja ausgiebig regenerieren, stand doch erst um 14 Uhr erneut ein Festzug durch den Ort auf dem Programm, bevor die Nönghüüder zum Pool-Ball einluden, eine Variante des Menschkickers auf einer großen Fläche, die einem überdimensionalen Billardtisch nachempfunden ist. Zuvor hatte der Kalenborner Fähnrich Marc Hommscheid die Rheinlandmeisterschaft in Fähndelschwenken vor Sebastian Goerke aus Franken für sich entscheiden können, während der Unkeler Jan-Philipp Wallek wie am Vortrag erneut den dritten Platz belegte. Am Montagvormittag ging es dann nach der Junggesellenmesse und der Kranzniederlegung zum Bürgerfrühschoppen erneut ins Festzelt, bevor dann am frühen Abend der Paias aus seinem Baumquartier befreit wurde. Grund zur Freude hatte er allerdings nicht, erwartete ihn doch sein obligatorisches Schicksal vor dem Festzelt, vor dem er wie in den Vorjahren in Flammen aufging.
Flankiert von den beiden anderen erfolgreichen Fähnrichen präsentierte sich der neue Rheinlandmeister, Marc Hommscheid, aus Kalenborn.
