Schwere Artillerie erkundet Regierungsbunker
Interessanter Blick in die Vergangenheit
Linz. Kürzlich starteten die Kameraden der Schweren Artillerie Linz ihr traditionelles Herbstmanöver. Wie jedes Jahr war auch diesmal wieder das amtierende Linzer Dreigestirn eingeladen. Leider konnte nur Adjutant Holger dabei sein und die Ehre des Dreigestirns und der Familie Derek hochhalten. Dies gelang ihm aber sehr gut, war er doch mit Freunden unterwegs.
Um 15 Uhr setzte die Fähre nach Kripp über, um von dort mit dem Bus nach Ahrweiler und anschließend zum „Silberberg“ zu gelangen. Die folgende Führung durch die Dokumentationsstätte Regierungsbunker war der absolute Höhepunkt des Manövers.
Die unterirdische Anlage war für die Kameraden ein beeindruckender Spiegel der deutschen Nachkriegsgeschichte, aber auch ein Zeitzeugnis der Ära des „Kalten Krieges“. Von der riesigen Bunkeranlage, die im Endausbau bis zu 17,3 Kilometer lang war, ist heute nur ein verhältnismäßig kleiner Teil als Museum zugänglich. Sie war ursprünglich ein Eisenbahntunnel und wurde ab 1962 (erste Planungen 1950) zu einer streng geheimen Bunkeranlage der Bundesregierung ausgebaut. Im Falle eines Atomkrieges sollten Tausende Regierungsbeamte, Servicepersonal und der Bundeskanzler für 30 Tage geschützt werden und „handlungsfähig“ bleiben. Insofern war die Anlage, die 1971 fertig gestellt wurde, ein Teil der Abschreckungsstrategie. Die Kameraden bestaunten diese „moderne“ Einrichtung aus den 60er- und 70er-Jahren: die tonnenschweren Toranlagen, die Dekontaminierungsräume für Verstrahlte, die Kommandozentrale, Fernschreiber und die alten Telefone, das Krankenhaus (Zimmer), das Zimmer des Bundespräsidenten usw. Am Ende der Besichtigung warfen die Kameraden einen Blick in die endlose, zurückgebaute Tunnelröhre - und sangen spontan ihr Artilleristenlied. Dabei schallte ein tolles Echo aus der Röhre zurück. Nach diesem Erlebnis wurde das Winzerfest in Rech besucht, und man ließ dann den Nachmittag und Abend bei einem guten Ahrwein im Weinhaus Schreiner, in froher Runde ausklingen. Busfahrer Kai brachte die fröhliche Truppe abends wieder zu ihrem Heimatstandort Linz.
