51. Motocross-Rennen des MCC Ohlenberg
Internationale Elite ging an den Start
Zum zehnten Mal in Folge wurden in dem kleinen Ort drei Läufe zur Europameisterschaft ausgetragen
Ohlenberg. Drei absolut harte Tagen liegen hinter den Aktivisten des Motocross-Clubs Ohlenberg um die Vorsitzenden Stefan Wester und Thomas Hütsch, hatten sie doch zur 51. Motocross-Veranstaltung auf der 1,4 Kilometer langen Strecke in der ehemaligen Kiesgrube oberhalb eines stillgelegten Basalt-Steinbruchs eingeladen. Gut 350 Fahrer waren angereist und hatten mit ihrem Anhang die nahe Wiese in einen riesigen Campingplatz verwandelt.
Ausgesprochen zufrieden war Pressesprecherin Bianca Wester am Samstag nicht mit der Resonanz der Top-Motorsportveranstaltung, bei der um Punkte und Pokale gekämpft wurde, angefangen bei den Kleinsten über die Jugend, die Junioren bis hin zu den Senioren, den Veteranen und der Damenklasse. „Einige haben sich wohl durch die dunklen Wolken von einem Besuch abhalten lassen, aber ich bin sicher, dass morgen, wenn hier zum zehnten Mal die Königsklasse, die IBMA Open Class, von Fahrern aus acht Nationen ausgetragen wird, mehr kommen. Immerhin werden hier die einzigen drei Läufe zur Europameisterschaft in Deutschland ausgetragen“, so Stefan Wester. Und bei der werde Christoph Selent ganz vorne mitfahren. Aber auch Pascal Proenen vom MCC Ohlenberg werde den Heimvorteil auf seiner Haustrecke sicher zu nutzen wissen, war er überzeugt.
Sturz in der ersten Kurve
Da erreichte seine Frau gerade eine erste Schreckensnachricht. „Thomas Frorath ist gerade in der ersten Kurve nach dem Start gestürzt, ist aber dann noch bis auf Platz vier vorgefahren, bis er im Ziel gemerkt hat, dass er sich das Schlüsselbein gebrochen hat“, erfuhr sie. Das Aus für den Rheinbrohler Unternehmer, der vom DRK ins Linzer Krankenhaus gebracht wurde.
Vier Jahrzehnt im Einsatz
„Wir sind hier wieder mit 50 Leuten voll in Aktion“, erklärte Einsatzleiter Christian Fleer, der bereist zum fünften Mal in Ohlenberg mit dabei war. Entsprechend war er auf alles vorbereitet, auch hinsichtlich der Kleidung. „Wenn es so trocken ist wie heute, sind wir total eingestaubt. Wechselklamotten brauchen wir aber vor allem, wenn es regnet, denn dann versinkt hier alles im Schlamm“, so Josef Schmaus von Linzer DRK-Ortsverein, der schon zum 40. Mal für die medizinische Erstversorgung an der Strecke sorgt. „Für dieses Engagement wollen bedanken, den ohne die DRK-ler ginge hier gar nichts“, erklärte Bianca Wester, die an Verletzungssorgen schon seit Jahren gewohnt ist, gehört ihr Sohn Nico, inzwischen stolze 16 Jahre alt, doch auch zu den Fahrern des MCC Ohlenberg. „Dieses Jahr hat ihm eine verschleppte Erkältung eine Herzmuskelentzündung beschert, sodass er bei dieser Veranstaltung erstmals wieder mitfährt. Aber schon beim Training hat er gemerkt, dass ihm noch viel Kraft in den Armen fehlt“, erzählte sie, während die Strecke wie in jeder Rennpause gewässert wurde, um die Staubbildung zu mindern.
„Schlammschlacht“ am Sonntag
„Nach jedem Lauf wird fünf Minuten gewässert“, stand auch unter dem Zeitplan der Sonntagsrennen. Das las sich wie Hohn, hatte der anhaltende Regen seit den frühen Morgenstunden die Strecke in eine Morastlandschaft verwandelt, die jedes Rennen zu einer wahren Schlammschlacht werden ließ. Stürze waren programmiert, heizten die Fahrer doch weiter mit vollem Risiko über die Strecke. Zu den Leidtragenden gehörte auch der „Ohlenberger“ Pascal Proenen, der nur im zweiten IMBA-Lauf seinen Heimvorteil nutzen konnte und mit 3,657 Sekunden Vorsprung Luke Meredith in 19.56,041 auf Rang zwei sowie mit 7,858 Sekunden Vorsprung Vincent Collet auf Rang drei verwies. Sein Teamkollege Hendrik Naßheuer kam als Vierter schon 22,796 Sekunden hinter ihm ins Ziel.
Nachdem Pascal Proenen im ersten Lauf nur als 30. von 35 Fahrern ins Ziel gekommen war, während seine Teamkollegen Karl Wirtz, Hendrick Nassheuer, Dustin Fleck, Sebastian Brenner und Christoph Selent die Plätze 10 bis 14 belegten, richteten sich alle Hoffnungen der Gastgeber nach dem vielversprechenden Auftritt im zweiten Lauf auf das abschließende Rennen, bei dem allerdings nur 23 Fahrer das Ziel passierten, darunter eben auch Pascal Proenen als Letzter. Mit unter den Ersten landete aus deutscher Sicht nur Hendrik Naßheuer auf Rang sieben, der in der Tageswertung mit insgesamt 121 Punkten Platz sechs belegte, während Tom Pöldel, Sebastian Brenner und Lokalmatador Proenen auf den Plätzen 15 bis 17 landeten vor Christoph Selent (19.) und Karl Wirtz (21.) sowie Dustin Fleck (26.).
Tagessiege für Gerhards
Erheblich erfolgreicher waren die Gastgeber am ersten Tag gewesen, an dem Sandro Lorsbach bei der Jugend MX23 auf dem zweiten Rang landete, während Carmen Ailinger Sechster wurde und Nico Wester bei seinem ersten Rennen immerhin den zehnten Rang erreichte. Noch erfreulicher das Ergebnis für den MCC Ohlenberg in der 85ccm-Klasse, in der Carl Ostermann siegte, während nur der zweitplatzierte Robin Knuf einen totalen Treppchen-Erfolg der Lokalmatadore verhinderte, belegten Winston Heberer und Dennis Schlosser doch Platz drei und vier, während sich Jonathan Frorath mit Rang sechs begnügen musste. Knapp an einem Podestplatz war Heinz Peter Vonester zudem bei den Veteranen vorbei gefahren, während Carmen Ailinger bei den Damen hinter Britt van der Worff nach zwei zweiten Plätzen auf Rang zwei landete.
Stark auch das Auftreten der Junioren MX2 des Gastgebers, landeten Niko Blankenheim, Vincent Hupetsch und Benedikt Frorath doch auf den Plätzen zwei bis vier, während David Fischer in der 50/85-ccm-Klasse nach einem ersten und einem zweiten Platz ganz oben auf dem Treppchen stand, was Carmen Ailinger in der National MX2-Klasse mit den gleichen Platzierungen ebenfalls gelang. Mit Christian Gerhards, der in der Inter MX2-Klasse beide Läufe für sich entscheiden konnte, stellte der MCC Ohlenberg einen weiteren Tagessieger , wobei Cris Weberopals als Drittplatzierter der Erfolg in dieser Klasse zusätzlich unterstrich.
„Die anspruchsvolle Strecke hat allen Teilnehmern vor allem bei diesen schwierigen Verhältnissen wirklich alles abverlangt“, lobte Verbandsbürgermeister Hans-Günter Fischer als Schirmherr. Fischers Dank und Anerkennung galten aber auch dem Verein mit seinen vielen Helfern, der erneut eine internationale Veranstaltung nach Ohlenberg geholt hatte. „Sie sorgen seit Jahren mit Ihrem Engagement dafür, dass die Rennwochenenden, kombiniert mit einem tollen Rahmenprogramm, eine besondere Abziehungskraft ausüben, selbst wenn das Wetter nun schon zum zweiten Mal in Folge nicht so richtig mitspielt“, zollte er den Ohlenberger Motocrossern höchsten Respekt.
Bei hohen Sprüngen über die „Tische“ bewiesen die Fahrer, dass sie Körper und Maschinen beherrschten.
