Allgemeine Berichte | 06.02.2013

Stadtsoldaten Rot-Weiss Linz

Jubel, Trubel Heiterkeit

Neun-Stunden-Non-Stop-Party in der Sporthalle

Aus ihrem kleinen Dorf waren die wohl berühmtesten Gallier in den südlichsten Vorort der jecken Domstadt gekommen. DL

Linz. Ein Jahr vor der 40. Auflage organisierten die „Väter des Bürgerfrühschoppens“, das Stadtsoldatencorps Rut-Wiess, am Wochenende bereits zum fünften Mal diese beliebte Fastelovendveranstaltung für Jedermann ohne jegliche „Sitzungszwänge“.

Schon am frühen Sonntagmorgen war die Halle bestens gefüllt.

„Wir sind wieder mit 213 Mann im Einsatz, um dem jecken Völkchen einen tollen Tag zu bescheren, denn der Name Bürger-Frühschoppen täuscht natürlich hinsichtlich der Dauer der Veranstaltung, die sich ja bis in den frühen Abend erstreckt“, berichtete Jan-Eric Burkard. Für feste Nahrung war es den meisten Jecken noch zu früh, Gerstensaft aus der Domstadt hatte dafür aber den vitalisierenden Kaffee bei vielen längst ersetzt und mit Hanna Bahles als Funkemariechen wirbelte der Tanzoffizier der Stadtsoldaten, Stefan Willscheid, nun wirklich en lecker Mädche über die Bühne. Aber auch die weiblichen Gäste sollten nicht zu kurz kommen. Zwar ignorierten die Tänzer des Männerballetts den Hinweis von Jo Cocker, „You can leave your hat on“ und warfen ihre Stetsons zur Seite. Trotzdem war unweigerlich zu erkennen, dass die „Macho-Macho-Men“ über ihren hohen Stiefeln keine Spitzenbützcher anhatten. „Nach der megageilen Party hier am Freitag, bei der wir bis in die tiefe Nacht ganz ohne Zank und Streit gefeiert haben, is he ja at am fröhe Morje ne tolle Stimmung“, strahlte Kurfürst Kerky I., nachdem er mit seinen Adjutanten, unter dem Jubel der Narren eingezogen war. „Mein Sessionslied ‚Rut un wiess sin die Farben meiner Stadt, rut un wiess ist der Stadtsoldat, rut un wiess höpp dat Hätz vor Freud!‘, sing ich später für Üch“, versprach er. Schonen konnte er seine Stimmbänder trotz allem nicht. Denn kaum hatte Musikzug-Sänger Jan-Eric Burkard „Hey Kölle du ming Stadt am Rhing“ gesungen, ließ er et Trömmelche jonn und Kerky I. stand für ein Duett parat.

Dann kam das Funkencorps Blau-Gold, das Ehrenkommandant „Siech“ Bündgen ankündigte: „Unter Leitung vom Schwadroneures André kommen die aus einem kleinen Dorf im Süden!“

Natürlich zeigten sich auch die Linzer Corps auf der Bühne bis in den frühen Nachmittag allesamt von ihrer närrischsten Seite. Dann eröffnete die Bläserband „Kölsche Adler“ die Reihe der Besucher aus der Domstadt, folgte ihnen doch zunächst mit den Roten Funken das älteste Traditionscorps im Kölner Karneval. Im Schlepptau hatte das die „Rheinveilchen“, die mit faszinierenden Würfen und Hebfiguren ihre ganze tänzerische Akrobatik auf höchstem Niveau unter Beweis stellten. „Rette sich wä kann“ hieße es dann, als „Kasalla“ mit elf staatze Sejel aanläje dät und verkündete: „Pirate - wild un frei, dreimal Kölle ahoi!“ Da wurden noch die amtierenden Weltmeister im Gardetanz mit Hebefiguren von Rot-Weiß Vettelschoß erwartet und auch das Trompeterkorps „Eefel Kank“, hatte seinen Besuch angesagt, bevor dann alle Corps mit ihrem Prinzen einen Schlussstrich ziehen würden. „Vorbei ist der Tag dann am frühen Abend für uns längst noch nicht“, wusste Markus Paffhausen. Für ihn und seine emsigen Helfer würde es dann heißen: Ordnung schaffen und alles in der Halle wieder ins rein sportliche Licht rücken. DL

Als Macho-Macho-Men begeisterte das Männerballett der Gastgeber vor allem die weiblichen Frühschoppen-Gäste.

Als Macho-Macho-Men begeisterte das Männerballett der Gastgeber vor allem die weiblichen Frühschoppen-Gäste.

Aus ihrem kleinen Dorf waren die wohl berühmtesten Gallier in den südlichsten Vorort der jecken Domstadt gekommen. Fotos: DL

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