Politik | 11.03.2014

Der Förderverein „Freibad Unkel“ freut sich über weitere Unterstützung

Kanu Club Unkel überreichte einen Scheck über 600 Euro

Der Kanu Club Unkel überreichte dem Förderverein „Freibad Unkel“ einen Scheck über 600 Euro. privat

Unkel. Über einen Scheck in Höhe von 600 Euro konnte sich die Vorsitzende des Fördervereins „Freibad Unkel“ (FFU), Katja Lorenzini, freuen. Zusammen mit ihrem Stellvertreter Christopher Mohr, Geschäftsführer Werner Henneker und Schatzmeisterin Hildegrad Welsch nahm sie den Betrag vom Vorstand des Kanu Clubs Unkel um die zweite Vorsitzende Jasmin Schubowski am Eingang zum Freibad-Gelände entgegen.

„Wir haben auf unserer Jahreshauptversammlung nicht nur einen neuen Vorstand gewählt, sondern auch beschlossen, wie schon vor zwei Jahren, den Förderverein finanziell zu unterstützen“, berichtete die Stellvertreterin des ersten Vorsitzenden Bernd Richarz. Zusammengekommen waren die 600 Euro beim Losverkauf für die Tombola beim Rheinschwimmen. „Der Zeitpunkt der Übergabe ist bewusst gewählt. Am Donnerstag nächster Woche entscheidet der Verbandsgemeinderat über die Zulassung des Bürgerbegehrens zur Übernahme der Bürgschaft für die Fördermittel des Landes. Da wollten wir im Vorfeld noch einmal unsere Solidarität mit dem FFU unterstreichen und vor allem darauf hinweisen, dass der Rückhalt in weiten Teilen der Bevölkerung für dieses gemeinsame Anliegen ungebrochen ist“, ergänzte Jasmin Schubalowski.

Auf diesen Rückhalt setzt auch Katja Lorenzini, die auf viele Zuhörer bei der Debatte um die Zulassung des Bürgerbegehrens im Sitzungssaal des Verwaltungsgebäudes hofft. „VG-Chef Karsten Fehr hat sich ja frühzeitig noch vor der Beratung im Ausschuss gegen eine Anerkennung des Bürgerbegehrens ausgesprochen, mit dem ein Bürgerentscheid über die Bürgschaftsübernahme herbeigeführt werden soll“, erinnerte die FFU-Vorsitzende. Dabei habe der Verein nicht nur die erforderliche Stimmzahl mit weit über 2.000 gültigen Unterschriften mehr als erfüllt.

Als Knackpunkt bezeichne er die in dem Antrag angeführte Kostendeckung, die nach Ansicht von zwei Gutachtern, der Uwe Laib KomConsulting GmbH (KC) und der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Revision Fundus (RF), nicht durchführbar sei. „Nach der vom ersten Gutachter durchgeführten Gewinn- und Verlustrechnung geht dieser von einem Kostendeckungsgrad von maximal 54 Prozent in der ersten Saison nach Wiedereröffnung aus, was einem Verlust von 50.000 Euro entspricht“, hatte Karsten Fehr in einem Pressegespräch erklärt. Für diese Summe sowie für außerplanmäßige Reparatur- und Instandsetzungsaufwendungen stünden keine Rückstellungen zur Verfügung. Auch die RF gehe entsprechend von einem hohen Risiko für die VG aus, wenn diese die Bürgschaft übernehmen würde. KC komme zudem zu dem Ergebnis, dass die geplanten Sanierungsbereiche ohne Badewassererwärmung sowie fehlendem Kleinkinderbereich und Attraktionen für Jugendliche wie eine große Rutsche gästeorientierten Ansprüchen nicht genügen würde. Nicht gelten ließen die Gutachter auch den von FFU angesetzten Verkaufswert des Geländes, mit dem die Bürgschaft gegebenenfalls abgegolten werden könnte. „Für private Investoren ist das Freibadgelände nach Absicht von KC uninteressant, da einem möglichen Verkaufserlös die Abrisskosten und entsprechende Auflagen nach dem Wasserhaushaltsgesetz gegenüberstehen würden“, hatte der VG-Chef den lediglich „symbolischen Wert“ des Geländes im Überschwemmungsgebiet von 1 Euro erklärt.

FFU kann Argumente der Gutachter nicht nachvollziehen

„Den würde ich sofort für das herrliche, stolze 23.000 Quadratmeter große Freibadgelände bezahlen“, so Katja Lorenzini, die wie ihre Mitstreiter die Argumentation der Gutachter nicht nachvollziehen kann. Diese würden bei ihren Berechnungen willkürlich von nur 20.000 statt wie der FFU von 23.000 Besuchern ausgehen. Parallel dazu würden sie den Eintrittspreis auf zwei Euro ansenken, obwohl benachbarte Bäder mit 25 Meter Becken drei Euro für die Tageskarte erlangen würden.

„Der Gutachter geht zudem davon aus, dass mit Veranstaltungen keine Einnahmen generiert werden, obwohl wir ausführlich erläutert haben, dass Veranstaltungen und Kooperationen mit anderen Vereinen ein wesentlicher Punkt im Betriebskonzept ist, um so zusätzlich Einnahmen zu generieren“, erinnerte Katja Lorenzini. Genau darin liege die Stärke von Bädern, die von Vereinen und nicht von Verwaltungen betrieben würden. Der FFU gehe aufgrund von Erfahrungswerten von Einnahmen von 7.000 Euro pro Saison aus.

Unzutreffend sei auch der Ansatz, dass mit der Verpachtung des Kiosks lediglich Einnahmen von 1.500 Euro pro Saison erzielt werden könnten. „Es ist geplant, den Kiosk nicht als reinen Freibadkiosk zu betreiben, sondern ihn zu einer Art Biergarten auszuweiten. Dafür liegt uns bereits ein konkretes Angebot eines Interessenten vor, bei einer Pacht von 7.000 Euro pro Saison“, so die FFU-Vorsitzende. Dies habe der Verein dem Gutachter explizit mitgeteilt, der diese Information bewusst verschweigen würde, monierte sie. Außerdem werde in dem Gutachten behauptet, der FFU würde die Energiekosten mit nur 10.000 Euro ansetzen statt mit 22.000 Euro, obwohl auch über diesen Punkt ausführlich gesprochen worden sei. „Die Betriebskosten für das große Becken, die von den Badplanern von MonteMare mit insgesamt 49.500 Euro beziffert wurden, beinhalten bereits rund 30.000 Euro für Strom, Frisch- und Abwasser. Aufgrund von Bedenken der Verwaltung haben wir diesen Betrag ungeprüft um pauschal 10.000 Euro erhöht“, so Katja Lorenzini. Der Gutachter habe offensichtlich diese Betriebskostenkalkulation von MonteMare nicht zur Kenntnis genommen.

Vorsitzende schlägt Podiumsdiskussion zum Austausch vor

„Das sind nur einige wenige Kritikpunkte an den Gutachten. Diese inhaltlichen Argumente müssten im Vorfeld des Bürgerentscheides ausgetauscht werden, um die Bürger so von seiner jeweiligen Sichtweise zu überzeugen“, betonte die FFU-Vorsitzende. Dazu könne eine Podiumsdiskussion durchaus hilfreich sein. Dagegen habe sie den Eindruck, dass die Anregung des Bürgerbegehrens einige als extrem lästig empfinden würden, die das Thema „Freibadsanierung“ endlich abhaken wollten.

„Für uns ist dies, was gerade in Unkel passiert, jedoch gelebte Demokratie, auch wenn das für den ein oder anderen offensichtlich ungewohnt ist“, so Katja Lorenzini. Der Verein habe sich mit dem Antrag auf ein Bürgerbegehren der Ansicht der Liberalen im VG-Rat angeschlossen, die Bevölkerung entscheiden zu lassen. „Falls die Abstimmung am Donnerstag negativ für uns ausfallen sollte, aufgeben werden wir noch lange nicht“, betonte die Vorsitzende. Falls das Bürgerbegehren aufgrund der inakzeptablen Ausführungen der Gutachten vom VG-Rat abgelehnt werden sollte, werde der FFU eine Rechtsüberprüfung durch die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion beantragen, um dann eine Feststellungsklage beim Verwaltungsbericht einzureichen. Wie sich die einzelnen Ratsmitglieder entscheiden würden, werde man jedoch wahrscheinlich nicht mitbekommen. Wie zu hören sei, würden die Christdemokraten eine geheime Anstimmung beantragen, um so den Eindruck zu vermeiden, die Entscheidung sei durch Fraktionszwang herbeigeführt worden.

Der Kanu Club Unkel überreichte dem Förderverein „Freibad Unkel“ einen Scheck über 600 Euro. Foto: privat

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