Ausstellung „Novemberleuchten“ in der Oberen Burg Rheinbreitbach
Lebendiges Kunsthandwerk sorgt für heimelige Stimmung an kalten Tagen
Rheinbreitbach. Bereits zum fünften Mal hatten sich zehn Kunsthandwerkerinnen aus Rheinbreitbach und der Umgebung zusammengetan, um in der Oberen Burg ihre Arbeiten unter dem Motto „Novemberleuchten“ zu präsentieren. „Auch wenn Sie Ihrer Zeit etwas voraus sind, solch tolle Aktivitäten beleben unseren Ort vor allem in der dunkler und kälter werdenden Zeit ungemein“, freute sich Bürgermeister Wolfgang Gisevius, den Cheforganisatorin Doris Buchbender, die wieder mit ihrer Buchkunst vertreten war, ebenso begrüßen konnte wie Verbandsbürgermeister Karsten Fehr. „Mit viel Liebe und großem Aufwand haben Sie wieder tolles Kunsthandwerk von hoher Qualität geschaffen, das hier im Rheinbreitbacher Kulturtempel darauf wartet, den Besitzer zu wechseln“, motivierte der Orts-Chef bei der Vernissage am Freitagabend die Besucher, die ausgestellten Objekte nicht nur ehrfürchtig zu bestaunen, sondern auch zu erwerben.
Empfangen worden waren die Gäste schon vor dem Portal zum Konzertsaal der Oberen Burg von eisernen, rostroten Elchen, Mäusen und Igeln, die es sich auf dicken Strohballen gemütlich gemacht hatten und von Sternen bestrahlt wurden, die dicke Tonkugeln durchbrochen hatten. Diese Staffage gehörte zweifelsfrei zu Andrea Linden, die mit ihren Wohnaccessoires wie etwa den Griffelboxen und den nicht nur aus Buche gearbeiteten Holz-Bucheinbänden erstmals beim „Novemberleuchten“ vertreten war.
Dagegen wirkten die filigranen Tiffany-Glassterne von Renate Severin aus Königswinterer eher zerbrechlich, die mit Engelchen ebenso auf die nahe Weihnachtszeit hinwies wie mit dem Nikolaus, der verspielt auf einem Steckenpferd nach Rheinbreitbach geritten war, während die Fensterbilder vom Tisch aus von Teelichtern angestrahlt wurden, die in Blütenkelchen und riesigen Sternen Platz gefunden hatten. Noch verführerischer glänzten natürlich die Schmuckunikate, die Romy Grundgeier aus Erpel und Monika Dodemont aus Bad Honnef nebenan wieder aufgebaut hatten. Die auf der Basis von Olivenöl und Schafsmilch handgefertigten Seifen, Badekugeln und Körpercremes der Aegidienbergerin Helga Kurtenbach sprachen mit ihrem Versprechen nach „Sex on the Beach“ oder der verführerischen „Nofretete“ ganz andere Sinne an als ihre „Marmeladen wie von Muttern“ aus Mischungen wie Brombeer/Zitronengras, Erdbeer/Proseccco oder Pfirsich/Cointreau.
Zwischen dem Stand der Bruchhausenerin Dani Niemeyer, die kleine Aquarelle zum Kauf anbot, und dem Stand „Schönes aus Stoff“ mit Hand- und Stofftaschen der unterschiedlichsten Art sowie niedlichen Stoff-Tännchen von Doris Beyer, führte die Treppe hinauf ins Foyer der Oberen Burg. Dort weckten nicht nur die kleinen Teddybären von Gisela Sommerhäuser bei der älteren Generation Erinnerungen an die Jugend. Die „Bärenmutter“ war sogar zu in den hohen Norden gewandert, wie ihr Eisbär bewies, und hatte auch den um keine Ausrede verlegenen TV-Star, Käpt’n Blaubär, in das ehrwürdige Gemäuer gelockt. In dem machte Simone Ott mit Adventskränzen aus Tannengrün, dünnem Holz- und Bastgeflecht oder aus Zapfen mit dicken roten oder weißen Kerzen überdeutlich, dass es nicht mehr lange hin ist bis Weihnachten. Dazu sorgte Jo Raile auf der Hammondorgel für die musikalische Untermalung der Vernissage sorgte.
