Allgemeine Berichte | 21.10.2026, 12:01 Uhr

Lehrfahrt Hunsrück & Saar

Lehrfahrt des Kreiswaldbau-Vereins Neuwied in Hunsrück und Saarland mit Fokus Waldwirtschaft

Grupenfoto Große Lehrfahrt 2026
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Neuwied. Bestes Spätsommer-Wetter „begleitete“ die Große Lehrfahrt des Kreiswaldbau-Vereins Neuwied im Oktober dieses Jahres.

Wie immer konnte der Vorsitzende Uwe Werner zahlreiche Mitglieder aber auch sonstige Interessierte begrüßen, darunter den Leiter des Forstamtes Dierdorf Uwe Hoffmann sowie den bisherigen Betreuer für den Privatwald Justus Schmidt; er scheidet aktuell aus dem hiesigen Dienst aus. Seine Nachfolgerin Clara Cilensek war aber ebenfalls mit an „Bord“ und stellte sich schon mal den mitfahrenden Waldbesitzern persönlich vor.

Nach einem gemeinsamen Frühstück ging die Fahrt zunächst nach Hochscheid im Hunsrück zur „Fruytier Deutschland GmbH“. Das Sägewerk -direkt an der Hunsrückhöhenstraße gelegen- gehört zur belgischen Fruytier Group und betreibt dort seit 1990 (vorher Decker Holz) ein bedeutendes Sägewerk.

Die Versammlung wurde vom Geschäftsführer Klaus Schug begrüßt und er führte dann auch persönlich durch das Werk. Es verfügt über eine jährliche Sägekapazität von bis zu 500.000 cbm. Vor Ort befinden sich 3 Sägelinien mit 14 Trockenkammern sowie eine Hochgeschwindigkeits-Hobelanlage. Hauptsächlich werden Douglasie und Fichte verarbeitet, je nach Verfügbarkeit aber auch Kiefer und Lerche sowie andere Baumarten.

Zur Zeit werden jährlich etwa 200.000 cbm Holz (ein Schichtbetrieb) gesägt. Im Werk in Belgien können dabei Stämme bis zu einem Durch-messer von 1,60 m gesägt werden. Der Ein- und Verkauf des Holzes wird zentral von Belgien ge-steuert.

Nach einer Kaffee-Pause in der Nähe von Villeroy & Boch in Mettlach ging es dann mit dem Geschäftsführer des Saarländischen Waldbesitzerverbandes Wolfgang Pester und dem Revierförster Rene Fontaine in das nahegelegene Waldrevier. Hier wurde das „BioWild-Projekt“ „Biodiversität und Schalenwild-Managent in Wirtschaftswäldern“ besichtigt und von den Forstleuten erklärt.

Im Projekt wurde untersucht, wie unterschiedlich hohe Schalenwild-Bestände ( in erster Linie Rehe und Hirsche) die krautige und holzige bodennahe Vegetation sowie die natürliche Waldverjüngung beeinflussen. Erstmals wurden deutschlandweit einheitliche Weisergatter (eingezäunte, vor Wild-verbiss geschützte Flächen von meist 12 x 12 m) wissenschaftlich mit ungezäunten Vergleichs-flächen in verschiedenen Waldflächen verglichen.

In der Pilotregion „Saarland“ waren die Unterschiede besonders in der Artenvielfalt gut erkennbar und sind auch dokumentiert. An der besichtigten Stelle waren die Abweichungen zwischen dem Staatswald (intensive Interwalljagden) und den kommunalen Flächen mit dem Gemeinschaftlichen Jagdbezirk ebenfalls erkennbar. Klare Aussage: Die Wiederbewaldung gelingt nur mit einem geordneten Jagdbetrieb.

Das Projekt wurde durch das Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ gefördert und u.a. von der Arbeitsgemeinschaft „Naturgemäße Waldwirtschaft“ (ANW) begleitet. Die Entwicklung und Erhaltung von strukturreichen, ungleichaltrigen und dauerhaft gemischten Wäldern (Dauerwald) gehört zum Hauptziel der ARGE.

Der Abschluss der Fahrt fand in der Vulkan-Brauerei in Mendig statt und der Dank für die Organisation galt dem Vorsitzenden Uwe Werner sowie Konrad Roy und Stefan Boden.

gez. A. Fuchs

Besichtigung Sägewerk

Besichtigung Sägewerk Foto: Uwe Werner

Besuch bei Saarforsten

Besuch bei Saarforsten Foto: Uwe Werner

Grupenfoto Große Lehrfahrt 2026 Foto: Uwe Werner

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