Johann Strauß Ensemble Köln war erneut zu Gast im Center Forum Unkel
Melodien voller Charme und romantischer Sehnsucht
Unkel. Vergnügliche und beschwingte Neujahrskonzerte haben im Center Forum Unkel Tradition. Das ist durch das bundesweit bekannte Johann Strauß Ensemble Köln gewährleistet. Dass die gut 200 Gäste den sechsten Auftritt als Erlebnis mit lang anhaltenden Ovationen bedachten, war der großen Lust wie der guten Laune der Musiker und den Melodien voller Charme und romantischer Sehnsucht zu verdanken. Für gut zwei Stunden entführte das neunköpfige Spitzenensemble aus Köln seine Zuhörer in eine blühende, frühlingshafte Welt, die sich im Angesicht des aufwändigen, vom Park des Schlosses Versailles inspirierten Bühnenbildes in einem bedeutenden Konzertsaal wähnten. Musikalisch hatte Anja Borchers, Violinistin und Managerin, die Top 15 der weltbekanntesten Walzer und Polkas von Johann Strauß und Zeitgenossen in einer Art Hitparade angekündigt. Und gemeinsam mit Beate Starken-Cello, Uwe Küster-Bass, Sebastian Winzer-Trompete, Markus Hufschmidt-Querflöte, Selcuk Sahinoglu-Klarinette I, Lilo Winzer - Klarinette II, Moritz Winzer-Schlagzeug, sowie Gerd Winzer-Piano und Moderation, ließ sie ihren Worten bemerkenswerte musikalische Taten folgen.
Stimmungsvolles Programm
Mit „Wiener Blut“ brachte man das Publikum schon gleich zum Auftakt im wahrsten Sinne des Wortes in Wallung. Im ersten Teil des Konzerts kamen „Ich lad gern mir Gäste ein“, „Holzschuhtanz“, „Ungarischer Tanz 2“, „Mein Herr Marquis“ und „Banditen Galopp“ Peter Tschaikowskis „Eiszapfen“ mit festen Saitenzupfern und prägnanten Bogenstrichen besonders gut bei den Gästen an. Nach der Pause sind das gagreiche Klarinetten-Solo bei „Im Krapfenwaldl“ hervorzuheben sowie das schmachtende gefühlsgetragene Geigensolo bei Chopins „Nocturne“.
Doch auch „Die Schlittschuhläuferin“, Waldteufels „Trictrac Polka“, Gounods „Faust Walzer“ und die „Jokey Polka“, deren Titel für Leichtfüßigkeit und Unbekümmertheit steht, wussten die Zuhörer zu begeistern. Gesanglichen Hochgenuss bot die Aachener Sopranistin Nadja Platen. Die Solistin war bereits in größeren Opern- und Operettenrollen in Alzenau, Worms, Mainz, und auch Köln zu hören und glänzte in Unkel zum wiederholten Male. Mit Lehars „Meine Lippen, die küssen“ und dem „Schwipslied“ erklomm sie gekonnt und scheinbar mühelos die stimmlichen Höhen und nahm das Publikum für sich ein.
Zwei Zugaben zum Abschluss
Das gesamte Programm bot einen wohldurchdachten Wechsel von ruhigen und gemütvollen Stücken im Dreivierteltakt mit temperamentvollen Polkas. Zwischen den einzelnen Stücken gab Gerd Winzer mehr oder weniger verbürgte Anekdoten über die Strauß-Dynastie und die Entstehung der jeweiligen Werke zum Besten. Und auch mit witzigen Geschichten aus dem „Nähkästchen“ des Komponisten- und Musikerlebens hatte er die Lacher auf seiner Seite.
Mit zwei Zugaben verabschiedete sich das „Johann Strauß Ensemble“ bis zum nächsten Jahr.
