Erpeler „Null-Uhr-Kapell“ lud zu ihrem Geburtstagskonzert in den Bürgersaal ein
Mit einem Ständchen fing alles an
Erpel. Bis auf den letzten Platz besetzt war der Bürgersaal von Erpel, als die „Null-Uhr Kapell“ (NUK) ihr 15-jähriges Bestehen feierte. Unterstützt wurden die 20 Musiker um ihren musikalischen Leiter Dominik Arz dabei von 15 Streichern der Musikschule „Agundo“. „Es grüßt sie herzlich und speziell die Erpeler Null-Uhr-Kapell“, hieß „Seniorchef“ Heinz Hirzmann die zahlreichen Zuhörer willkommen, bevor die Bläser das Präludium des „Te Deum“ von Marc-Antoine Charpentier anstimmten. Edgar Neustein moderierte das Konzert. Die Eröffnungsfanfare, die seit 1954 bei Fernsehübertragungen der Eurovision gespielt wird, kündigte bis in die 60er Jahre große sportliche oder kulturelle Ereignisse an, die meist wahre Straßenfeger waren, wie eben am Samstag auch das Konzert der NUK in Erpel, an deren Entstehung Edgar Neustein kurz erinnerte. Am 25. Februar 2000 brachten Jörg Buchmüller, Trompete, Michael Kessler, Posaune, und Herbert Buchmüller, Trommel, ihrem Freund Heinz Hirzmann pünktlich um 0 Uhr anlässlich seines 60. Geburtstags ein Ständchen vor der Schlafzimmertür. Der so lautstark Bescherte konnte der Versuchung nicht widerstehen, im Morgenmantel das Trio mit seiner Tuba zu einem Quartett zu vergrößern. „Und was sich dann daraus in den nächsten 15 Jahren entwickelt hat, sehen und hören Sie heute. Damit ist dann auch nochmal unser Name erklärt: Wir sind also keine Blaskapelle, keine Band, keine Combo, kein Ensemble, oder wie man uns sonst vielleicht nennen könnte, wir sind ganz einfach - unverwechselbar und ganz speziell: Aus Erpel die NUK“, so der Moderator, der die Gelegenheit nutzte, an das Gründungsmitglied Herbert Buchmüller zu erinnern, der im vergangenen verstorben war. Die Bläser intonierten dann gemeinsam mit den Streichern das Giulio Caccini zugeschriebene „Ave Maria“, ihr Paradestück etwa bei der Bergmesse auf der Erpeler Ley. Von der italienischen Klassik führte das Programm in die Gegenwart - zum vom Hornisten Michael Steitz komponierten „Siebengebirgsmarsch“. Danach hielten die „Capri Fischer“ nach einem Arrangement von Posaunist Friedemann Scheffler im Bürgersaal Einzug. Es folgten „Mad World“ und „Viva La Vida“, bevor nach dem Bond-Hit „Skyfall“, bei dem nur Dominik Arz und Michael Steitz als Solisten die Streicher begleiteten, ein vom Hornisten arrangiertes Brings-Medley erklang. „Warum man uns nie im Karneval hört?“, ging Edgar Neustein auf eine oft gestellte Frage ein. In der fünften Jahreszeit sind viele Bläser der NUK mit der Gullasch-Kapell unterwegs.
An die Größen der Musikwelt erinnert
Mit einem Arrangement von Tobias Wolf von „Gabriellas Song“ aus dem schwedischen Film „Wie im Himmel“ setzte die NUK zusammen mit den Streichern das Jahreskonzert nach der Pause fort. Weiter ging die musikalische Reise in die USA mit dem Song „Just a closer walk with thee“. Dann brachten die Bläser wieder gemeinsam mit den Streichern den Sinatra-Hit „I belive I’m gonna love you“ in der Bearbeitung von Michael Kessler zu Gehör. „Vor etwas mehr als 50 Jahren erlebte die Welt eine musikalische Revolution“, erinnerte Edgar Neustein. 1964 eroberten vier Pilzköpfe aus Liverpool die Musikwelt. Auch Paul McCartney sei bei der melancholischen Ballade „Yesterday“ von einem Streicherquartett begleitet worden, begründete der Moderator den Einsatz der Schüler von Agnieszka Sokol-Arz bei dem von NUK-Posaunisten Friedemann Scheffler arrangierten Beatles-Hit, bevor die Bläser ihr Publikum nach Liverpool entführten, um es über die „Penny Lane“ schlendern zu lassen. Posaunist Michael Kessler wiederum hatte den Hit „Michelle“ für Bläser und Streicher arrangiert, bevor die Blaskapell den Beatles-Block mit „Hey Jude“ ausklingen ließ. In Gedenken an Udo Jürgens hatte Dominik Arz aus dessen zahlreichen Hits ein „Erste-Sahne“-Medley zusammengestellt und für die Bläser der NUK und die Streicher der Agundo-Musikschule arrangiert. Dieses Medley erlebte an dem Abend seine Uraufführung. Damit endete die tolle Veranstaltung aber längst noch nicht. Nach dem überaus begeisterten Applaus und der Zugabe wurde noch kräftig gefeiert.
