Zur traditionellen Walburgis-Kirmes hatte der Katholische Junggesellenverein Leubsdorf eingeladen
Nach dem Stiftungsfest standen die jungen Majestäten im Mittelpunkt
Leubsdorf. Zur Eröffnung der diesjährigen Walburgis hatten der Hauptmann Dominik Krebs und Leutnant Simon Lohmann die Mitglieder des Katholischen Junggesellenvereins Leubsdorf am Freitagnachmittag in die Schützenhalle hoch über dem Ort eingeladen. Von dort ging es in einem Umzug zu Bürgermeister Achim Pohlen, wo die Fähnriche Fabian Schulheiß und Andreas Kretschmer die Fahnen schwenkten, bevor sich der Verein zum nahen Bürgerhaus begab, um im Schatten der Leubsburger Burg mit dem Fassanstich das 280. Stiftungsfest einzuläuten.
„Bei dessen Ausrichtung hat uns der Festausschuss um den Vorsitzenden Christopher Weißenfels und unser Ehrenmitglied Martin Opitz enorm geholfen“, dankte Kassierer Sebastian Stümper den 15 Dorfbewohnern. So waren die Gastgeber bestens gerüstet als am frühen Samstagnachmittag die Brüdervereine aus Ariendorf, Bad Hönningen, Dattenberg, Erpel, Hargarten, Lorscheid, Niederbreitbach, Rheinbrohl, Vettelschoß und Waldorf eintrudelten und um zahlreiche Pokale kämpften. Nicht nur das Preisfähndelschwenken konnten die Bad Hönninger klar für sich entscheiden, sie sackten auch den Heinrich-Schwarz-Pokal und den für die Meistbeteiligung ein, während der Pokal der Verbandsgemeinde nach Hargarten ging. Beim Meterbier schnitten die Vettelschoßer Junggesellen pro Kopf am besten ab, insgesamt Am meisten Gerstensaft verzehrt wurde aber von den Rheinbrohlern, die sich auch den Stimmungspreis sicherten. Der Pokal für die weiteste Anreise ging nach Waldorf, während den Dattenbergern am Abend neidlos der Ehrendamenpokal auf der Stiftungsfest-Party zuerkannt wurde, zu der die Band „Rio 5“ im Bürgerhaus aufspielte.
Dass ihnen nur wenig oder auch gar keine Zeit zum Ausschlafen blieb, war den „Behüteten“ des Jubiläumsvereins klar, denn schließlich traf man sich bereits um 5 Uhr an der „Jaaße Brück“, um mit dem „Reveille“ nach dem Vorstand auch Achim Pohlen und den Wirt des Vereinslokals, der Pizzeria Calabria“, aus den Betten zu holen. Nur vier Stunden später luden die Glocken von Sankt Walburgis zu dem von Pfarrer Christian Scheinost zelebrierten Hochamt mit anschließender sakramentaler Prozession. Während sich die betagteren Leubsdorfer am Nachmittag bei Kaffee und Kuchen im Bürgerhaus trafen, ließ Hauptmann Dominik Krebs den Festzug zum Fähndelschwenken am Pfarrhaus antreten. Dabei assistierte ihm jedoch nicht Simon Lohmann. Vielmehr war Schriftführer Tobias Nachtsheim in die Rolle des regulären Leutnants, hatte dieser doch am 1.Mai im Schützenhaus den Goldenen Schuss gelandet. Musikalisch unterstützt vom Tambourcorps Ohlenberg und dem Musikzug Plaidt zogen die Junggesellen Ehrendamen zunächst zum Pfarrhaus, wo eine große Menschenmenge bereits sehnsüchtig auf das traditionelle Fahnenschwenken wartete. Nachdem die Fähnriche Fabian Schulheiß und Andreas Kretschmer mit den Schwenkfahnen und Matthias Iserhardt mit der großen Josefsfahne ihr Können unter Beweis gestellt hatten, ging es weiter zu dem nur wenige Meter entfernten Königshaus, wo man sich fürstlich bewirten ließ.
Dann setzte sich der Königszug mit Simon Lohmann langsam in Bewegung in Richtung „Alte Hahn“, um Königin Tatjana Ahrens abzuholen. „Wem Gott will rechte Gunst erweisen“, stimmten die Plaidter Musiker an, auch wenn der Weg zur Königin sie nicht gerade in die weite weite Welt führte. Treffender war da schon der Beitrag der Ohlenberger, die Simon Lohmann daran erinnerten, dass 1,50 Euro bei weitem zu wenig sein dürften, um die Zeit als Majestät zu überstehen. Trotz dieser Mahnung glückstrahlend reihte sich dieser mit seiner Königin in den Zug ein, um sich den Dorfbewohner beim Marsch zum Bürgerhaus zusammen mit Tatjana Ahrens zu präsentieren. Dort begann dann mit einem fulminanten Königsball, zu dem der Musikzug der Leubsdorfer Feuerwehr aufspielte, ein weiterer Höhepunkt der diesjährigen Walburgis-Kirmes.
„Morgen feiern wir nach der Messe und dem anschließenden Fähndelschwenken unseren Festkommers, zu dem wir nicht nur Verbandsbürgermeister Hans-Günter Fischer und unseren Ortsbürgermeister Achim Pohlen neben dem Schirmherrn, dem Bundestagsabgeordneten Erwin Rüddel erwarten“, verriet Kassierer Sebastian Stümper. Außer Staatsminister a.D. Heinz Schwarz habe auch der früherer Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Bernhard Vogel (1976-1988), der in gleicher Funktion auch im Freistaat Thüringen (1992-2003) aktiv gewesen war, seinen Besuch fest zugesagt.
