Die Englisch-AG der Rheinbreitbacher Grundschule hatte wieder zu einem Musical eingeladen
„No sleeping in the museum“ hielt die Zuschauer wach
Rheinbreitbach. Da hätte Christophorus Kolumbus vor dem Start in die neue Welt doch beinahe sein Fernrohr vergessen. Gerade noch rechtzeitig, um sich mit dem unentbehrlichen Gerät auf Deck seiner Santa Maria zu begeben, war dies Cedric aufgefallen, der bei der Aufführung des Musicals „No sleeping in the museum“ den Entdecker des Seeweges nach Amerika spielte. Geschrieben hatte dies nach „Grandpa online“ im Vorjahr erneut Michaela Wolters für die Englisch AG der Viertklässler an der Gebrüder-Grimm-Ganztags-Grundschule in Rheinbreitbach. Inspiriert hatte sie für das neue Musical der Spielfilm „Nachts im Museum“. Da aber in ihrem Kulturtempel lediglich Gemälde gezeigt wurden, kam sie „nächtens“ ganz ohne Dinosaurier und anderes Getier. Hochgestellte Persönlichkeiten aber gab es natürlich schon, allen voran Queen Victoria (Maya) und Sitting Bull (Marvin) und sogar den legendären Jack Sparrow (Lars).
„Bei der zweiten Aufführung sind dann wieder andere ‚Engländer‘ an der Reihe, ihre schauspielerische Qualität unter Beweis zu stellen“, erklärte die AG-Leiterin, bevor sie die Zuschauer begrüßte, d„Ich heiße Sie alle herzlich willkommen zu unserer Museumsnacht. Sie werden während unserer interessanten Führung etliche Leihgaben näher kennenlernen, die mir einige von Ihnen anvertraut haben, damit ich ihren Kunstschätzen einen Rahmen verpasse“, so Michaela Wolters. Mit diesen Kunstschätzen bezog sie sich natürlich auf die rund 25 AGler und nicht nur auf die vier Museums-Exponate mit den jeweiligen „Hauptpersonen“. Der Eintritt sei zwar frei, da der Erhalt der Kunstwerke mittels Pizza und Eiscreme aber eben nicht kostenlos sei, bat die Musical-Autorin um Spenden, bevor eine Schulklasse mit ihren beiden Lehrerinnen von zwei Museumswächtern durch die Reihen der Zuschauer vor das erste Gemälde geführt wurde.
Der Wechselrahmen erwachte zum Leben
„This is a very nice painting of Queen Victoria“, erfuhren die Schüler zunächst, was die meisten von ihnen jedoch nur langweilte. Ganz anders drei „Übereifrige“, die sich nicht mit der Information zufrieden gaben, dass Victoria „the first Queen of England and India“ war. So fragten sie nach dem Namen der beiden Hofdamen, ja sogar den Namen ihres Tanzlehrers wollten sie wissen, bevor die Wächter den „Wechselrahmen“ zu Sitting Bull, „The chief of the Sioux“ trugen. Weiter ging es zu dem Italiener Kolumbus, der die meisten jedoch erheblich weniger interessierte als Jack Sparrow, „the Pirate of the Caribbean“.
Damit aber war auch schon die Öffnungszeit des Museums beinahe beendet. Nur 15 Minuten blieben den Schülern, die Ausstellungsräume zu verlassen, womit sich die drei Wissbegierigen jedoch nicht zufrieden gaben. Sie ignorierten die scheppernden Glocken der Wächter, versteckten sich - und schliefen ein. Erst gegen Mitternacht wurden sie von Musik geweckt. Queen Victoria war ihrem Bilderrahmen entstiegen, um mit ihrem Hofstaat ein Medley aus Klassik und Hip-Hop auf Parkett der Bühne zu legen. Da hielt es auch Sitting Bull nicht länger auf der Leinwand. „Let’s dance for rain“, forderte er seine Sioux auf, bevor auf die Bühnenwand eine einsame Insel projiziert wurde.
Zur Melodie von „Conquest of Paradise“ wollte sich Kolumbus dieser nähern. Allerdings hinderten ihn daran dichte Nebelschwaden, die mit den Einrad-Artisten der AG hin- und herwehten. „Master Jack“ hätten sie natürlich nicht abgehalten, seine Black Pearl in einer sicheren Bucht zu ankern, auch wenn der Piratenkapitän ganz offensichtlich etwas zu tief in seine Feldflasche voller Rum gesehen hatte. Mit den Worten „I need a drink“ torkelte er auf die Bühne, wo er mit seiner Crew zu „Pirates of the Caribbean“ tanzte. Gerade noch rechtzeitig konnten die beiden Lehrerinnen ihre drei Schützlinge vor den rauen Gesellen in Sicherheit bringen, was längst nicht für alle Zuschauer nach dem tosenden Endapplaus galt. Denn der beendete noch keineswegs das Musical, dessen Stars zum Flashmob ausschwärmten, um aus dem Publikum „Opfer“ herauszupicken, die mit zum Tanz nach dem Original Caribbean-Pirat-Soundtrack auf die Bühne geholt wurden.
