Linz lädt am Wochenende zur zweiten Historischen Kirmes ein
Nostalgisches Flair in der Bunten Stadt
Linz. „Nach dem Kirmes-Neuanfang im Vorjahr haben wir im Stadtrat lange darüber nachgedacht, ob wir wieder in die Linzer Kirmes investieren sollen. Da ein solches Kirchweihfest nicht von oben übergestülpt oder verordnet werden kann, sondern von der Gesellschaft, also Einrichtungen aus der Bürgerschaft gelebt werden muss, haben wir die Entscheidung davon abhängig gemacht, inwieweit sich die Linzer Vereine und Institutionen in das Fest einbinden lassen“, so Bürgermeister Hans-Georg Faust auf au der jüngsten Pressekonferenz. Da der Plan, dieses Jahr unter dem Motto „650 Jahre Burg Linz“ Kirmes zu feiern, so begeistert aufgenommen worden sei, haben Michael Schuch und die Tourist GmbH um Thomas Herschbach wieder ein Fest mit Blick in die Vergangenheit organisiert, bei dem natürlich die Burg im Mittelpunkt steht.
Stadtrundfahrten mit dem Scooter-Team
Vor der lädt das Scooter-Team um Manni Reul mit Autoselbstfahrern und kleinen Messerschmitt-Kabinenrollern am kommenden Freitag, 28. August, ab 14 Uhr zu Stadtrundfahrten ein, während es parallel dazu auf dem Marktplatz mit dem Nostalgierummel im wahrsten Wortsinn rund geht. „Statt utopischer Raumstationen und anderer moderner Himmelsstürmer dreht sich vor dem alten Rathaus wieder das Holzriesenrad aus dem Jahr 1902 und die etwa ebenso alte Straubinger Berg- und Talbahn“, verriet Schuch. Erheblich gemütlicher gehe es auf dem Pferdekarussell zu. So nostalgisch wie im Vorjahr könne die Stadt die Fahrpreise zwar nicht mitgestalten, diese seien jedoch „familienfreundlich“.
Nach der Eröffnung des nostalgischen Schausteller-Parks trifft sich der Stadtrat zu einem ökumenischem Gebet mit Segen gegen 18.30 Uhr an der Mariensäule. An die Gebete der Ratsherren in vergangenen Zeiten hatte Stadtarchivarin Andrea Rönz im Vorjahr in ihrem Kirchweih-Vortrag erinnert. „Dieses Mal spricht sie im Anschluss an das ökumenische Gebet über die Geschichte der Zwingburg und über das gespannte Verhältnis der Linzer zu ihrem Landesherrn“, erklärte Hans-Georg Faust, der am Freitag mit Unterstützung der beiden Schützenvereine, der Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft 1329 und der „Linzer Jünglinge“, und dem Bauhof den Kirmesbaum am „Halborn“ aufstellen wird, wo er auch den Fassanstich vornehmen wird.
Historischer Konflikt mit Andernach wird nachgestellt
Anlässlich des Mottos „650 Jahre Burg Linz“ ist natürlich auch dieses historische Gebäude fest in die Kirmes einbezogen. So öffnet die römische Glashütte an allen drei Tagen ab 10 Uhr das „Angstloch“, wie das Burgverlies mit Folterkammer genannt wird, bei freiem Eintritt, während am Wochenende eine Tischglasbläserin ihr Können präsentiert. Außerdem rücken am Sonntag das Stadtsoldatencorps und die „Schwere Artillerie“ vom Neutor zum Biwak rund um den Pulverturm aus. „Ab 14 Uhr werden sie dann versuchen, die von der anderen Rheinseite mit einem Sturmboot und der Fähre anlandenden Kräfte der gegnerischen Stadt Andernach am Einzug in die Stadt zu hindern“, erinnerte Hans Georg Faust an die mittelalterliche Auseinandersetzung der beiden Städte.
Neben dem Scooter-Team und den Karnevalisten beteiligt sich auch der Förderverein der St.-Martin-Kirche an der Kirmes. Am Samstag und Sonntag bietet er jeweils ab 14.30 Uhr und 15.30 Uhr in historischer Gewandung Führungen durch die Basilika an. Mittelalterlichen Sport und historische Kinderspiele gibt es an den beiden Tagen beim VfL und BBC Linz jeweils von 11 bis 17 Uhr in den Rheinanlagen, wo auch traditionelles Schmiedehandwerk vorgeführt wird und die Bogenschützen von SV Vettelschoß in das mittelalterliche Schießen einweihen.
„Das Fanfarencorps des TV Linz führt zudem am Samstag die beiden Schützenvereine mit ihren Gästen im Festzug auf den Marktplatz, von wo aus die Festgesellschaft gegen 18 Uhr zum Königsball in die Stadthalle zieht“, so Faust. Außerdem laden die Geschäfte rund um die Brunnen mit der Bäuerin Agnes am Sonntag ab 14 Uhr zu einer einstündigen Buttermarkt-Modenschau ein.
