DRK-Ortsverein Unkel
Private Hochwasserspende an Betroffene übergeben
Unkel/Deggendorf. Freudig nahmen betroffene Familien im Hochwassergebiet um Deggendorf die Spendenumschläge der „Kleiderstube des Deutschen Roten Kreuzes - Unkel“ entgegen. Vertreterinnen des DRK-Unkel überbrachten einigen Familien einen Betrag, der ihnen den Neustart nach der entsetzlichen Hochwasserkatastrophe erleichtern sollte.
Als „Hochwassererfahrene“ Rheinanwohner konnten sie mit geübtem Blick das Ausmaß der Schäden in den Häusern sehen. Das Wasser war überraschend und sehr schnell aus einer Richtung gekommen, die keiner vermuten konnte, da weiter weg ein Deich gebrochen war. Die Ölheizungen waren, da es ja nicht nötig war, nicht gegen Hochwasser gesichert und viele Tanks liefen aus. In den Häusern schwamm deshalb auf dem Hochwasser eine mehrere Zentimeter dicke Ölschicht.
Der deshalb ölbelastete Putz und die mit Öl belasteten Außenverkleidungen mussten so schnell wie möglich komplett abgeschlagen werden. So kam es, dass viele Häuser wie Rohbauten aussahen. Die Arbeit in den Häusern gestaltete sich nach Ende des Katastrophenalarms für die, die als letzte auf den Rückgang des Wassers warten mussten, als besonders schwierig. Mit Ende des Katastrophenalarms endeten alle zentral organisierten Hilfseinsätze. Jetzt waren die Familien auf sich alleine gestellt. Der Aufenthalt für Kinder in den Häusern war sehr bedenklich. Als Hochwassererfahrene wussten die Vertreterinnen des DRK, dass in den betroffenen Räumen vom Mobilar nichts mehr brauchbar sein konnte. Eine ältere Dame meinte im Gespräch: „Ich habe nichts mehr. Von meinem Leben gibt es nur noch mich.“
Für „Menschen in aktueller Not“ sammeln die Frauen, die die Kleiderstube der DRK-Unkel durchführen, über lange Zeit kleinere Spenden. Bei der ersten Flutkatastrophe in Grimma konnten sie mit einem beträchtlichen Betrag helfen und jetzt in Deggendorf wieder.
Die Vertreterin der DRK-Kleiderkammer führte ein langes ernsthaftes Gespräch mit einer Frau, die ihr privates Wohnmobil an einer Straßenecke geparkt hatte und freundlich und aufbauend Essen und Getränke an Anwohner und Helfer ausgab. Dafür fand sie immer wieder leicht Spender. In den umliegenden Häusern konnte ja meist nicht gekocht werden. So entwickelte sich ihr Stand am Wohnmobil zur aufbauenden Zentrale der verzweifelten Menschen in dem Viertel. Zurzeit muss sie auch wieder arbeiten.
Die Spenden „von Hochwasserbetroffenen zu Hochwasserbetroffenen“ haben bei allen Empfängern große Emotionen ausgelöst und Hoffnung gegeben.
