Die Stadt Linz ließ sich den barrierefreien Ausbau des Rathauseingangs rund 6.300 Euro kosten
Rathaustür ist kein Hindernis mehr
Linz. Zügig fährt Heinz Paffhausen die lange Rampe am Linzer Rathaus hinauf, drückt auf den weißen Schalter neben der schweren Eingangstür aus massiver Eiche und schon schwingt der rechte Flügel auf, so dass der Beigeordnete ohne Schwierigkeiten in das ehrwürdige Gebäude gelangen kann. „Bis Ende vorigen Jahres war es mehr als beschwerlich für auf Rollatoren angewiesene Besucher, in das Rathaus zu gelangen, Rollstuhlfahrer hatten im Grunde gar keine Chance, dies ohne fremde Hilfe zu bewerkstelligen“, erklärte Stadtbürgermeister Adi Buchwald. Mit dem elektrischen Türöffner sind nun neben dem Sitzungssaal auch das Büro der Touristinformation und die öffentlichen Toiletten barrierefrei zu erreichen. „Wir sind bereits Mitte der 90er Jahre Dank der langen Rampe, die vom Marktplatz entlang der Nordwestfassade zum Eingang des Rathauses führt, als ‚barrierefrei Stadt’ ausgezeichnet worden“, erinnerte der Stadtchef. Bei der Rathauserneuerung vor einigen Jahren habe sich jedoch niemand über einen generellen barrierefreien Zugang Gedanken gemacht, gestand er ein. Erst als er im Sommer vorigen Jahres aus seinem Reha-Aufenthalt zurückgekehrt sei, habe ihn der inzwischen auf den Rollstuhl angewiesene Heinz Paffhausen darauf aufmerksam gemacht, dass er ihn als Beigeordneter während seiner Abwesenheit nur schwer vertreten könne, da er nicht in der Lage sei, ohne fremde Hilfe in das Rathaus zu gelangen. „Wir haben das Thema ist dann Anfang September im Bauausschuss besprochen und sofort den Fachbereich 3 der Verwaltung beauftragt, die Vergabe für den entsprechenden Auftrag vorzubereiten“, erinnerte Adi Buchwald. Mit den knapp 600 Euro für die Elektroinstallation hat sich die Stadt den barrierefreien Zugang zum Rathaus damit rund 6.300 Euro kosten lassen, Mittel, die im Haushaltsplan generell für die Erhaltung des Gebäudes eingestellt waren, berichtete der Stadtchef. „Mit dem elektrischen Türöffner ist es natürlich noch nicht getan. Es muss noch einiges in Angriff genommen werden, um die Stadt barrierefreie zu gestalten“, so Adi Buchwald. So können Behinderte die Räumlichkeiten des Rathauses bislang nur im Erdgeschoss erreichen, nicht aber das Büro des Bürgermeisters und die Räume der Katholischen Familienbildungsstätte in den Obergeschossen. „Das wird sich spätestens ändern, wenn wir die Gestaltung der rückwärtigen Fassade endlich in Angriff nehmen. Im Zuge dieser Arbeiten ist der Anbau einer Liftanlage geplant, die zum Zwischengeschoss und zum Obergeschoss führen wird“, versprach der Stadtbürgermeister. Außerdem sollen dann die öffentlichen Toilettenanlagen auch ein Behinderten-WC erhalten.
Damit wäre mit dem Rathaus dann auch das zweiten städtische Gebäude nach der Stadthalle komplett behindertengerecht ausgebaut. „Erst wer selber einmal erlebt hat, dass schon ein kleiner Absatz zum abschreckenden Hindernis werden kann, wird die Notwendigkeit einsehen, den barrierefreien Ausbau unserer Stadt voranzutreiben. In dieser Hinsicht sind uns andere Länder, allen voran die USA, weit voraus“, berichtete Heinz Paffhausen abschließend.
