Rheinbreitbacher Vereine luden zum 36. Parkfest ein
Rekordbesuch rund um die Obere Burg
Rheinbreitbach. „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“, mutmaßten die Burgbläser mit Reinhard Mey am Samstagnachmittag im Parkpavillon der Oberen Burg. Dabei waren am strahlend blauen Himmel überhaupt keine Wölkchen zu sehen, schon gar keine Schlechtwetterwolken. „Wir haben heute Abend wirklich hervorragendes Wetter und was noch besser ist: Es soll auch so schön bleiben“, freute sich am frühen Abend Ralf Rother, der als Vorsitzender des Fördervereins Rheinbreitbacher Vereine zum 36. Parkfest eingeladen hatte.
Die Gäste waren schon seit den Nachmittagsstunden im Park der Oberen Burg eingetrudelt und hatten sich die günstigen Plätze zwischen dem Musikpavillon und den Versorgungsständen ausgesucht, an denen sich rasch an lange Schlangen bildeten. Nach ausgiebiger Stärkung umlagerten vor allem die jüngeren Besucher das große Bungee-Trampolin und warteten, dass eins der vier Sprungfelder frei würde, um sich mit waghalsigen Sprüngen in die Luft katapultieren zu lassen, bevor es im freien Fall abwärts ging. Genau den wollten die „Wipfelstürmer“ vermeiden. Eng an den Stamm eines Nadelbaums am Südeingang des Parks geschmiegt, nutzten sie „Monkeys“ genannte Klettergriffe, um der Baumkrone möglichst nahe zu kommen.
Fassanstich mit dem Beilchen
Nicht nur sie kamen mächtig ins Schwitzen. Heiß wurde es auch dem Rheinbreitbacher Bürgermeister, Wolfgang Gisevius, als er zum obligatorischen Fassanstich schritt. Grund waren allerdings nicht direkt die sommerlichen Temperaturen, sondern die Holzfällerjacke, in die er sich zwängen durfte. „Unser Ortschef spielt bei den Alten Herren der SV-Volleyballabteilung mit, und die fährt nächste Woche nach Kanada, wo ihr Chef ein Häuschen besitzt. Da der Gerd ‚Hiram‘ Linxweiler dort aber nicht für Strom und Heizung gesorgt hat, muss man eben Holz hacken, wenn man nicht frieren und morgens zum Frühstück einen heißen Kaffee trinken will“, erklärte Ralf Rother und drückte Gisevius zu Übungszwecken ein Beilchen in die Hand. Angst und bange wurde es den Burgbläsern schon um ihren Gerstensaft, werden sie doch mit dem Inhalt des Gebindes entlohnt, sieht man von den ersten Freibieren für die Vorsitzenden der 19 Rheinbreitbacher Vereine einmal ab.
Im Park hätte inzwischen nicht einmal mehr die „Biene Maja“ platz gefunden, geschweige denn die „Schützenliesel“, mit der die Musiker wenig später die Fähnriche des Junggesellenvereins, Jens Menden, Wolfgang Schmitz und Vinzenz Fehlinger, ankündigten, die vor dem Pavillon zum traditionellen Fähndelschwenken antraten.
Stimmung bis in den Morgen
„Nach Hause, nach Hause, nach Hause geh’n wir nicht, bis dass der Tag anbricht!“, versicherte die Bläsertruppe um ihren Vorsitzenden Martin Dahmen. Dem stimmten die meisten Parkfestgäste zu, hatte der Förderverein doch mit der „Performance Live Band“ eine der beliebtesten Coverbands aus dem rheinisch-bergischen Raum engagiert. Auch Kenneth King war wieder dabei, der schon im Vorjahr mit Soul und Rock die Parkfestbühne zum Beben gebracht hatte.
Selbst, als das Band-Sextett um Sängerin Katrin Schmitt sich schon wieder nach Wipperfürth aufgemacht hatte, verharrten viele Gäste noch im Park der Oberen Burg und wurden Zeuge, wie am frühen Sonntagmorgen die Stände für den vom Förderverein „Ratzefummel“ der Gebrüder-Grimm-Grundschule organisierten Flohmarkt in der Schulstraße und darüber hinaus aufgebaut wurden. Frühe Vögel konnten sich nach mehr oder weniger erfolgreichem Stöbern beim Frühstücksservice für eine Fortführung ihrer Schnäppchenjagd stärken, lange bevor die Fachwerkbuden des Parkfestes geöffnet wurden. Die sorgten dafür, dass in Rheinbreitbach und Umgebung mittags die Küchen kalt blieben, genossen die Gäste rund um die Oberen Burg doch in vollen Zügen neben dem möglicherweise letzten Sommersonntag die kulinarischen Angebote zu den Klängen der „Musikfreunde aus Urfeld“, die am Nachmittag dann von den Burgbläsern abgelöst wurden.
Hoch hinaus wollten Trampolinspringer und Wipfelstürmer.
