Allgemeine Berichte | 28.05.2013

Planung der Windkraftanlage am Asberg

Schlagabtausch von Gegnern und Befürwortern

VG Unkel hatte zur Informationsveranstaltung nach Rheinbreitbach eingeladen

Rheinbreitbach. Zu einer zweiten Informationsveranstaltung über die geplante Windkraftanlage am Asberg hatte die Verbandsgemeinde Unkel in den Rheinbreitbacher Bürgersaal eingeladen, nachdem die Bürgerinitiative (BI) „Pro Natur Pur“ bereits einige Tage zuvor ihre Argumente im Burghotel Ad Sion vorgestellt hatte. Dazu wurde ihren Sprechern, Christoph Pie und Klaus Beydemüller, wieder Gelegenheit gegeben. „Die Energiewende ist von der Politik beschlossen. Sie schont fossile Ressourcen, trägt maßgeblich zum Klimaschutz bei und schafft zukünftigen Generationen eine Basis für eine sichere, umweltschonende und bezahlbare Energieversorgung aus heimischen Quellen“, so Karsten Fehr, nachdem er die gut 400 Anwesenden zu einer fairen und respektvollen Diskussion aufgerufen hatte. Entschieden wehrte sich der VG-Chef gegen den Vorwurf, Entscheidungen hinter dem Rücken der Bevölkerung ohne ausreichende Information herbeigeführt zu haben. „Das Thema Windkraft wird in den Räten seit 2009 diskutiert, seit die Potenzialstudie ergeben hat, dass es in Unkel geeignete Flächen für eine solche Anlage gibt“, erinnerte er.

Mitten in der Schlaumachphase

Neben den beiden Informationsfahrten von „UWE“ habe auch die VG Ende Februar über die Pläne informiert, nachdem bereits ab Ende Januar die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden durchgeführt worden sei. „Wir sind noch in der Schlaumach-Phase. Es ist rein gar nichts entschieden, ob überhaupt und wenn ja wie viele Anlagen errichtet werden. Und: Wir sind immer noch Herr des Verfahrens“, betonte Karsten Fehr. Wenn auch nur ein einziges der noch ausstehenden Gutachten negativ ausfallen sollte, wären alle Pläne Makulatur, versicherte er. Aber: „Pacta sunt servanda“, erinnerte der Jurist daran, dass Verträge einzuhalten sind. Falls kein Gutachten gegen den Windpark sprechen würde, die VG aber dem Drängen der Windparkgegner nachgeben würde, dann kämen Forderungen von Seiten der EVM in sechsstelliger Höhe auf die Kommunen zu. „Wir bewegen uns im FFH-Schutzgebiet am Asberg natürlich in einem sehr sensiblen Gebiet“, räumte Sonja Klewitz vom Unkeler Bauamt ein. Deshalb habe man neben dem Fledermaus-Gutachten, der Landschaftsbildanalyse und zwei avifaunistischen Gutachten auch nicht eine FFH-Verträglichkeitsprüfung für den Asbach wie für das Siebengebirge in Auftrag gegeben und eine genauere Untersuchung hinsichtlich des Schwarzstorches gefordert. „Erst wenn all dies vorliegt, kann der VG-Rat die privaten und öffentlichen Belange abwägen, den Planentewurf überarbeiten und erneut zur Beteiligung öffentlich machen, um dann abschließend zu entscheiden“, schilderte sie das Prozedere, bevor sie Fotosimulationen vorstellte. Diese charakterisierte sie als „erste sachkundig erstellte Impressionen“, die ein realistisches Bild aus verschiedenen Blickwinkeln, aber noch kein genaues „Windparkdesign“ wiedergeben würden. Die schon aus wenigen Meter Entfernung von den Anwesenden kaum noch wahrzunehmenden Windräder riefen lediglich höhnisches Gelächter im Saal hervor. Konzentrierter folgten die Bürger dagegen den Ausführungen von Rolf Weber vom Planungsbüro West. „Auch wir Planer warten mit Spannung auf das Ergebnis der Gutachten hinsichtlich des FFH-Gebiets.

Sicher ist lediglich, dass, wenn diese nicht gegen einen Windpark sprechen, maximal sechs bis zehn Windräder errichtet werden“, versicherte er. „Wir sind nicht gegen die Energiewende und die Nutzung der Windkraft, wohl aber gegen den Windpark Asberg und wir fordern eine öffentliche Umweltverträglichkeitsprüfung“, betonte Christoph Pie. Nur so könnten die Bürger an der Entscheidung mitarbeiten, da sie dann Einsicht in die Gutachten hätten. Die bislang vorliegenden könne die BI nicht akzeptieren, da in ihnen Namen ganz anderer Kommunen genannt würden, sodass die Untersuchungen wohl nicht auf den „Einzelfall Unkel bezogen, sondern zusammenkopiert“ sein.

Gegner der Windparks

„Alle Naturschutzverbände sind gegen diesen Windpark ebenso wie die Nachbarkommunen und der Rhein-Sieg-Kreis, nicht zuletzt, weil hier ein uraltes Naturschutzgebiet verschandelt würde“, warnte Christoph Pie. Da EU-Richtlinien verletzt werden könnten, kämen zudem möglicherweise Schadensersatzforderungen auf die vier Gemeinden zu. Außerdem würden Schwachwindstandorte wie der Asberg die Energiewende nur verteuern, da sie mehr Subventionen nach sich ziehen würden. Solche Projekte könnten die Windkraft entsprechend vom Markt vertreiben. „Wir müssen uns alle schlau machen. Die Natur verdient, dass wir auf Nummer sicher gegen“, schloss Klaus Beydemüller die Ausführungen der Windpark-Gegner. Nachdem Heinz Schmitz, Sprecher der „BI UWE“ auf die Einsparungen von Kohlendioxid durch die Windanlagen sowie auf die Ausgleichsmaßnahmen für die erforderlichen Rodungen eingegangen war und für eine Mitgliedschaft in der UWE-Genossenschaft geworben hatte, stellte Hännes Mörtel von der Enova die aus seiner Sicht umweltverträgliche Umsetzung des Projektes vor.

„Generell gilt: Der Asberg ist hinsichtlich der Windhöffigkeit nicht schlechter als andere Gebiete südlich von Hannover. Ob sich dort ein Windpark rechnet, werden wir nach den Messungen wissen, die uns ein spezieller Mast liefern wird“, so der Projektierer, bevor er auf einen möglichen Schattenwurf und die Lärmbelästigung einging. Zu hören sei ein Windrad maximal wie ein moderner Kühlschrank, einen Discoeffekt durch reflektierende Farben werde es nicht geben und der Schattenwurf sei gesetzlich auf maximal acht Stunden pro Jahr begrenzt. Die potenziellen Betreiber würden schon jetzt von maximal zehn Windrädern ausgehen, sodass sich etwa der Abstand in Richtung Bruchhausen auf rund 2.400 Meter erhöhen würde. „In den zehn bis zwölf Monaten der Bauzeit werden maximal fünf Lastwagen pro Tag das Gebiet von der Landesstraße zumeist über vorhandene Waldwege anfahren. Die Zahlen der BI, es seien 250 Fahrzeuge allein für die Fundamente notwendig sind unrichtig.

Diese werden für den gesamten Windpark benötigt“, versicherte Hännes Mörtel. Abschließend betonte Michael Diemer, dass der Wald der Eckpfeiler für die Windenergie sei. Durch die größere Höhe der Windräder sei der Forst darunter weiter komplett nutzbar. Die logistischen Anforderungen beim Bau seien zwar enorm, zu Autobahnen würden die Waldwege jedoch nicht ausgebaut. Gerodete Flächen würden anschließend rekultiviert oder durch Ausgleichsmaßnahmen ersetzt. „Wir sprechen uns nicht für eine Nutzung der Windenergie um jeden Preis aus, der ohne sie aber nicht aufzuhaltende Klimawandel würde den gesamten Waldbestand gefährden“, so das Resümee des Forstamtsleiters.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Rund ums Haus
Koblenz blüht 2026
Kreishandwerkerschaft
Innovatives rund um Andernach
Stellenanzeige mehrere Stellen
Titelanzeige
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Empfohlene Artikel
So könnte der Innenraum der alten Kirchr als Stadthalle aussehen.
331

Linz am Rhein. Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal des Vereins Stadtbild Deutschland e.V. spricht sich für eine vertiefte Prüfung der Umnutzung des ehemaligen Kirchengebäudes in Linz am Rhein zu einer modernen Stadthalle aus. Ziel ist es, die vorhandene bauliche Substanz sinnvoll weiterzuentwickeln und gleichzeitig einen nachhaltigen Mehrwert für das Stadtbild sowie das kulturelle Leben zu schaffen.

Weiterlesen

Symbolbild.
29

Region. Der März erfreute nicht nur meteorologisch mit warmen Tagen zum Frühlingsanfang, er sorgte auch auf dem regionalen Arbeitsmarkt für eine anhaltende Belebung. Im Gesamtbezirk der Agentur für Arbeit Rhein-Wied-Westerwald, der die Landkreise Altenkirchen, Neuwied, Rhein-Lahn und Westerwald umfasst, waren im März 17.876 Menschen ohne Beschäftigung gemeldet. Das sind 385 weniger als im Februar, jedoch 240 mehr als im Vorjahr.

Weiterlesen

Alle Beteiligten waren mit großem Engagement bei der Sache und zeigten, wie wichtig ihnen ein sauberes und gepflegtes Umfeld ist.  Fotos: A.Baumeister
34

Roniger Hof. Der Interessenkreis Roniger Hof hatte am 21. März zur diesjährigen Aufräumaktion eingeladen. Bei gutem Wetter sind viele dem Aufruf gefolgt und haben dafür gesorgt, dass ihr Stadtteil wieder ein Stückchen sauberer wurde. Eine beträchtliche Menge an Müll wurde gesammelt, was den Erfolg der Aktion unterstreicht. Anschließend gab es als Dankeschön für die fleißigen Helfer Würstchen und Getränke.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2290

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
134

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Dauerauftrag
Dauerauftrag 2026
Rund um´s Haus
Kreishandwerkerschaft
Essen auf Rädern
Dauerauftrag 2025
Kreishandwerkerschaft
Anzeige "Rund ums Haus"
Oster-Anzeige
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Titel
Hasenhoppeln & Heimatshoppen
Rund ums Haus
SB Standesamt
Anzeige KW 14
Ostergrußanzeige
Anzeige Lange Samstage
Stellenanzeige Personalreferent/in
Stellenanzeige