Mit „Lights of Wood“ sammeln Schüler unternehmerische Erfahrungen
Teilnahme am „Junior Projekt“
Linz. Wie in den zurückliegenden Jahren ist es dem Erdkunde- und Sozialkundelehrer am Martinus-Gymnasium Linz, Jens Ruhnau, erneut gelungen, eine Schülerfirma ins Leben zu rufen. Mit „Lights of Wood“ beteiligen sich 17 Schüler an dem „Junior-Projekt“ des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln. Kürzlich hat der dreiköpfige Vorstand, Lara Dommermuth, Christopher Kegel und Marie Schnelle nun zu einem ersten Aktionärstreffen in den Musikraum eingeladen. So jedenfalls könnte man die Familienmitglieder bezeichnen, die ohne Aussicht auf Tantiemen mit Kapitalscheinen den finanziellen Grundstock für die jungen „Existenzgründer“ aus der Mittelstufe gelegt hatten.
„Als Produkt haben wir uns Teelicht-Halter aus massivem Holz entschieden. An diesem Material besteht kein Mangel, da uns die Schreiner Bockshecker aus Unkel für sie nicht mehr zu nutzende Reststücke kostenlos zur Verfügung stellt“, berichtete Lara Dommermuth. Bearbeitet mit Hobel und Bandschleifer würden diese von den Mitgliedern der Abteilung „Produktion“ in der Schreinerei des Hausmeisters, bevor dann je nach Größe zwei oder drei Löcher für die Teelichter eingefräst würden.
„Einschließlich des Vorstands besteht unsere Firma aus fünf Abteilungen. Wir drei haben die Aufgabe interne Probleme zu regeln, die vier anderen Abteilungen hinsichtlich eines reibungslosen Ablaufs zu kontrollieren und Mitarbeiterversammlungen einzuberufen sowie zu leiten“, erläuterte Christopher Kegel. Außerdem seien sich die Vorstandsmitglieder nicht zu schaden, jederzeit bei der Produktion auszuhelfen, falls dort Engpässe entstehen sollten.
„Ziel des Projektes ist natürlich, dass wir durch die realitätsnahe Firmenleitung Wissen erwerben, das wir später im Berufsleben einsetzen können“, so Marie Schnelle. Außerdem würden Schlüsselqualifikationen gefördert sowie unternehmerisches Denken und Handeln. Damit will das Kölner Institut schon bei Schülern nicht nur Voraussetzungen für Existenzgründungen schaffen, sondern auch für den Existenzerhalt.
Während die Abteilung Produkt-Design jetzt vorwiegend über die genaue Umsetzung ihrer Vorgaben wacht, hat die Marketing-Abteilung die „Lights of Woods“ für einen Flyer ins rechte Licht gerückt, der demnächst verteilt wird. Auf dem ist nicht nur der Preis vermerkt, sondern auch die Adresse, wo man die Teelichthalter bestellen kann. Alle Hände voll zu tun hat die Finanzabteilung schon jetzt. Sie muss die gearbeiteten Stunden pro Firmenmitglied auflisten, die jeweils mit 25 Cent von „Junior“ entlohnt werden. Die Einnahmen für die Teelichthalter fließen auf ein Konto, das Jens Ruhnau für „Light of Wood“ eröffnet hat, während die Mehrwertsteuer an „Junior“ überwiesen wird.
„Außerdem müssen ständig Protokolle über die Firmensituation bei der „Junior-Filiale“ in Mainz abgegeben werden“, ergänzte Lara Dommermuth. Ob die Firma sich bis Ende des Schuljahres „auf dem Markt“ so behauptet hat, dass sie Gewinn abgeworfen hat, bleibt abzuwarten. Die 30 Stunden Arbeitszeit, die notwendig sind, um eine Urkunde von „Junior“ zu bekommen, wird wohl jedes Mitglied locker absolviert haben.
Der dreiköpfige Vorstand erläuterte das weitere Vorgehen von der Produktion bis zur Vermarktung.
