Allgemeine Berichte | 23.07.2026, 10:12 Uhr

Oberärztin Dr. Mita Mathai Muthirenthy vom FKL im Gespräch

Thema: Sommergrippe und Infekte – warum sie zunehmen und wie man sich schützt

Dr. Mita Mathai Muthirenty ist Pneumologin und Oberärztin der Inneren Abteilung des Franziskus Krankenhauses.
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Linz. Sommerzeit bedeutet für viele Erholung, Reisen und Aktivitäten im Freien. Doch immer häufiger klagen Menschen auch in den warmen Monaten über Infekte, Fieber, Husten oder Halsschmerzen. Die sogenannte „Sommergrippe“ ist längst kein seltenes Phänomen mehr. Pneumologin Dr. Mita Mathai Muthirenthy, zweifache Oberärztin der Inneren Abteilung am Franziskus Krankenhaus Linz am Rhein, erklärt, warum Infekte im Sommer zunehmen und wie man sich wirksam schützt.

Frage: Frau Dr. Muthirenthy, viele Menschen wundern sich, warum sie ausgerechnet im Sommer eine Grippe oder Erkältung bekommen. Woran liegt das?

Dr. Muthirenthy: Der Begriff „Sommergrippe“ ist etwas irreführend, denn es handelt sich meist nicht um echte Grippeviren, sondern um andere Erreger wie Enteroviren oder Adenoviren. Diese Viren fühlen sich in warmen Temperaturen besonders wohl. Gleichzeitig wechseln wir im Sommer ständig zwischen Hitze draußen und kühleren Innenräumen. Dieser Temperaturstress schwächt die Schleimhäute – und damit unsere erste Abwehrbarriere.

Frage: Warum nehmen Sommerinfekte in den letzten Jahren zu?

Dr. Muthirenthy: Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen verbringen wir mehr Zeit in Gruppen – im Freibad, auf Festivals, in Restaurants oder auf Reisen. Viren verbreiten sich dort sehr schnell. Zum anderen sind viele Menschen durch Pollenallergien oder trockene Luft ohnehin anfälliger. Und nicht zuletzt spielt unser Verhalten eine Rolle: Wir trinken oft zu wenig, schlafen weniger und sind viel unterwegs. All das belastet das Immunsystem.

Frage: Welche Symptome sind typisch für eine Sommergrippe?

Dr. Muthirenthy: Häufig sehen wir:

• Halsschmerzen

• Fieber oder erhöhte Temperatur

• Kopf- und Gliederschmerzen

• Husten oder Heiserkeit

• Magen-Darm-Beschwerden, besonders bei Enteroviren

Viele Betroffene fühlen sich plötzlich sehr abgeschlagen, obwohl sie vorher völlig gesund waren.

Frage: Wie kann man sich im Sommer am besten vor Infekten schützen?

Dr. Muthirenthy: Es gibt einige einfache, aber sehr wirksame Maßnahmen:

• Ausreichend trinken, besonders Wasser und ungesüßte Getränke.

• Klimaanlagen moderat einstellen, um extreme Temperaturwechsel zu vermeiden.

• Hände regelmäßig waschen und desinfizieren, vor allem nach dem Schwimmbad oder Reisen.

• Sonnenbrand vermeiden, denn auch er schwächt das Immunsystem.

• Ausreichend schlafen, um die Abwehrkräfte zu stabilisieren.

• Geteilte Handtücher oder Trinkflaschen vermeiden, besonders bei Kindern.

Diese kleinen Schritte machen im Alltag einen großen Unterschied.

Frage: Wann sollte man ärztliche Hilfe suchen?

Dr. Muthirenthy: Wenn Fieber länger als zwei bis drei Tage anhält, wenn starke Schmerzen auftreten oder wenn sich der Allgemeinzustand deutlich verschlechtert. Auch bei Vorerkrankungen wie Asthma, COPD oder Herzproblemen sollte man Infekte nicht auf die leichte Schulter nehmen. Sommerinfekte sind meist harmlos, aber sie können sich in Einzelfällen auch kompliziert entwickeln.

Frage: Was möchten Sie den Menschen im Umland zum Abschluss mitgeben?

Dr. Muthirenthy: Sommerinfekte lassen sich nicht vollständig vermeiden, aber man kann ihr Risiko deutlich reduzieren. Wer auf seinen Körper hört, ausreichend trinkt und extreme Temperaturwechsel meidet, schützt sich bereits sehr gut.

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Dr. Mita Mathai Muthirenty ist Pneumologin und Oberärztin der Inneren Abteilung des Franziskus Krankenhauses. Foto: FKL

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