Allgemeine Berichte | 09.09.2026, 14:06 Uhr

Stein für Stein zu neuem Lebensraum

Trockenmauerbaukurs im Naturpark Rhein-Westerwald

Die Teilnehmenden des Kurses mit Kursleiter Walter Oeffling (links).
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Leutesdorf. Am letzten Augustwochenende wurde in den Leutesdorfer Weinbergen kräftig angepackt. Im Rahmen eines zweitägigen Trockenmauerbaukurses, der vom Naturpark Rhein-Westerwald finanziert und organisiert wurde, errichteten die 12 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter fachkundiger Anleitung eine rund acht Meter lange Trockenmauer – inklusive eines kunstvoll gesetzten Bogens.

Bei bestem Wetter hieß es zunächst: Steine auswählen, begutachten, drehen, neu ansetzen und wieder ein Stück zurückbauen. Denn so einfach, wie das Prinzip einer Trockenmauer zunächst klingt, ist der Bau keineswegs. Die Steine werden ohne Mörtel aufeinandergesetzt und müssen allein durch ihre Form, ihr Gewicht und die richtige Anordnung Stabilität bekommen. Schon nach kurzer Zeit merkten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie viel Geduld, Kraft und handwerkliches Geschick dafür notwendig sind.

Geleitet wurde der ausgebuchte Kurs von Walter Oeffling, einem ehemaligen Mitarbeiter des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum, der sein umfangreiches Wissen rund um den traditionellen Trockenmauerbau an die Gruppe weitergab.

Die Motivation der zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer war dabei ganz unterschiedlich: Einige suchten einen Ausgleich zum Büroalltag, andere wollten praktische Erfahrungen für ein eigenes Projekt im heimischen Garten sammeln. Wieder andere kamen aus Interesse am traditionellen Handwerk und am Naturschutz.

„Wenn man so etwas selbst gebaut hat und sieht, wie viel Arbeit darin steckt, entwickelt man großen Respekt vor den Menschen, die diese Mauern früher in den Weinbergen errichtet haben. Dass einige dieser Mauern bis heute stehen, ist wirklich beeindruckend“, so Irmgard Schröer, Geschäftsführerin des Naturparks Rhein-Westerwald.

Doch die Mühe lohnt sich nicht nur aus handwerklicher Sicht. Die neue Trockenmauer fügt sich harmonisch in die Weinbergslandschaft ein und erfüllt gleichzeitig eine wichtige ökologische Funktion. Die vielen kleinen Zwischenräume, Spalten und Hohlräume bieten Insekten, Spinnen, Eidechsen und anderen Kleintieren wertvolle Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten.

Das Interesse an den Arbeiten war auch außerhalb des Kurses groß. Immer wieder blieben Wanderer und Radfahrer stehen, beobachteten die Arbeiten und kamen mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ins Gespräch. So bot der Kurs nicht nur die Gelegenheit, selbst Hand anzulegen, sondern machte gleichzeitig auf die Bedeutung der Trockenmauern für die Landschaft und den Naturschutz aufmerksam.

Die neue Mauer ist damit nicht nur das Ergebnis eines gelungenen Kurses, sondern auch ein weiterer Baustein für den Erhalt der besonderen Kulturlandschaft in den Leutesdorfer Weinbergen. Gemeinsam mit bereits bestehenden Trockenmauern und weiteren Naturschutzmaßnahmen des Naturparks, wie den dort errichteten Lebenstürmen, entstehen wertvolle Strukturen, die Natur- und Kulturlandschaft miteinander verbinden.

Ein besonderer Dank gilt Walter Oeffling für die fachkundige und engagierte Durchführung des Kurses sowie allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihren tatkräftigen Einsatz. Stein für Stein ist so ein Stück traditionelles Handwerk bewahrt und gleichzeitig neuer Lebensraum geschaffen worden.

Weitere Infos sind unter: www.naturpark-rhein-westerwald.de zu finden.

Die Teilnehmenden des Kurses mit Kursleiter Walter Oeffling (links). Foto: Katrin Hoffmann

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