Umnutzung statt Abriss
Umnutzung des ehemaligen Kirchenbaus in Linz am Rhein als moderne Stadthalle
Linz am Rhein. Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal des Vereins Stadtbild Deutschland e.V. spricht sich für eine vertiefte Prüfung der Umnutzung des ehemaligen Kirchengebäudes in Linz am Rhein zu einer modernen Stadthalle aus. Ziel ist es, die vorhandene bauliche Substanz sinnvoll weiterzuentwickeln und gleichzeitig einen nachhaltigen Mehrwert für das Stadtbild sowie das kulturelle Leben zu schaffen.
Der bestehende Baukörper aus den 1960er Jahren weist konstruktive Mängel im Bereich des Daches auf, weshalb derzeit ein Abriss diskutiert wird. Gleichzeitig stellt die massive Betonstruktur eine solide Grundlage für eine Umnutzung dar. Der große, stützenarme Innenraum bietet gute Voraussetzungen für eine flexible Nutzung als Veranstaltungsort für kulturelle, schulische und gesellschaftliche Zwecke.
<span class=“\“ImTitle\““>Zentraler Konzeptansatz: Architektonische Weiterentwicklung<span class=“\“ImTitle\““> Die bestehende Betonkonstruktion kann durch eine neue äußere Gebäudehülle gestalterisch überarbeitet werden. Durch eine vorgehängte Fassade lassen sich die derzeit stark kantigen Gebäudeformen beruhigen und in eine harmonischere Gesamtform überführen. Vorgesehen ist eine weichere, abgerundete Gebäudekontur, die sich besser in die Umgebung einfügt und das Erscheinungsbild deutlich aufwertet.
Die geplante Fassadengestaltung orientiert sich an klassischen und zugleich zeitlosen Gestaltungselementen. Warme, natürliche Farbtöne können dazu beitragen, den Baukörper stärker in das landschaftliche Umfeld einzubinden. Eine klare Dachkante sowie eine horizontale Gliederung der Fassade schaffen eine ruhige architektonische Ordnung. Durch diese Maßnahmen kann aus dem heutigen Bau ein identitätsstiftendes öffentliches Gebäude entstehen.
Auch im Innenraum eröffnet die vorhandene Struktur neue Möglichkeiten. Durch den Einbau eines großflächigen Oberlichtes kann der Raum deutlich aufgehellt werden. Ergänzende Gestaltungselemente wie Holzoberflächen, eine flexible Bestuhlung sowie akustisch wirksame Wandverkleidungen ermöglichen eine angenehme Atmosphäre für unterschiedliche Veranstaltungsformate.
Eine Stadthalle an diesem Standort würde neue Perspektiven für das gesellschaftliche Leben eröffnen. Denkbar sind unter anderem Schulveranstaltungen, Konzerte, Theateraufführungen, Vorträge, Vereinsveranstaltungen sowie traditionelle Veranstaltungen wie der Karneval. Durch die multifunktionale Nutzbarkeit entsteht ein zentraler Veranstaltungsort mit langfristigem Mehrwert für die Stadtgesellschaft.
<span class=“\“ImTitle\““>Vorteile der Erhaltung der Tragstruktur<span class=“\“ImTitle\““> Auch im Hinblick auf die bauliche Umsetzung bietet der Erhalt der Tragstruktur Vorteile. Der vollständige Abriss eines massiven Gebäudes in Hanglage würde umfangreiche Rückbau- und Transportmaßnahmen erforderlich machen. Der Abtransport großer Mengen an Bauschutt durch das innerstädtische Straßennetz könnte zu Belastungen für Infrastruktur und Anwohner führen. Eine Umnutzung kann diese Risiken reduzieren und gleichzeitig vorhandene Ressourcen sinnvoll nutzen.
Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal des Vereins Stadtbild Deutschland e.V. sieht in der vorgeschlagenen Weiterentwicklung des Baukörpers eine Chance, Nachhaltigkeit, Baukultur und funktionale Anforderungen miteinander zu verbinden. Die vorliegenden Visualisierungen zeigen beispielhaft, wie durch gezielte architektonische Maßnahmen eine neue Qualität entstehen kann, die sowohl gestalterisch als auch funktional überzeugt. Die Bilder sind nicht als Baupläne zu verstehen.
Der Verein regt an, die dargestellten Ansätze im Rahmen einer Machbarkeitsprüfung von den verantwortlichen Stellen weiter zu untersuchen und die Potenziale einer Umnutzung umfassend zu bewerten. Eine Finanzierung der Maßnahme könnte auch durch das Sondervermögen des Bundes erfolgen.</span></span></span></span>
Durch moderne Vorhängesysteme könnte der Betonklotz aus dem Linzer Stadtbild verschwinden und sich farblich an die Bebauung angliedern. Foto: RV Unteres Mittelrheintal
