Gisela Stahl holte Peter Altmaier zum CDU-Neujahrsgespräch nach Erpel
Umweltminister kommt gern an den Rhein
Erpel. Bis auf den allerletzten Platz gefüllt war Anfang dieser Woche der Bürgersaal von Erpel, hatte die Vorsitzende Gisela Stahl doch Umweltminister Peter Altmaier für das traditionelle Neujahrsgespräch ihres CDU-Ortsvereins gewinnen können. Willkommen heißen konnte sie neben der Hausherrin, Bürgermeisterin Cilly Adenauer, den Bundestagsabgeordneten Erwin Rüddel und die Landtagsabgeordnete Ellen Demuth, Staatsminister a.D. Heinz Schwarz und den Vorsitzenden des CDU-Gemeindeverbands, Heinz Schmitz sowie zahlreiche Kommunalpolitiker aus der Region jedweder Couleur.
„Ich kenne Gisela Stahl schon seit 18 Jahren und kann ihre Bitten einfach nicht abschlagen, was sich für mich bisher aber immer als sehr positiv erwiesen hat“, bekannte der Umweltminister. Vor elf Jahren sei er nach seinem Besuch in Erpel in den Vorstand der Bundestagsfraktion gewählt worden, 2004 deren Justiziar geworden. Erneut nach einem Treffen mit der Erpelerin wurde der Jurist aus dem Saarland 2005 Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium, bevor er 2009 Norbert Röttgen als Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion beerbte, dessen Nachfolger als Umweltminister er im Mai 2012 nach Stahls Besuch in Berlin wurde. „Mal sehen, was dieses Mal auf mich zukommt“, unkte der Ehrengast, bevor er sich nach 2002 zum zweiten Mal in das Goldene Buch des Ortes eintrug, den er erneut wegen seiner hohen Gemeinschaftlichkeit als würdigen Vertreter der alten Bonner Republik lobte.
Zahlreiche Veränderungen
2002 habe man Sorge gehabt, wirtschaftlich den Anschluss zu verlieren. Seitdem habe man einiges an Veränderungen erreicht. Es sei eben richtig gewesen, nicht den leichten Weg zu gehen, der zu höherer Verschuldung geführt hätte. Es gelte, eine nachhaltige Politik zu machen, und dies bedeute, die Ausgaben auch selber zu erwirtschaften.
„Das werden wir im kommenden Jahr wohl schaffen, sodass wir erstmals seit 1969 ohne neue Schulden auskommen werden“, sagte Peter Altmaier voraus, bevor er sich dem Ausstieg aus der friedlichen Atomnutzung und damit den Erneuerbaren Energien widmete.
Die Bevölkerung habe nach Fukushima den Glauben in der Beherrschbarkeit der Atom-Technologie verloren, 75 Prozent seien immer noch gegen eine entsprechende Nutzung. Von daher sei der im Vorjahr beschlossen Ausstieg nur konsequent. „Deutschland ist das erste Land, dass seine Energieversorgung ganz auf Erneuerbare Energien umstellen will, bis 2050 zu 80 Prozent. Wohlstand braucht aber Energie, Wärme und Strom“, so der Umweltminister.
Die Frage sei somit, wie die dynamisch wachsende Weltwirtschaft mit Energie versorgt werden könne, ohne dass die Umwelt durch den von Gas und Kohle bedingten CO2 Ausstoß Schaden nehme.
„Es geht nämlich nicht um Umweltschutz oder Wohlstand, sondern um Umweltschutz und Wohlstand. Wenn wir das hier in Deutschland schaffen, werden Chinesen und Inder, Philippinen und Indonesier auch unser Modell übernehmen“, war er überzeugt. Dafür aber müsse die Stromversorgung generell vom Kopf auf die Füße gestellt werden.
Thema Windkraftanlagen
Früher habe man Windkraftanlagen da gebaut, wo Wind war, also im Norden, und Fotovoltaikanlagen dort, wo Sonne war, also im Süden. Heute baue man da, wo eben Platz sei. Damit ändere man aber nichts an dem Problem, den Strom dann zu erzeugen, wenn er benötigt werde. „Sonne gibt es eben nicht den ganzen Tag, sondern maximal von 11 bis 17/18 Uhr und der Wind weht auch nicht permanent“, beschrieb Peter Altmaier eines der Probleme Erneuerbarer Energien.
Die Batterie- und Speichertechnik müsse vorangetrieben werden. Zu klären sei zudem etwa, wie mit überschüssigem Strom Wärme produziert werden könne, die dann bei Bedarf wieder zu Strom umgewandelt werden könnte.
„Das alles sind aber nicht Probleme, sondern Herausforderungen, bei der wir auf die Kreativität und den Erfindungsreichtum der Menschen setzen, etwa darauf schlaue Netze und schlaue Zähler zu finden, die wissen, wann Strom preiswert ist“, betonte Peter Altmaier. Strom aus Erneuerbarer Energie dürfe nicht teurer werden, als der aus Gas, Kohle oder Kernkraftwerken, sonst stehe bald keiner mehr hinter der Energiewende, verteidigte er seine Strompreisgrenze.
Gut eine Stunde sprach Peter Altmaier.
