Ziel der Christdemokraten ist neben dem Sessel des Stadtchefs auch die absolute Mehrheit im Stadtrat
Unkeler CDU-Vorsitzender Alfons Mußhoff tritt gegen Amtsinhaber Gerhard Hausen an
Unkel. Wenn sich am Sonntag, 25. Mai, der Unkeler Stadtbürgermeister Gerhard Hause zum zweiten Mal zur Wiederwahl stellt, tritt der Sozialdemokrat gegen den Vorsitzenden des CDU-Ortsverbands, Alfons Mußhoff an. Was unter der Hand in der Kulturstadt am Rhein schon länger ein offenes Geheimnis war, ist seit Mitte voriger Wochen Gewissheit. Im Sankt Pantaleon-Seniorenzentrum stellte sich der Regierungsdirektor im Bundesministerium für Arbeit und Soziales seinen Parteifreunden als Kandidat vor, die ihn einstimmig auf den Schild hoben.
„Ich bin bereit zu der Kandidatur. Als Stadtbürgermeister werde ich Unkel als lebens- und liebenswerte Stadt für Jung und Alt weiterentwickeln“, versprach der 56-jährige Westfale, der mit seiner Frau Anna vor 20 Jahren nach Unkel gezogen war. Bereits als Jugendlicher Mitglied der Jungen und Union und der CDU, war Alfons Mußhoff von 2002-05 Vorsitzender des CDU-Ortsverbands Unkel, von 2004-10 auch des CDU-Gemeindeverbandes. Seit 1999 gehört er dem Stadtrat an, seit 2004 auch dem Verbandsgemeinderat.
„Als Stadtbürgermeister werde ich das Gespräch mit allen Menschen in unserer Stadt suchen, auch mit den Unkeler ohne deutschen Pass“, versprach der Kommunalpolitiker, der 2013 Nachfolger von Knut von Wülfing als Parteivorsitzender geworden war. Unkel sei eine weltoffene Stadt und er stehe für eine Politik, die für die Bürger verständlich und nachvollziehbar sei, so das Mitglied in zahlreichen Unkeler Vereinen.
Hohe Verbindlichkeiten
„Unkel hat aktuell 2,65 Millionen Euro Schulden, pro Kopf also 520 Euro. Rechnet man die Kreditaufnahme zur Liquiditätssicherung hinzu, kommen wir sogar auf Verbindlichkeiten in Höhe von 7.9 Millionen Euro“, so der Bürgermeisterkandidat. Zwar habe die Stadt mit dem Kindergartenneubau, der Sanierung der Schule und der neuen Turnhalle wichtige und von der CDU mitgetragen Projekte gestemmt, darüber dürfe man aber eine Haushaltskonsolidierung nicht aus den Augen verlieren. Das bedeute aber nicht, die Steuern zu erhöhen, wie dies SPD und Grüne im Stadtrat zur Finanzierung des städtischen Anteils am Konsolidierungsfonds des Landes beschlossen hätte, nachdem sie das CDU-Konzept, eine Mischung aus Steueranpassung und Grundstücksverkäufen, abgebügelt hätten.
Zurück zur Politik der soliden Finanzen
„Wir müssen zurück zu einer Politik der soliden Finanzen. Jede Ausgabe muss auf den Prüfstand, für Wünschenswertes haben wir kein Geld“, konstatierte der Christdemokrat, der sich darüber hinaus mit den Bürgern und Gewerbetreibenden für eine Stärkung von Unkel Mitte einsetzen und ein investitionsfreundliches Klima schaffen will. „Mit der Lage am Rhein und im Naturpark Rhein-Westerwald hat Unkel ein erhebliches Potenzial für den Tourismus , das wir mit dem Hotel- und Gaststättengewerbe, dem Verein ‚Tourismus & Gewerbe’ sowie der Tourismus Siebengebirge GmbH nutzen müssen, um dem Fremdenverkehr neue Impulse geben zu können“, forderte Alfons Mußhoff. Gleichzeitig sprach er sich für eine ökologisch verträgliche Realisierung des Gewerbegebietes „Hinterheide“ sowie für die Nutzung von Windenergie am Aasberg aus, wenn die Naturschutzgutachten diese zulassen würden und es wirtschaftlich vertretbar sei.
Natürlich ging das Mitglied des Fördervereins Freibad auch auf die Ablehnung der Bürgschaft für die Landesmittel im VG-Rat ein, die dem Verein zu keiner Zeit in Aussicht gestellt worden sei. Darüber hinaus müsse der Verein mit der erst für später geplanten Wasserlandschaft für Kinder von einer Komplettsanierung Abstand nehmen, habe nur 10.000 Euro statt der erforderlichen 70,000 Euro für eine Schallschutzwand eingeplant, während der Finanzplan keine Rücklagen für Reparaturen oder für Defizite vorsehe. „Der Förderverein ist aber nicht unser politischer Gegner. Wir werden den Gesprächsfaden mit ihm nicht abreißen lassen“, versprach Alfons Mußhoff, der mit seinen Parteifreunden unter dem Motto „Gemeinsam für Unkel – Denn hier sind wir zu Hause“ in den Wahlkampf zieht. „Das aber ist kein Slogan, sondern auf den Punkt gebracht unser Programm. Wir setzen nicht auf Platz, sondern auf Sieg. Mit Ihrer Unterstützung möchte ich Stadtbürgermeister werden und dafür sorgen, dass die CDU wieder stärkste Fraktion im Stadtrat wird,“ beendete er seine Wahlkampfrede.
An seiner Seite treten in vorderster Front Gisela Born-Siebicke, Knut von Wülfing, Ewald Buslei, Elke Luhmer, Stadtrats-„Methusalem“ Günter Küpper und Heinz Peter Müller an. Ergänzt wird die Liste von Dieter Borgolte, Artan Dauti, Wilfried Euskirchen, Gerda Buchholz, Sascha Mühlhöfer, der noch kooptierten Kornelia Klein, Helmut Bürger, Fritz UlrichTeckemeyer, Jörg Schröder, Willi Heß, Wolfgang Löhrke, Simone Trossen, Doris Tillmann, Ludwig Palm und Felix Schleiden, während Joachim Mühlhöfer und Maximilian Mußhoff auf der Ersatzliste stehen.
Vom Wettbewerb der Ideen leben
„Kommunalpolitiker leben, wie ich nicht erst in meinem Amt als Unkeler Stadtbürgermeister lernen durfte, vom Wettbewerb der Ideen, wenn sie den schwierigen Weg zwischen dem Wünschen der Bürgerinnen und Bürger und dem Machbaren zu finden suchen“, kommentierte Amtsinhaber Gerhard Hausen die Kandidatur von Alfons Mußhoff. Er kenne den jetzt von der CDU präsentierten Kandidaten für das Amt des Stadtbürgermeisters recht gut aus der Zusammenarbeit im Stadtrat. „Natürlich gab es Themen, bei denen unsere Positionen auseinander fielen. Das steht aber einem fairen Wettstreit nicht im Wege,
auf den ich mich im bevorstehenden Wahlkampf freue“, erklärte der Stadtbürgermeister.
Alfons Mußhoff will den Sessel des Stadtchefs für die Christdemokraten nach zehn Jahren zurückgewinnen.
