Allgemeine Berichte | 17.06.2014

Großübung der Feuerwehr in der Erpeler Grundschule

Vermisste geborgen und kontaminierten Raum gesäubert

Linzer Teleskopgelenkmast-Fahrzeug wurde zur Unterstützung angefordert

Akribisch wurde die Ausrüstung der Atemschutzgeräteträger kontrolliert. DL

Erpel. Laut schrillte am Samstagvormittag die Sirene in Erpel zu einer groß angelegten Feuerwehrübung. „In der ersten Etage der Sankt-Johannes-Grundschule ist in einem Raum Feuer ausgebrochen. Der Hausmeister und ein Schüler werden vermisst“, so die Meldung, die kurz vor 10 Uhr beim Erpeler Löschzug einging.

Schon kurz nach der Alarmierung war das Martinshorn zu hören, und bereits um 10.03 fuhren der Einsatzleitwagen und ein Tanklöschfahrzeug dicht gefolgt vom DRK-Rettungswagen auf den Schulhof. Stefan Fleer informierte die Schüler, die zur Übung einer Evakuierung in die Schule bestellt worden waren, während bereits ein Trupp Atemschutzgeräteträger in die Schule vorrückte, aus der dichter Rauch drang. Feuerwehrmann Philipp Krüger war als Überwacher des Trupps eingesetzt, der die Atemschutzgeräteträger nach zehn Minuten darauf aufmerksam machte, dass ein Drittel des zur Verfügung stehenden Sauerstoffs verbraucht sei.

Inzwischen waren auch die Löschzüge Orsberg mit Wehrführer Dieter Rosen und Unkel mit Wehrführer Sascha Wiemer eingetroffen. Sie wurden von Weinsatzleiter Ernst Eich darüber informiert, wie der Brand entstanden war. „Wie mir der Atemschutzgeräteträger-Trupp per Funk mitgeteilt hat, hat der Hausmeister der Schule mit einem leicht entzündbaren, säurehaltigen Reinigungsmittel gearbeitet“, schilderte er die Ausgangslage. Sofort wurde wegen des säurehaltigen Mittels auch noch der Unkeler Gefahrgut-Gerätewagen angefordert.

Lange vor diesem traf zeitgleich mit Wehrleiter Ulrich Rechmann samt Stellvertreter Ralf Wester der Linzer TGM mit Wehrführer Lars Pörzgen auf dem Schulhof ein. Während der Korb des TGM langsam zum Brandherd emporschwebte, informierte Eich die Wehrführer, die sofort die Einsatzleitung übernahmen. „Damit die Feuerwehr ungehindert arbeiten kann und der Nachschub nicht behindert wird, hat sie die Winzerstraße unten an der Kreuzung gesperrt, und auch oben wird der Verkehr auf die Straße nach Orsberg umgeleitet, an der ein zweites Tanklöschfahrzeug steht, um von dort aus den Brand zu bekämpfen“, erläuterte Stefan Fleer den Kindern der Grundschule, die interessiert zusahen, wie der vermisste Schüler auf der Trage zum DRK-Wagen transportiert und dort erstversorgt wurde. Und schon war im ersten Stock der Haumeister aus dem Fenster in den TGM-Korb verfrachtet worden, der sich langsam zu Boden senkte.

„Der Brand ist gelöscht, der Schüler wie auch der Hausmeister konnten rechtzeitig aus dem Gebäude geholt werden. Jetzt machen sich die Unkeler Kameraden bereit, in Chemieschutzanzügen in dem kontaminierten Raum die chemischen Reinigungsmittel zu sichern und das Gebäude zu säubern“, fasste Ulrich Rechmann zusammen. Alles habe reibungslos geklappt, so die erste zufriedene Manöverkritik des Wehrleiters. Vor allem die Kooperation mit der Grundschule sei hervorragend gewesen. Nicht nur die Evakuierung sei ohne Komplikationen durchgeführt worden. „Die Schüler haben sich auch danach vorbildlich benommen und gezeigt, dass sie unsere Anweisungen und Erläuterungen während der prophylaktischen Brandschutzerziehung beherzigen“, so Rechmann. Die Übung habe schließlich auch dazu gedient, das von den Schulklassenbetreuern theoretisch vermittelte Wissen in der Praxis anzuwenden, erläuterte er das Konzept der engen Kooperation der Feuerwehr mit Schulen und Kindergärten.

Nach nur zehn Minuten konnte Sanitäter Jürgen Kroll den vermissten Schüler in Empfang nehmen.

Nach nur zehn Minuten konnte Sanitäter Jürgen Kroll den vermissten Schüler in Empfang nehmen.

Akribisch wurde die Ausrüstung der Atemschutzgeräteträger kontrolliert. Fotos: DL

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