Traditionell in der Karnevalszeit hatte die Gemeinde Erpel ihre Senioren eingeladen
„Vertrauen auf Verlässlichkeit“
Kindergarten, Grundschule und Fastelovendjecken präsentierten buntes Programm
Erpel. Frieda Fink, Jahrgang 1931, und Matthias Ott, Jahrgang 1939 wurden von Bürgermeisterin Cilly Adenauer und ihren Beigeordneten Gisela Stahl, Heinrich Holkenbrink und Friedel Witten, als die betagtesten Besucher des Erpeler Seniorentages beschenkt. Gut eine Stunde zuvor hatte sie die Gäste sowie zahlreiche Mitglieder des Gemeinderates, mit einem Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe begrüßt. Nachdem dieser fünf Strophen lang die altersbedingte Vergesslichkeit beklagt hatte, kam er zu einem mehr als versöhnlichen Schluss. Vier kleine Piraten aus dem „Regenbogenland“ schipperten dann in ihrem Boot über die Bühne, während sich eine ganz Horde von Pippi Langstrümpfen noch geduldig im Hintergrund hielt. Nachdem die Seeräuber jedoch gestrandet waren, richteten die sommersprossigen Rotenhaarigen widdewiddewitt-rasant ihre Villa Kunterbunt auf und tanzten tralla-ri, tralla-la, tralla-hoppsasa wild über die Bühne. Mit jeweils einem Überraschungsei wurden die kleinen Tänzer von Doris Richarz und Anne Eimermacher entlohnt, bevor Günter Lülsdorf in seinem Grußwort über das Vertrauen sprach, das auf der Verlässlichkeit der Umstände und der Menschen basiere. Auch wenn man in dieser Hinsicht allzu oft enttäuscht würde, wünschte er den Senioren, dass sie Hoffnung und das Vertrauen nie verlieren mögen. Dann schickte Rektor Jens Heinroth zur Freude etlicher Großeltern Grundschüler ins Rennen, die zunächst einen total verkorksten Tagesanfang einfach mit einem fröhlichen „Schala-lala-li“ überwanden, um ihre Zuhörer dann mit dem „Sportinator“ trotz der Nachmittagsstunde zum fetzigen Frühsport anzuregen. Die von Marlies Hirzmann trainierten „Leev Pänz“ waren zwar von den „Village People“ rekrutiert worden und so „In the Navy“ gelandet, waren dann aber froh, mit den „Räubern“ nicht weit von „He in Kölle am Rhing“ vor Anker gehen zu können. Mit einem Madrigal aus dem 17. Jahrhundert eröffnet der Gesangverein „Cäcilia Eintracht“ um seinen neuen Vorsitzenden Armin Ruckelshauß und Chorleiterin Brita Recker seinen Beitrag zum Seniorentag, bevor die Sänger mit Udo Jürgens bedauerten, noch niemals in New York oder gar auf Hawaii gewesen zu sein. Textsicher konnten die betagten Gäste dann alle Strophen des Volksliedes „Am Brunnen vor dem Tore“ mitsingen, bevor sie mit den Sängern das Loreley-Lied „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin“ erklingen ließen. Das ging ihnen jedoch, entgegen der Heinrich Heine-Dichtung, schnell aus dem Sinn, als die Alt-Aktiven des Tambourcorps mit Trömmelche und Piefe einzogen und ihr musikalisches Können eindrucksvoll unter Beweis stellten. Obwohl die Gemeinde mit Kuchen und belegten Brötchen ausreichend für eine Stärkung der Altentaggäste vorgesorgt hatte, kamen immer mehr Köche der „Gulaschkapell“ zusammen, die ein feuriges Süppchen anrühren wollten. „Und wir erwarten am späten Nachmittag natürlich auch noch die Große Erpeler KG mit ihrem Prinzen, Hans III. genannt ‚der Neubürger‘ aus dem Hause Kahlen, mit seinen Adjutanten, Säckelmeister Günter Witten und Terminator Andreas Schwager sowie seinen Ehrendamen, Prinzentochter Kerstin Wolf und Sandra Schürmann“, verriet Cilly Adenauer
