Kunsthandwerker begeisterten am Wochenende viele Besucher
Vielfältiges Angebot - für jeden etwas Passendes dabei!
Linz. Nach einem völlig verregneten Freitag hatten sich am Wochenende viele Touristen auf den Weg an den Rhein gemacht und waren natürlich auch in Linz gelandet. Schon am Samstagvormittag herrschte zur Freude der viele Kunsthandwerker, die auf dem Marktplatz vor den Historischen Rathaus ihre Stände aufgebaut hatten, reges Treiben und das, obwohl sich die Quecksilbersäule standhaft unter dem zweistelligen Bereich bewegte. Nahe der Mariensäule konnte man neben den vielfältigen Produkten eines Korbflechters vom Zeitungsständer bis hin zum Kleintiertransportbehälter sogar Lammfelle in natura oder zu Jacken, Ohrschützern und Fäustlingen umgearbeitet erwerben. Wer lieber sein Immunsystem stärken wollte, konnte bei den ätherischen Ölen beim Eukalyptus, dem Sandelholz und der Orange zugreifen oder direkt mit schleimlösenden Majoran, Weihrauch und Rosmarin gegen Husten und Bronchitis vorgehen. Äußerliche Wirkung hatten dagegen die Naturseifen etwa mit Pfefferminz oder die Bade-Schokoladen an einem anderen Stand, während dagegen die Kräuterbonbons und Lakritze, die ihren Duft vom Rathaus aus über den Platz verströmten, auch innerlichen Genuss versprachen. Nicht weit von ihnen entfernt waren mächtige, auf Hochglanz polierte Wasserbecken und Schalen mit mindestens einer großen Versteinerung, Fossilien wie Tribonite oder die riesigen Ammonite, die schneckenartigen Kopffüßlern, die bis zum Ende der Kreidezeit küstennah im Meer gelebt haben. Aus dem Gestein herausgeschliffen konkurrierten sie mit glitzernden Kristallen und anderen wertvollen Mineralien. Bis auf ihre Schwanzflossen aus Stein waren auch die zahlreichen Fische, die mit dem lustigen Froschkönig von hohen Stahlrohren auf die Besucher des Kunsthandwerkermarktes blickten. „Zugegriffen jetzt ganz fix, ausprobieren kostet nix!“, versuchte ein Jongleur bei der PC-geschädigten Jugend Interesse für seine Flower-Sticks zu wecken. Das gelang ihm zunächst aber nur bei einer ganz jungen Besucherin, die von anderen Kunstmarktgästen nahezu unbemerkt ihre Fähigkeiten mit den beiden Holzstäben sukzessiv perfektionierte. Nur mit einem scharfen Messer und einem Sparschäler bewaffnet, mit dem die Rinde von den jungen Haselnussstöcken geschabt wurde, lockte ein Holzschnitzer aus dünneren Ästen und Astverzweigungen lustige Zwerge und Vögel hervor, die neben kleinen Pfeifen und Windmühlen aufgebaut wurden. Hochwertigen Bambus zu glänzenden Schalen, Kästchen und Vasen verarbeitet hatte dagegen sein Kollege gegenüber, während nicht weit von ihnen entfernt aus ehemaligen Weinflaschen beim Recyceln tatsächlich alle Luft heraus gelassen worden war, sodass sie nun als Schalen zu benutzen waren. Im Weitesten recycelt hatte ein anderer Kunsthandwerker auch altes Familiensilber, das in besseren Tagen wohl manche hochwohlgeborene Tafel geziert hatte. Nun waren aus den Silberlöffeln und -gabeln Armreife und andere Schmuckstücke geworden. Eindecken für das kommende Weihnachtsfest konnten sich auch Eltern von Mädchen bei der Puppenoma, bei der viele in nostalgische Erinnerungen verfielen. Sie hatte nicht nur ihre Lieblingen mit nach Linz gebracht hatte, sondern auch jede Menge Kleidungsstücke für die Kleinen, von denen die älteren von Käthe Kruse oder Kestner, Schildkröt & Co eher etwas für Sammler waren.
