Junggesellenverein Erpel
„Wer hat an der Uhr gedreht?“
Erpeler Bevölkerung dankte den kläppernden Kindern mit Ostereiern und Süßem
Erpel. Am Abend des Gründonnerstags werden in allen Kirchen die Altare leer geräumt, und Orgeln und Glocken verstummen bis zum ersten Gloria in der Osternacht, wenn Jesu Auferstehung gefeiert wird. „Die Glocken fliegen nach Rom, um Milchbrei zu essen“, erzählt man den Kindern. In Erpel übernehmen die Kinder, in Begleitung des Junggesellenvereins Erpel 1737 e.V., gerne die Urlaubsvertretung für die schöne Osanna und ihre Kollegen. Der JGV Erpel hat es sich seit zwei Jahren zur Aufgabe gemacht, diese alte Tradition weiterzuführen und bei den Kindern der Gemeinde wieder bekannter zu machen. So lud der Verein, mit Unterstützung durch den Brauchtumsverein Ad Erpelle, insgesamt neun mal am Freitag und Samstag ein, um den Leuten in der alten Herrlichkeit die Uhrzeit anzusagen.
Voller Elan klapperten sie, damit auch ja niemand in Erpel verpasst, wie spät es ist. Nach dem ersten Rundgang waren dann alle „Klapperer“ beim Peter „Om Maat“ zum gemeinsamen Frühstück eingeladen, um sich aufzuwärmen und für die nächste Runde zu stärken. Der erste Vorsitzende des Junggesellenvereins, Alexander Hirzmann, ist begeistert von der regen
Teilnahme. Insgesamt 43 Kinder versammelten sich mit Klappern und Ratschen, bereitgestellt von Heino Schmitz (Ad Erpelle), am Marktplatz, um von dort aus gemeinsam loszuziehen.
Aber dass nicht nur die Kinder Gefallen an dem Brauch gefunden haben, sondern dass auch die älteren Generationen stolz darauf sind, zeigt das Resultat des gemeinsamen Eier- und Süßigkeitensammelns am Samstag. Jedes Kind konnte den Heimweg mit einem prall gefüllten Beutel antreten.
