Allgemeine Berichte | 31.08.2026, 12:32 Uhr

Kreiswaldbauverein-Neuwied Forstbetriebsgemeinschaft

Wiederbewaldung und Waldumbau im Kreis Neuwied bei Klimawandel

Fragen vom 1. Vors. Uwe Werner an denRefernet Herrn Andreas Becker

Neustadt/Wied. Bei der Gasversorgung in Deutschland wurde die aus dem Jahr 2022 geltende Alarmstufe des Notfallplans aufgehoben; seit Juli 2025 gilt die „Frühwarnstufe“. Die Gasbehälter sind derzeit noch nicht dem erforderlichen Stand gemäß gefüllt; das Problem: Die derzeitige „Weltlage“ und damit verbunden die „Gaspreise“. Ganz anders die „Wiederbewaldung in Deutschland,“ dieses Problem wird uns noch jahrzehntelang begleiten; hier heißt es: Wie reagieren die Baumarten auf den Klimawandel; dass kann keiner genau prognostizieren. Zu diesem Thema hatte der KWBV daher in die Wiedparkhalle geladen und der Andrang war entsprechend groß. Neben einigen Ehrengästen aus der örtlichen Politik und den Vertretern des Forstamtes Dierdorf konnte der Vorsitzende Uwe Werner auch die Vertreterinnen des Naturparks Rhein-Wied nämlich die Vorsitzende Isabelle Fürstin zu Wied und die Geschäftsführerin Irmgard Schröer begrüßen, ferner mehrere Vertreter des Vereins ANUAL e.V. Unter den Mitgliedern des Waldbauvereins war auch Maximilian Fürst zu Wied.

Nach der Begrüßung und einer Einführung in das Thema durch den Vorsitzenden stellte sich der Referent Andreas Becker -Waldbau-Trainer bei den Landesforsten RP- vor. Er leitete in früheren Jahren das Forstrevier um den „Dreifelder Weiher“ im Westerwald. Nun zum Thema: Die Erhöhung der Anpassungsfähigkeit der Wälder und die Anpassung ihrer Bewirtschaftung an die Folgen des Klimawandels mit steigenden Jahresdurchschnitts-Temperaturen und häufigeren extremen Wetterlagen und extremer Witterung ist eine der wichtigsten Aufgaben vor der die Waldwirtschaft und alle Akteure rund um den Wald in den nächsten Jahrzehnten stehen. Die Herausforderungen in den Themenfeldern Wasser und Wildmanagement können dabei nicht von den Verantwortlichen für den Wald alleine gelöst werden, sondern nur im Verbund mit anderen Akteuren.

Als erstes ist die Frage zu stellen, Waldbewirtschaftung ja ? oder nein? Für die allermeisten Waldbesitzer ist klar, dass eine „Waldstilllegung“ in die Irre führt und den Klimaschutz sogar schwächt; dies ist u. a. auch die Auffassung des Deutschen Forstwirtschaftsrats und der Bundesvereinigung „Deutscher Kommunalwald“. Bei der Wiederbewaldung oder Waldverjüngung gibt es nun die Möglichkeiten „künstliche Verjüngung“ (durch Saat oder Pflanzung) oder „natürliche Verjüngung“, d. h. durch Übernahme von natürlich aufgelaufenen Samen von vorhandenen Samenbäumen. Die natürliche Verjüngung hängt sehr von den Rahmenbedingungen ab und wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Die Entscheidung, in welcher Weise die Verjüngung erfolgen soll, wird dabei im besonderen Maß durch die betrieblichen Zielsetzungen und die waldbaulichen Möglichkeiten sowie Gegebenheiten bestimmt. Eine Pflanzung ist erforderlich, wenn eine standortgerechte Naturverjüngung innerhalb eines festgelegten Zeitraumes nicht zu erwarten bzw. die Qualität des Vorbestandes nicht ausreichend ist.

Grundsätzlich sollte bei Aufforstungen die zur Verfügung stehende Baumarten-Palette der heimischen und seltenen heimischen Baumarten und deren Herkünfte ausgeschöpft werden, bevor der Blick auf alternative Baumarten aus anderen Ländern gerichtet wird. Weiterhin wird empfohlen, nicht nur auf eine einzige Ersatzbaumart zu setzen, sondern Flächen breit mit vielen verschiedenen Baumarten zu begründen. Dies wird später bei der Holzernte und auch beim Absatz natürlich andere Maßnahmen erfordern, als derzeit möglich und üblich; auch dies ist dann eine Herausforderung.

Die Förderung klimaresilienter Wälder wird offenbar nur über einen größeren Anteil von Mischwäldern gelingen. Dafür müssen ggfs. auch bisher seltene und trockenheitstolerante Mischbaumarten eingebracht und gefördert werden, die jedoch stark verbissgefährdet sind. Die stetig gestiegenen Schalenwild-Populationen sind vielerorts das Haupthindernis für das Aufwachsen derartiger Wälder. Damit sich substantielle Veränderungen ergeben, müssen entsprechende Rahmenbedingungen und Anreize geschaffen werden, die es Waldbesitzenden ermöglicht, eine artenreiche Verjüngung ohne Schutzmaßnahmen erfolgreich zu etablieren. Übrigens: Hinsichtlich der ökologischen „Wiederbewaldung“ fungiert der Westerwald in Rheinland-Pfalz als Wegweiser. Zum Schluss des Vortrages wurden die Fördermöglichkeiten durch die Landesforsten Rheinland-Pfalz „Wiederbewaldung und Waldumbau“ sowie „Klimaanpassung und Boden“ kurz erläutert. In der Diskussion kamen dann noch die „EU-Entwaldungsverordnung“ (EUDR) und die „EU-Wiederherstellungsverordnung (WVO) zur Sprache. Über die negativen Auswirkungen dieser VOs wird der Kreiswaldbauverein noch berichten. Mit einem besonderen Dank an den Referenten, alle Helfer und die Teilnehmer schloss der Vorsitzende die Veranstaltung.

A. Fuchs

Austausch nach dem Vortrag

Austausch nach dem Vortrag Foto: FBG Uwe Werner

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Fragen vom 1. Vors. Uwe Werner an den Refernet Herrn Andreas Becker Foto: FBG Uwe Werner

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