Kunstverein Linz startet in das Veranstaltungsjahr 2013 mit neuer Ausstellung
„irrenwirrenwuchernsuchen“
Zu Gast sind die beiden Künstlerinnen Enne Haehnle und Sybille Walenciak
Linz. Mit gleich zwei Künstlerinnen geht der Kunstverein Linz in das Veranstaltungsjahr 2013. Zu Gast sind Enne Haehnle und Sybille Walenciak mit ihrer gemeinsamen Ausstellung „irrenwirrenwuchernsuchen“. Sie gehen von gleichen Begrifflichkeiten wie Berührungspunkten, Überschneidungen, Verbindungen und Vernetzungen aus, die auf grafische Systeme wie Punkte und Linien verweisen. Hier liegt die künstlerische Verbindung der beiden Künstlerinnen: ihr Interesse an der Linie. Diese Position hatte die Kunsthistorikerin Gabriele Oberreuter in ihrer Einführung zur Vernissage im Linzer Kunstverein näher erläutert. Enne Haehnle wurde 1963 in Ulm geboren, wuchs in Giengen auf und machte von 1983 bis 1986 eine Bildhauerlehre in Garmisch-Partenkirchen. Danach studierte sie freie Kunst an der Gesamthochschule Kassel und ab 1988 bis 1992 an der Kunstakademie in Düsseldorf mit einem Meisterschülerinabschluss bei Prof. Klaus Rinke. Ihre Arbeit wurde mit verschiedenen Kunstpreisen und Stipendien gewürdigt. Sie kann auf zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland zurückblicken. Mit ihren Werken ist sie in öffentlichen Sammlungen und Institutionen vertreten. 2008 hat sie eine Professur für Bildhauerei an der Alanus-Hochschule in Alfter übernommen. In Linz zeigt Haehnle eine ortspezifische Installation mit dem Titel „beep antropozän“. Auf dem Boden liegende mattschwarze Magnetbänder bilden lineare Strukturen wie Strudel, Zellen und Blasen. Die Magnetbänder scheinen auf dem Boden zu schweben und sind anders als die Linien in der klassischen Zeichnung nicht fest mit dem Untergrund verbunden. Aufgrund ihrer permanenten Abziehungs- und Abstoßprozesse und durch schon geringe Einwirkung von außen entstehen immer neue Geflechte und Strukturen. Sie erinnern an die großen Strömungswirbel in den Weltmeeren, wie zum Beispiel der Nordpazifikwirbel, der durch seine große Verschmutzung mit Plastikmüll bekannt geworden ist. Auch andere in Linz präsentierte Arbeiten Haehnles greifen aktuelle gesellschaftspolitische Diskussionen auf. Dazu kommt ihre künstlerische Auseinandersetzung mit poetischen Texten. Sybille Walenciak befasst sich in ihrer künstlerischen Arbeit mit Erscheinungen und Prozessen organischen Lebens, die in ihrer Vielzahl chaotisch und unüberschaubar erscheinen, aber auf simplen Prinzipien beruhen: sich ausdehnen und sich zusammenziehen, sich entfalten und verdichten, sich teilen und verdoppeln, auf- und abbauen. Alles in ständigem Wechsel und in fortwährender Bewegung. In ihrer Arbeit „wirrenundwuchern“ verweist die Künstlerin auf ungebremstes Wachstum: In der auf den Raum ausgerichteten Wandarbeit aus geglühtem Draht schwingen sich dunkle Linien über die Wand und greifen in den Raum hinein, in Zacken und Bögen, vibrierend und sich ineinander verheddernd, sich wieder lösend und auseinander driftend. Eine mit „air“ betitelte Licht-/Ton-Installation Walenciaks verknüpft Atmen und Licht. Atmen ist Leben, Licht ist Leben. Der Rhythmus des Atmens steht für Stationen des menschlichen Lebens, für Stärke und Schwäche, für Energie und Ohnmacht, für die Geburt und den Tod. Sybille Walenciak ist Jahrgang 1944 und studierte von 2006 bis 2011 Bildhauerei an der Alanus-Hochschule in Alfter. Die Ausstellung mit den beiden Künstlerinnen ist noch bis zum 16. März in den Räumen des Linzer Kunstvereins in der Asbacher Straße 2 zu sehen. Öffnungszeiten sind jeweils donnerstags und freitags von 17 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei, weitere Informationen gibt es im Internet unter www.kunstverein-linz.de.
Mit gleich zwei Künstlerinnen geht der Kunstverein Linz in das Veranstaltungsjahr 2013. Zu Gast sind Enne Haehnle und Sybille Walenciak mit ihrer gemeinsamen Ausstellung „irrenwirrenwuchernsuchen“. Auf dem Boden liegende mattschwarze Magnetbänder bilden lineare Strukturen wie Strudel, Zellen und Blasen.Foto: DL
