Allgemeine Berichte | 19.09.2026, 13:50 Uhr

150 Jahre Schützentradition in Gering

150 Jahre Schützentradition in Gering-Ein Jubiläum im Rahmen der Kirmes, dass Generationen verbindet

Glückwünsche und Ehrungen zum 150-jährigen Bestehen

Gering. Tradition, moderner Schießsport und gelebte Dorfgemeinschaft: Mit einem abwechslungsreichen Festprogramm feierte die St. Sebastianus Schützenbruderschaft Gering ihr 150-jähriges Bestehen. Der Jubiläumssonntag am 13. September zeigte eindrucksvoll, dass Schützenwesen in Gering weit mehr bedeutet als sportlicher Wettkampf. Vom feierlichen Gottesdienst über Angebote für Kinder und Familien bis hin zum olympischen Luftgewehrfinale spannte sich der Bogen über einen ganzen Tag. Das offizielle Programm stand unter der Schirmherrschaft der Ortsgemeinde Gering und wurde gemeinsam von den Schützen, der IG Karneval und dem Förderverein der Kita Bärenhöhle getragen.

Bereits am Morgen begann der Festtag mit einer Heiligen Messe in der St.-Nikolaus-Kirche. Im feierlichen Rahmen nahm Diözesanpräses Dr. Malberg eine besondere Ehrung mit der Hochmeistermedaille vor. Anschließend gedachten die Teilnehmer am Kriegerdenkmal der Gefallenen der beiden Weltkriege sowie der verstorbenen Mitglieder. Die Kranzniederlegung bildete einen stillen und würdevollen Gegenpol zum späteren Festgeschehen und machte deutlich, wie eng Erinnerung, Verantwortung und Gemeinschaft im Selbstverständnis der Bruderschaft miteinander verbunden sind. Die Messe und das anschließende Gedenken waren bewusst an den Beginn des Jubiläumssonntags gestellt worden.

Danach verlagerte sich das Geschehen auf den Schützenplatz. Beim Frühschoppen, gemeinsamen Mittagessen und den zahlreichen Angeboten entwickelte sich schnell eine lebendige Festatmosphäre. Besonders erfreulich war dabei das Zusammenspiel der beteiligten Vereine und Gruppen. Viele helfende Hände sorgten gemeinsam dafür, dass aus dem Schützenjubiläum ein Fest für das ganze Dorf und für alle Generationen wurde.

Ein Schützenplatz voller Leben

Ab 13 Uhr gehörte ein großer Teil des Tages dem Schießsport. Neben den traditionellen Wettbewerben um Königs-, Jungschützen- und Schülerwürde standen bewusst Angebote im Mittelpunkt, bei denen auch Gäste und Nichtmitglieder selbst aktiv werden konnten.

Besonders das große Preisschießen für alle ab zwölf Jahren fand eine hervorragende Resonanz. Mit dem Luftgewehr wurde auf zehn Meter um die beste Zehn beziehungsweise den besten Teiler geschossen. Ebenso erfreulich war die große Beteiligung am Schießparcours für Kinder und Jugendliche. Hier konnten die Jüngeren den Schießsport spielerisch kennenlernen und selbst ausprobieren. Zusammen mit den weiteren Kinder- und Familienangeboten entstand ein Programm, das nicht nur die langjährigen Mitglieder der Bruderschaft ansprach, sondern Besucher jeden Alters zum Mitmachen einlud.

Genau diese Mischung machte den besonderen Reiz des Jubiläums aus: zuschauen, ausprobieren, miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam feiern.

Olympisches Finale bringt Spitzensport auf den Geringer Schießstand

Einen der sportlichen Höhepunkte erlebten die Besucher am Abend. Aktive Sportlerinnen und Sportler des Vereins aus der gesamten Region demonstrierten in einem olympischen Luftgewehrfinale, wie spannend und anspruchsvoll moderner Schießsport sein kann. Das eigens in das Jubiläumsprogramm aufgenommene Finale sollte den Gästen zeigen, wie sich der Schießsport im Jahr 2026 präsentiert.

Die Zuschauer konnten unmittelbar verfolgen, welche Präzision, Konzentration und mentale Stärke erforderlich sind, wenn im Finale Zehntelringe über die Platzierungen entscheiden. Die besondere Finalatmosphäre machte den Leistungssport auch für Besucher erlebbar, die bislang nur wenige Berührungspunkte mit dem Sportschießen hatten.

Damit schlug die Bruderschaft zugleich eine eindrucksvolle Brücke zwischen ihrer 150-jährigen Tradition und dem modernen Leistungssport.

Diese Verbindung wurde auch von den Gästen und Verbandsvertretern besonders gewürdigt. Eine bemerkenswerte Anerkennung erhielt die Schützenbruderschaft durch die Vorsitzende des Sportbundes Rheinland, die die Bedeutung Gerings als Landesstützpunkt Sportschießen hervorhob. Verbunden war dies mit der Hoffnung, dass sich der Standort sportlich weiterentwickelt und Gering perspektivisch vielleicht sogar einmal den Schritt zum Landesleistungszentrum gehen könnte. Für einen Verein aus einer vergleichsweise kleinen Gemeinde war dies ein besonderes Zeichen der Wertschätzung für die über viele Jahre geleistete Nachwuchs- und Leistungssportarbeit.

Zahlreiche Ehrungen zum 150-jährigen Bestehen

Das Jubiläum bot zugleich Gelegenheit, Menschen zu würdigen, die sich in besonderer Weise um Verein und Schützenwesen verdient gemacht haben. Glückwünsche und Ehrungen kamen von zahlreichen Seiten: vom Sportbund Rheinland, dem Rheinischen Schützenbund, dem Bezirk 11 Koblenz, dem Schützenkreis Rhein-Ahr sowie vom 1. Beigeordneten der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz. Auch die Raiffeisenbank MEHR und die Sparkasse Mayen würdigten das Jubiläum und die Arbeit des Vereins.

Eine besondere Bedeutung hatten die persönlichen Auszeichnungen verdienter Mitglieder. Mit dem St. Sebastianus Ehrenkreuz wurden Günter Gersabeck und Albert Schwab ausgezeichnet. Das Verdienstkreuz in Silber erhielten Michael Maur und Mathias Schneider.

Die Ehrungen machten deutlich, dass 150 Jahre Vereinsgeschichte nicht allein aus Jahreszahlen, sportlichen Erfolgen und Veranstaltungen bestehen. Sie werden vor allem von Menschen getragen, die über viele Jahre Verantwortung übernehmen, ihre Zeit investieren und sich ehrenamtlich für Verein und Gemeinschaft einsetzen.

Neue Majestäten beim Jubiläumsfest

Mit Spannung erwartet wurde am Abend die Proklamation der neuen Majestäten, die zuvor in den verschiedenen Wettbewerben ermittelt worden waren. Neuer Schützenkönig ist Albert Schwab, der gemeinsam mit seiner Frau Heike die Bruderschaft als Königspaar repräsentieren wird. Den Titel des Scheibenkönigs sicherte sich Michael Maur.

Auch der Nachwuchs ermittelte seine neuen Würdenträger: Max Göderz wurde neuer Jungschützenprinz, während sich Lasse Lorenz den Titel des Schülerprinzen sicherte.

Für besondere Freude sorgte das Schießen um die Bürgerkönigswürde. Hier bewies Ortsbürgermeisterin Anke Welter die sicherste Hand und wurde zur neuen Bürgerkönigin gekürt. Damit erhielt das Jubiläumsfest noch eine besonders schöne Verbindung zwischen Schützenbruderschaft, Ortsgemeinde und Dorfgemeinschaft.

Die Proklamation der Majestäten und die Ehrung der verdienten Mitglieder bildeten gemeinsam einen der festlichen Höhepunkte des Abends – genau so, wie es das Jubiläumsprogramm vorgesehen hatte.

Tradition, Sport und Gemeinschaft – ein Motto wird gelebt

Was von diesem Jubiläumssonntag bleibt, sind deshalb nicht nur Ehrungen, Pokale und neue Majestäten. Es ist vor allem das Bild einer Gemeinschaft, in der Tradition und Zukunft keinen Gegensatz bilden.

Das Gedenken am Morgen, die traditionellen Schützenwettbewerbe, die vielen Kinder und Jugendlichen auf dem Schützenplatz, die große Resonanz beim Preisschießen, das olympische Luftgewehrfinale und schließlich die Ehrungen und die Proklamation der neuen Majestäten erzählten gemeinsam die Geschichte eines Vereins, der seit 150 Jahren in Gering verwurzelt ist und gleichzeitig nach vorne schaut.

Dass ein solcher Jubiläumstag gelingen konnte, war vor allem das Ergebnis der hervorragenden Zusammenarbeit aller beteiligten Vereine, Organisationen sowie der zahlreichen Helferinnen und Helfer. Sie machten aus dem Vereinsjubiläum ein Fest für die gesamte Dorfgemeinschaft und ihre Gäste.

Das Motto des Jubiläums – „Tradition · Sport · Gemeinschaft“ – war an diesem Tag nicht nur auf den Plakaten zu lesen.

Es wurde in Gering gelebt.

Neue Majestäten beim Jubiläumsfest

Neue Majestäten beim Jubiläumsfest Foto: St. Seb. Gering 1876 e.V.

Kriegerdenkmal und Kranzniederlegung

Kriegerdenkmal und Kranzniederlegung Foto: St. Seb. Gering 1876 e.V.

Glückwünsche und Ehrungen zum 150-jährigen Bestehen

Glückwünsche und Ehrungen zum 150-jährigen Bestehen Foto: St. Seb. Gering 1876 e.V.

Fotostrecke

150 Jahre Schützentradition in Gering-Ein Jubiläum im Rahmen der Kirmes, dass Generationen verbindet
Heiligen Messe in der St.-Nikolaus-Kirche

Foto: St. Seb. Gering 1876 e.V.

150 Jahre Schützentradition in Gering-Ein Jubiläum im Rahmen der Kirmes, dass Generationen verbindet
Demonstration eines olympischen Luftgewehrfinales

Foto: St. Seb. Gering 1876 e.V.

150 Jahre Schützentradition in Gering-Ein Jubiläum im Rahmen der Kirmes, dass Generationen verbindet
150 Jahre Schützentradition in Gering-Ein Jubiläum im Rahmen der Kirmes, dass Generationen verbindet

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Glückwünsche und Ehrungen zum 150-jährigen Bestehen Foto: St. Seb. Gering 1876 e.V.

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