Allgemeine Berichte | 19.03.2014

Vortrag im Polcher Forum

Bildung statt Fundamentalismus

Familie Erös baut Friedens-Schulen in Afghanistan

Die IGS-Konrektorinnen Elke Geiermann (l.) und Frauke Wehner (r.) sowie Landrat Dr. Alexander Saftig (l.) und Ideengeber Bürgermeister Maximilian Mumm (r.) mit dem Ehepaar Annette und Dr. Reinhard Erös vor den interessierten Schülerinnen und Schülern der IGS Maifeld im Polcher Forum. WE

Polch. Die 1998 gegründete "Kinderhilfe Afghanistan" ist eine private Initiative der in der Nähe von Regensburg lebenden Familie Dr. med. Reinhard Erös, seiner Ehefrau Annette und mittlerweile auch ihrer fünf Kinder. Mithilfe afghanischer Mitarbeiter errichtet, betreibt und unterstützt die Organisation in den Ostprovinzen Afghanistans und in grenznahen Flüchtlingslagern Friedensschulen, Mutter-Kind-Kliniken, Gesundheitsstationen, Waisenhäuser, Solarwerkstätten und weitere Projekte, die allesamt realistische Perspektiven für eine friedliche Zukunft des Landes am Hindukusch bieten. Die Organisation, die zu der wohl effektivsten Hilfsorganisation in Afghanistan zählt, finanziert sich ausschließlich aus privaten Spenden und Erlösen aus Vorträgen. In Afghanistan arbeitet sie nur mit Einheimischen zusammen.

Profunder Kenner des Landes

Dr. Erös und seine Frau reisen jährlich mehrfach nach Afghanistan und zählen, nachdem sie mehrere Jahre dort gelebt haben, zu den profundesten Kennern des Landes und seiner Menschen. Für sein Afghanistan-Engagement wurde Dr. Erös unter anderem bereits mit dem Bundesverdienstkreuz und mit dem Europäischen Sozialpreis ausgezeichnet.

Von einem Vortrag des Arztes war Bürgermeister Maximilian Mumm so beeindruckt, dass er die IGS Maifeld für eine Zusammenarbeit gewinnen konnte. Die 8. bis 10. Klassen der Schule hatten daher kürzlich die Gelegenheit, viel über das Land und seine Menschen zu erfahren. Aus erster Hand gab es ungeheuer Interessantes für die Schüler zu hören und zu sehen, von dem man hier in Deutschland nichts ahnt. Als Schulträger hatte sich Landrat Dr. Saftig viel Zeit für den Vortrag genommen und gestand in seinen auf die Begrüßung durch Bürgermeister Mumm folgenden kurzen Worten unumwunden: „Ich verstehe das Land nicht, ich verstehe die Menschen nicht und ich verstehe den Konflikt nicht. Auch deshalb bin ich hier.“ Den Vortrag vor den Schulklassen hielt Annette Erös, die darin genau so erfahren ist wie Dr. Reinhard Erös selbst. Frau Erös schilderte und belegte anhand von Fotos zunächst das Land, das mit Temperaturen von minus 50 bis plus 50 Grad Celsius umgehen muss und in dem lediglich etwa zehn Prozent der Fläche zum Leben von Menschen geeignet ist; der überwiegende Landesteil besteht aus Sand-, Stein- und Eiswüsten. Etwa 80 Prozent der Bevölkerung von etwa 30 Mio. Einwohnern sind Bauern, weitere circa zehn Prozent leben in den Slums der fünf Großstädte. Tiefe Einblicke bot der Vortrag in das Leben einer ländlichen Großfamilie, die dort schon mal leicht 80 Personen umfassen kann. Energie zum Kochen und Heizen wird aus Kuhfladen gewonnen und vorwiegend Kinder sind einen Großteil des Tages damit beschäftigt, Wasser für den Tagesbedarf zu holen. Der muslimische Glaube ist fast ausschließlich in dem Land zu finden und die Gastfreundschaft nicht nur Floskel sondern ein hohes Gut.

Minenkunde wichtigstes Schulfach

Mit teilweise drastischen Bildern von verstümmelten Kindern setzte Frau Erös ihren Vortrag fort und berichtete den aufmerksam folgenden Schülern davon, dass Minenkunde in dem seit vielen Jahren vom Krieg gezeichneten aber eigentlich sehr friedliebenden Land das wichtigste Schulfach ist. Perfide Minen wurden zu Millionen in Afghanistan vergraben und haben eine nahezu unbegrenzte Lebensdauer. Zum Ende des Vortrages zeigte Frau Erös beeindruckende Bilder der Projekte, die die "Kinderhilfe Afghanistan" initiiert hat und weiterhin betreut. Dazu zählen Gesundheitsstationen, Waisenhäuser, Solarwerkstätten und vor allem Schulen, denn Bildung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine gesicherte friedliche Zukunft der afghanischen Gesellschaft, die im Vergleich zu unserer eine sehr junge ist. Und nicht umsonst war auf einem der Bilder über der Eingangstür einer Schule ein Sinnspruch des islamischen Religionsstifters Mohammed angebracht, dessen Übersetzung nicht nur sinngemäß lautet: Die Tinte eines Schülers ist heiliger als das Blut eines Märtyrers.

Bürgermeister Mumm dankte dem Ehepaar Erös für den intensiven und sicher nachhaltigen Vortrag. Konrektorin Frauke Wehner versicherte, dass der Stoff im Unterricht der Klassen nochmals nachbereitet wird und die Schüler bereits erste Ideen entwickelt haben, wie die Arbeit der Hilfsorganisation von ihnen unterstützt werden kann.

Die IGS-Konrektorinnen Elke Geiermann (l.) und Frauke Wehner (r.) sowie Landrat Dr. Alexander Saftig (l.) und Ideengeber Bürgermeister Maximilian Mumm (r.) mit dem Ehepaar Annette und Dr. Reinhard Erös vor den interessierten Schülerinnen und Schülern der IGS Maifeld im Polcher Forum. Foto: WE

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

Die alte Ockenfelser Linde soll fallen

  • Claudia W. : Ich bin in der Bergstraße aufgewachsen, meine Großeltern lebten dort. So traurig das ein einzelner so etwas durchsetzt! Ich hoffe das es noch abgewendet wird und dieser schöne alte Baum erhalten bleibt.
  • Iris Arens : Es wiederholt sich immer und überall: Auswärtige ziehen in Kenntnis der Sachlage zu und klagen anschließend gegen die bei Zuzug bereits bestehenden und bekannten Umstände. Hoffentlich bleibt die Linde...

Verschiebung wegen Planungsunsicherheit

  • Sabine Weber-Graeff: Da werden Abermilliarden in die Aufrüstung der Bundeswehr,respektive die Landesverteidigung gesteckt und dann wird seitens von Grün ernsthaft erwogen in den Sichtbereich des militärischen Radars zwei...
  • Joschi Hund: Leider kann man nicht mehr von einem Antik und Trödelmarkt sprechen, warum ? Wenn über die Hälfte der Händler Neuware anbieten und Ihre Waren mit Festpreisen ausgezeichnet haben. Man kann sagen über 80 % der Aussteller waren Händler.
Dauerauftrag 2025
Image Anzeige
Anzeige Uhren Vintage
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Titelanzeige
Nachruf-Anzeige Andreas Meyer
Brunnenfest in Bad Breisig
Brunnenfest Bad Breisig
Brunnenfest in Bad Breisig
Brunnenfest Bad Breisig
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Symbolbild.
14

Die Verkehrsteilnehmer werden gebeten, den Streckenabschnitt mit besonderer Vorsicht zu befahren

Ab 11.05.: Brückensicherung am Wirftbach

Wirft. Ab dem 11. Mai bis voraussichtlich Anfang Juli 2026 werden am Bauwerk über den Wirftbach bei Wirft im Verlauf der L 10 Sicherungsarbeiten durchgeführt. Ziel dieser Maßnahme ist die bauliche Sicherung und der langfristige Erhalt des Bauwerks. Um die Arbeiten sicher ausführen zu können, wird der Seitenstreifen im betroffenen Bereich für den Verkehr gesperrt. Der fließende Verkehr kann die Strecke weiterhin passieren, jedoch steht der Seitenbereich auf diesem Abschnitt nicht zur Verfügung.

Weiterlesen

Zusammen mit (v.l.n.r.) Stadtbürgermeister Mark Geimer, Schulleiterin Andrea Winkelmann, Baumspender Michael Heider, Bürgermeister Jan Ermtraud und Revierförster Christoph Kirst „pflanzten“ die Drittklässler der Marienschule den „Baum des Jahres“.  Foto: Tabea Bluedorn
10

„Tag des Baumes“ mit Schulkindern in Bad Hönningen gefeiert

Die Zitterpappel - Baum des Jahres 2026

Bad Hönningen. Zur diesjährigen Pflanzaktion anlässlich des „Tages des Baumes“ trafen sich am 30. April rund 60 Schülerinnen und Schüler der Bad Hönninger Marienschule und deren KlassenlehrerInnen sowie Schulleiterin Andrea Winkelmann mit dem Bad Hönninger Revierförster Christoph Kirst gegenüber dem Apollonia-Häuschen in den Rheinanlagen, um den diesjährigen „Jahresbaum“ zu pflanzen.

Weiterlesen

Zweifel an einzelnen Aufwandsentschädigungen in Kruft: Weitere Prüfung angekündigt
181

Verbandsgemeinde Pellenz und Kreisverwaltung Mayen-Koblenz nehmen Stellung

Zweifel an einzelnen Aufwandsentschädigungen in Kruft: Weitere Prüfung angekündigt

Kreis MYK. Ergänzend zu einer am 7. Mai 2026 erschienen Pressemitteilung der Rechtsanwaltskanzlei MMV rund um die in der öffentlichen Diskussion stehenden Abrechnungsvorgänge der Aufwandsentschädigungen für Ortsbürgermeister und Beigeordnete der Ortsgemeinde Kruft stellen die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz und die Verbandsgemeindeverwaltung Pellenz folgendes fest:

Weiterlesen

Rund um´s Haus
Image Anzeige
Rund ums Haus
Werksverkauf Anhausen
10 Jahre NoWi Bau
10 Jahre Nowi
Azubispots Bad Neuenahr 2026
10 Jahre Nowi
125 jähriges Jubiläum Moses - Aktionsanzeige
Stellenanzeige Bauingenieur Trinkwasserversorgung/Abwasserbeseitigung
Stellenanzeige
Stellenausschreibung Geschäftsführer Perspektive
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606  // Motiv EDL
Kirmes in Kripp
Tag der offenen Tür FFW Burgbrohl
Brunnenfest Bad Breisig