Staatssekretär Langner zu Gast beim Ochtendunger SPD-Bürgerempfang
Die Landesregierung gestaltet den demografischen Wandel
Ochtendung. Die demografischen Veränderungen in Rheinland-Pfalz dürfen nicht zu einem Abbau, sondern müssen zu einem auf die neuen Bedürfnisse der Menschen ausgerichteten Umbau führen. Dies gilt für die Bereiche Wohnen, Mobilität, Nahversorgung und für die medizinische und pflegerische Versorgung - auch und gerade auf dem Land. Kaum jemand wäre besser imstande, die Zielvorstellungen der Landesregierung und ihre daraus resultierende Demografiestrategie zu dem mittlerweile oft diskutierten aber dennoch vielfach unterschätzten Thema besser zu erläutern als David Langner. Der ist Staatssekretär im Ministerium Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie - dem einzigen Demografieministerium bundesweit - und war zu dieser Thematik als Hauptredner zum diesjährigen Bürgerempfang von der Ochtendunger SPD geladen worden. Bevor sie den Gast jedoch ans Rednerpult bat, begrüßte die Ochtendunger SPD-Ortsvereinsvorsitzende und Ortsbürgermeisterin Rita Hirsch alle Mitbürger und politischen Gäste, die sich aus nah und fern zum seit mehr als 25 Jahren jährlich nach Karneval stattfindenden Bürgerempfang am Sonntagvormittag im Foyer der Wernerseck-Halle eingefunden hatten. In ihrer Ansprache ging die Vorsitzende auch auf die gute Zusammenarbeit mit allen im Gemeinderat vertretenen Parteien ein und dankte deren anwesenden Vertretern ausdrücklich und stellvertretend dafür. „Wir haben unsere erfolgreiche Arbeit den Bürgern vorgestellt, vielleicht etwas zu wenig und zu bescheiden“ war die örtliche SPD-Chefin auch schnell bei einer kurzen Nachbetrachtung der Kommunalwahl des vergangenen Jahres und betrachtete dabei süffisant „die seltsame Allianz sich ansonsten nicht immer wohl gesonnener Akteure“, die verhindert hatte, dass die SPD bei der Beigeordnetenwahl berücksichtigt wurde. Dennoch verkündete Frau Hirsch mit besonderem Stolz die Ziele, die aus dem Wahlprogramm ihrer Partei bereits in der Umsetzung begriffen sind. Eine Herzensangelegenheit und voll zur Überschrift des Empfangs passend sei ihr das Baugebiet auf der Andernacher Höhe. Dort soll Mehrgenerationenwohnen möglich werden, um die Heimatgemeinde im Zuge des demografischen Wandels zusätzlich attraktiv und wettbewerbsfähig machen. Als finanzbewusste Ortsbürgermeisterin ging Frau Hirsch im weiteren Verlauf ihrer Ansprache auch auf die Bewältigung der prekären Haushaltslage, die örtliche Kinderbetreuung und andere Themen kurz ein, bevor sie ihren Fraktionsvorsitzenden Lothar Kalter das bisher Gesagte näher erläutern ließ. Herr Kalter freute sich über die zügig nach den Beigeordnetenwahlen wieder eingekehrte „Ochtendunger Sachlichkeit“ und erläuterte dann eingehend die erst kürzlich gemeinsam getroffene Entscheidung des Gemeinderates zum Ausbau des Ganztagsangebotes der Grundschule und des Nachmittagsbereuungskonzeptes. Vorsichtig deutete Herr Kalter abschließend einen bevorstehenden Generationswechsel an bei der kommenden Kommunalwahl.
Gedanken zum Weltfrauentag
Die Mayener Beigeordnete und stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende Martina Luig-Kaspari brachte Gedanken zum Weltfrauentag und auch ihre Freude zum Ausdruck, mal wieder auf dem Maifeld zu sein; schließlich war sie die erste Jugendpflegerin der Verbandsgemeinde. Bürgermeister Maximilian Mumm, auch als Vorsitzender der Maifelder SPD, versprach in seinem Grußwort einen neuen Entwurf des Einzelhandelskonzeptes vorzulegen, der die vorgebrachten Bedenken und Anregungen beinhalten wird. Nach seiner Ministerin, die vor wenigen Tagen auch schon zum Demografischen Wandel referierte, (unser Bericht zum Empfang des SPD-Verbandes Maifeld an anderer Stelle) sprach Hauptredner David Langner jetzt in kürzester Zeit zum zweiten Mal zu dieser Thematik im Maifeld, wohl nicht, weil die Region davon außerordentlich betroffen wäre, sondern eher, weil dieses herausfordernde Zukunftsthema hier besondere Aufmerksamkeit genießt. Nach einigen Zahlen und Fakten zur Bevölkerungsprognose erläuterte der Staatssekretär die Grundzüge der Absichten. Die Gegenstrategie muss alte Arbeitsplätze erhalten und trotz Fachkräftebedarf neue schaffen. Dies sei nach Auffassung von Herrn Langner eine Chance für junge Familien, die bildungspolitisch durch die Landesregierung mit dem flächendeckenden Ausbau von Ganztagsschulen unterstützt wird und auch durch den kostenfreien Besuch von Kindertagesstätten, in denen auch die deutsche Sprache erlernt werden kann. Für die derzeit noch recht gute ärztliche Versorgung müsse jedoch mit Blick auf die Altersstruktur der Hausärzte dieser Beruf attraktiver gemacht werden und dazu das Image („zu nichts gebracht, nur Hausarzt geworden“) verbessert werden. Zu gründende Versorgungszentren könnten dabei gerade Frauen helfen, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erreichen.
Als dritten großen Punkt sprach Staatssekretär Langner die Wohnsituation an. Die Menschen wollen so lange wie möglich zu Hause wohnen, und wenn das nicht mehr möglich ist, innerhalb ihrer Gemeinde. Dazu hob der Hauptredner die 135 Pflegestützpunkte deutlich hervor, die in dieser Legislaturperiode in Rheinland-Pfalz weiter ausgebaut würden und von denen es in Bayern lediglich sieben gäbe. Im Übrigen unterstützt das aktuelle Projekt „WohnPunkt RLP“ kleinere Kommunen im ländlichen Raum dabei, neue Wohnformen für Senioren zu entwickeln und umzusetzen. Mit einem rein italienischen Präsent bedankte sich SPD-Ortschefin Rita Hirsch für die interessanten Ausführungen beim „lieben David“ und lud die Anwesenden zu einem kleinen Imbiss und weiteren Fragen, die Herr Langner im persönlichen Gespräch gerne beantwortete.
