Arbeitsgruppen zum Betrieb von temporären Gemeinschaftsunterkünften gebildet
„Dynamik der Flüchtlingssituation lässt kein Abwarten zu“
Landrat Dr. Alexander Saftig trifft Vorbereitungen
Kreis Myk. „Wir müssen unseren kreisangehörigen Kommunen ausreichend Zeit verschaffen, die sehr gut bewährte dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge vor Ort zu organisieren und ausreichend Wohnraum zu beschaffen. Das wird in absehbarer Zeit, wahrscheinlich ab dem kommenden Jahr, nur noch möglich sein, wenn wir die zu uns kommenden Menschen zunächst in temporäre Gemeinschaftsunterkünfte aufnehmen und dann von dort aus zu ihren Wohnungen bringen“, ist Landrat Dr. Alexander Saftig überzeugt. Der Kreischef rief daher in der Kreisverwaltung zwei Arbeitsgruppen ins Leben, die sich mit der Bereitstellung und dem Betrieb von Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge im Landkreis Mayen-Koblenz befassen. Außerdem tagt regelmäßig der Verwaltungsstab der Kreisverwaltung, um beim unvorhersehbaren Eintritt eines extrem hohen Aufkommens von Flüchtlingen vorbereitet zu sein. „Wenn plötzlich nachts in einem Mayen-Koblenzer Bahnhof ein Zug mit 300 Menschen hält, dann müssen wir genau wissen, was zu tun ist. Wenn man dann erst anfängt, sich über Essen und Trinken oder eine Notunterkunft Gedanken zu machen, dann wird es schwierig“, so der Landrat. Nach den derzeitigen Prognosen werden in Deutschland für 2015 mindestens 800.000 Flüchtlinge erwartet, Tendenz steigend. Die große Zahl an Menschen, die nach Deutschland kommen, stellen Bund, Länder und Kommunen vor enorme Herausforderungen. Insbesondere die Organisation der Unterbringung der Menschen vor Ort wird zunehmend schwieriger, da geeigneter Wohnraum fehlt oder nicht zeitnah bereitgestellt werden kann. Vor diesem Hintergrund hat Landrat Dr. Alexander Saftig mit Zustimmung des Kreisausschusses und in enger Abstimmung mit den hauptamtlichen Bürgermeistern der kreisangehörigen Städte und Verbandsgemeinden eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die Optionen zur möglichen Schaffung von zentralen Gemeinschaftsunterkünften in Mayen-Koblenz aufzeigen soll.
Kommunen unterstützen
Die Sammelunterkünfte sollen als vorübergehende Unterbringungsmöglichkeit fungieren, bis die Menschen in geeigneten Wohnungen verteilt auf die Kommunen des Landkreises untergebracht werden können. Neben der Bereitstellung von Sammelunterkünften sind vor allem auch die notwendigen Abläufe für den Betrieb innerhalb der Sammelunterkünfte zu planen und sicherzustellen. Die zweite Arbeitsgruppe befasst sich daher mit den technischen und personellen Rahmenbedingungen der Unterkünfte. Ebenso klärt sie Fragen der medizinischen Versorgung, Verpflegung, Hygiene und Sicherheit. Für Landrat Dr. Alexander Saftig steht fest: „Wir müssen uns gut vorbereiten und professionell aufstellen, damit wir gemeinsam die immer schwieriger werdende Situation meistern. Da Entspannung in der Flüchtlingssituation nicht absehbar ist, gilt es, unsere Kommunen zu unterstützen. Die temporäre Unterbringung nimmt erheblichen Zeitdruck von den Städten und Verbandsgemeinden. Von dieser Entlastung profitiert nicht zuletzt die gelungene Integration der Menschen, die zu uns kommen. Ich danke der kommunalen Familie im Landkreis, dass sie in dieser anspruchsvollen Situation derart fest zusammensteht. Nicht zuletzt bin ich stolz auf meine Mitarbeiter im Kreishaus, denn brandaktuell erforderliche Reaktionen zu Flüchtlingsfragen, wie die neuen Arbeitsgruppen, werden zusätzlich zum regulären Arbeitspensum geleistet.“ Pressemitteilung der
Kreisverwaltung Mayen-Koblenz
