Allgemeine Berichte | 23.02.2014

Typisierungsaktion und Blutspende in Plaidt

„Einmal stechen, zweimal helfen“

Bereits 1400 neue Stammzellenspender sind bei der Stefan-Morsch-Stiftung registriert

Die Mitarbeiter der Stefan-Morsch-Stiftung stehen den Spendern beratend zur Seite. privat

Plaidt. „Ich habe selber zwei Kinder und finde die Typisierung wichtig.“, sagt Melanie Faller. Sie ist eine von 1400 Menschen, die sich bei dem gemeinsamen Aufruf des DRK Blutspendedienstes West und der Stefan-Morsch-Stiftung als Stammzellspender registrieren ließen. Seit Herbst vergangenen Jahres kooperiert die Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke aus Birkenfeld (Rheinland-Pfalz) mit dem DRK. Das bedeutet: Gemeinsam wird nach potenziellen Lebensrettern, Blut- und Stammzellspendern, gesucht.

„Einmal stechen, zweimal helfen“, lautet das Motto dieser Aufrufe, die nicht nur in Plaidt im Kreis Mayen-Koblenz am Donnerstag, 06. März 16 bis 20 Uhr in Plaidt, Hummerich-Halle, Alter Kirchplatz 5., angeboten werden, sondern im gesamten Gebiet des Blutspendedienstes West in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland angelaufen sind.

Wer zum Blut spenden geht, kann sich direkt auch als Stammzellspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren lassen. „Nach der Blutspende, wenn die Spender ohnehin noch eine Kanüle im Arm haben, wird einfach ein Röhrchen Blut abgenommen – ein Fingerhut voll“, so Andrea Djifroudi, Sprecherin der Stiftung. Dieses Röhrchen kommt dann ins hauseigene Labor der Stiftung, um die Gewebemerkmale zu bestimmen. Diese HLA-Merkmale, die Teil des genetischen Codes eines Menschen sind, werden zusammen mit den persönlichen Daten im Register der Stefan-Morsch-Stiftung gespeichert. Die Gewebemerkmale stehen dann zusammen mit der Spendernummer unter der Beachtung des Datenschutzgesetzes anonymisiert im deutschen Zentralregister (ZKRD) und in der internationalen Spenderdatei (BMDW) für eine weltweite Suchabfrage verfügbar.

Der DRK Blutspendedienst West unterstreicht: „Die steigende Lebenserwartung älterer Menschen und das Ausscheiden von Spendern aus Alters- und Gesundheitsgründen wirken sich in großem Umfang auf den Bedarf an Blutkonserven aus.“ Die gleiche Herausforderung sieht auch Emil Morsch, Vorstandsvorsitzender der Stefan-Morsch-Stiftung, durch den demografischen Wandel auf die Stammzellspenderdateien zukommen: „Es ist wichtig junge Menschen über das Thema Blutspende und Stammzellspende zu informieren. Denn die Zahl der Krebspatienten, die in den kommenden Jahren Blutkonserven und Stammzellspenden benötigen, wird mit einer wachsenden älteren Bevölkerung stark zunehmen.“

Zusammenarbeit trägt Früchte

Die im Herbst vergangenen Jahres gestartete Zusammenarbeit hat bislang schon gute Früchte getragen: Insgesamt wurden bei den gemeinsamen Blutspende- und Typisierungsaktionen fast 1400 neue Stammzellspender in der Stammzellspenderdatei der Stefan-Morsch-Stiftung registriert. Und einer von diesen neu registrierten Spendern konnte dank seiner genetischen Übereinstimmung mit einem Patienten bereits helfen. Ein Stammzellspender, der sich im Oktober in Alzey typisieren ließ, konnte vielleicht mit seiner Stammzellspende einer Leukämiekranken Frau die entscheidende Hilfe geben, um den Blutkrebs zu besiegen.

Wie wird man Lebensretter?

Wer volljährig und nicht älter als 40 Jahre ist, kann kostenlos typisiert werden. Für ältere Spender entsteht Beitrag in Höhe von 50 Euro zu den Typisierungskosten. Denn obwohl man bis zur Vollendung des 61. Lebensjahres in der Datei für weltweite Suchanfragen gespeichert ist, werden ältere Spender selten von den Transplantationskliniken ausgewählt – sofern mehrere kompatible Spender zur Verfügung stehen. Im Jahr 2013 war etwa ein Prozent der Spender zum Zeitpunkt der Stammzellspende älter als 55 Jahre. Gleiches gilt für Frauen mit mehr als zwei Schwangerschaften (auch Fehlgeburten zählen dazu). Denn im Rahmen von Schwangerschaften können Antikörper gebildet werden, die nach heutigem Kenntnisstand den Transplantationserfolg gefährden können. Nur etwa 1,5 Prozent der Spender im Jahr 2013 waren Frauen mit mehr als zwei Schwangerschaften. Weitere Ausschlusskriterien lassen sich auf der Homepage der Stefan-Morsch-Stiftung (www.stefan-morsch-stiftung.de) nachlesen.

Kommt es später dazu, dass man als Spender helfen kann, wird zu der eigene Sicherheit eine umfassende Untersuchung durchgeführt. Die Mitarbeiter der Stefan-Morsch-Stiftung werden die Spender kontaktieren. Diese beraten und begleiten während der gesamten Vorbereitung auf die Stammzellspende. Der Verdienstausfall und alle anderen anfallenden Kosten werden von der Stiftung getragen oder der Krankenkasse des Patienten ersetzt.

Wichtig ist: Jugendliche können sich ab 16 Jahren mit dem schriftlichen Einverständnis der Eltern ebenfalls als Stammzellspender registrieren lassen.

Bei weitere Fragen gibt es Informationen unter der gebührenfreie Hotline (08 00) 766 77 24.

Bei der Blutspende sind die Altersgrenzen anders. Denn hier muss man mindestens 18 Jahre alt. Neuspender dürfen nicht älter als 68 Jahre sein.

Für alle, die mehr über die Blutspendetermine mit Typisierungsaktion in Wohnortnähe wissen wollen, hat der DRK-Blutspendedienst West im Spender-Service-Center eine kostenlose Hotline geschaltet. Unter 0800 -11 949 11 werden montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr alle Fragen beantwortet. Auch im Internet kann man sich unter www.blutspendedienst-west.de. Informieren.

Die Mitarbeiter der Stefan-Morsch-Stiftung stehen den Spendern beratend zur Seite. Foto: privat

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